Luchtwachttoren Type 4.80

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    • Luchtwachttoren Type 4.80

      Hallo Kartonisten,
      heute stelle ich Euch ein Relikt des Kalten Krieges vor, nämlich einen Luftbeobachtungsturm in den Niederlanden. Luchtwachttoren hatten die Aufgabe, tieffliegende, feindliche Düsenjäger zu observieren und an eine zentrale Stelle (Luchtwachtcentrum) zu melden. Dazu wurden überall in den Niederlanden Wachttürme aus Fertigbetonelementen errichtet. Diese Elemente bestanden aus viereckigen geschlossenen oder offenen Waben. In den Niederlanden wurde ein ganzes Netz von solchen Türmen (total 276 Stück) errichtet, es sei denn, man konnte auf geeignete vorhandene Türme zurückgreifen, z.B. Wassertürme. Die Türme waren mit Freiwilligen des Korps Luchtwachtdienst besetzt. Die höchsten Türme waren 31m hoch. Oben auf den Türmen befand sich eine Beobachtungsplattform und eine regengeschützte Kammer. Das Beobachtungssystem hatte keinen großen Nutzen und wurde 1968 endgültig eingestellt, die Türme großenteils abgebrochen. 19 sind allerdings noch vorhanden und teils an besonderen Tagen zu besichtigen.
      Das von mir gebaute Modell ist von Lex Tempelman (TeKaMo) im Maßstab 1 : 72 konstruiert und das niedrigste, weil ich die eigentlich offenen Waben, die im Modell mit grauen Flächen geschlossen sind, aufschneiden wollte. Das Modell beinhaltet noch eine Hintergrundkulisse, die ich aber weggelassen habe. Da das Modell nun offen ist, habe ich noch eine Innentreppe und auch eine neue Außentreppe konstruiert. Der Original-Turm wurde auf einer bereits bestehenden VIS-Kasematte errichtet, deshalb konnte die Höhe reduziert werden.
      Das Bauplattenset besteht aus 8 Blättern A4 mit Farblaser-Druck auf 200g-Papier und den nötigen Montagezeichnungen auf normalem Papier in einer mit Modell und Info bedruckten Papiertüte.
      Hajo





    • Hallo Hajo,

      jetzt wird es noch interessanter! Erinnert sehr an Propaganda aus dem "Kalten Krieg". Aber so spiegelt das Ganze eben die Zeit wider, aus der das Original stammt.
      Den zweistrahigen Jet aus Sowjet-Zeiten hatte PRT wohl auch schon mal gebaut. Brächte man die beiden Modelle zusammen, schlösse sich der Kreis.

      Schöne Grüße
      Andreas

      P.S.: Gerade überfliegen die Eurofighter aus dem benachbarten Fliegerhorst Nörvenich unser Dorf, Nachtflugtraining. Ein Schuft, wer Übles dabei denkt... zwinker2
      Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.
      Goethe

      Es strebt der Mensch, so lang er klebt.
      Fast Goethe
    • Schokbeton

      Hallo liebe Kleber,
      hier noch eine kleine Anmerkung zu den Wabenkonstruktionen der Luchtwachttoren. Ich habe mich gewundert, dass diese filigrane Wabenstruktur so stabil ist, dass sogar Türme von über 30m Höhe gebaut wurden. Des Rätsels Lösung ist die Vorbehandlung des Betons. Man hat schon vor dem Kriege festgestellt, dass der Beton eine höhere Festigkeit erhält, wenn man ihn vorher kräftig rüttelt. Dabei werden nicht nur Luftbläschen aus dem Beton entfernt, auch das überflüssige Wasser gerät durch das Rütteln an die Oberfläche und der Beton wird dichter und dadurch erheblich fester. Die niederländische Firma Schokbeton hat mit diesem Prinzip Beton-Fertigteile vorfabriziert und damit alle mögliche Gebäude errichtet. Einer der größten Aufträge (~1200 Stück) waren Fertigteil-Scheunen in einem Modul-System für neu einzurichtende Bauernhöfe für den trockengefallenen Nordostpolder und später auch für Flevoland, die auch durch das Modulsystem in gewissem Maße individuell gestaltet werden konnten.
      Hajo