Großer Kreuzer "S.M.S. Victoria Louise" HMV 1:250

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    • Großer Kreuzer "S.M.S. Victoria Louise" HMV 1:250

      Liebe Kartonmodellbauer,

      nach meinem kurzen Abstecher zur Eisenbahn mit dem Personenwagen zur bayerischen S 3/6 möchte ich mich wieder den Schiffen zuwenden. Ich hatte im Jahr 2000, nachdem ich seinerzeit durch Zufall im Frankfurter Bahnhofskiosk an einen Moduni-Katalog geraten war, direkt zwei HMV-Modelle mit Ätzteilsätzen bestellt: die bereits von mir gebaute S.M.S. Beowulf und die mit über 1.700 Bauteilen wohl deutlich schwierigere und größere S.M.S Victoria Louise. Beide Bausätze wurden von Markus Wiekowski konstruiert. Druck und Anleitung wirken mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen. Bei der Beowulf hatte sich der Bausatz aber als interessant und sehr passgenau erwiesen. Die VICTORIA LOUISE fiel mir direkt durch ihre Schönheit auf und ich habe schon lange darauf gebrannt, sie in Angriff zu nehmen.

      Zum Schiff: Benannt ist der Große Kreuzer VICTORIA LOUISE nach Viktoria Luise (keine Rechtschreibfehler!), der einzigen Tochter von Wilhelm II. Dieser hatte zuvor sechs Söhne gezeugt. Viktoria Luise lebte nach dem Untergang des Kaiserreichs viele Jahre in Braunschweig und verstarb 1980 in Hannover. Die VICTORIA LOUISE ist Namensgeberin einer Klasse von Panzerdeckkreuzern, von denen insgesamt 5 um das Jahr 1897 herum vom Stapel liefen. Die Schiffe erwiesen sich jedoch nur als bedingt tauglich für den Flotteneinsatz, da sie zum einen bis auf das Panzerdeck nur unzureichend gepanzert waren und zum anderen eine zu geringe Reichweite für größere Einsätze besaßen. Nach einigen Umbauten wurden die Schiffe bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs überwiegend als Schulschiffe genutzt. Den ersten Weltkrieg erlebte die VICTORIA LOUISE selbst vor allem als Minenlager und Wohnschiff in Danzig, nachdem bereits Ende Oktober 1914 ihre Außerdienststellung befohlen worden war. 1919 wurde sie dann zu einem Frachtdampfer umgebaut und als Flora Sommerfeld umgetauft bis 1922 betrieben, bevor im darauffolgenden Jahr ihre Abwrackung in Danzig erfolgte. Schönheit und Kampfkraft gehen halt nicht immer Hand in Hand.

      Bei einer Länge von ca. 110m ergibt sich ein knapp 45cm langes Modell. Mit den drei Schornsteinen und dem charakteristischen Gefechtsmast ist der Zustand bis 1906 vor der Umrüstung zum Schulkreuzer mit zwei Schornsteinen und einen schlankeren Pfahlmast dargestellt.



      Für das Spantengerüst habe ich 53 Teile zusammengefügt. Als kritisch haben sich die oberen Seitenspanten 22 und 22a erwiesen, da ich etwas zu hastig in einem einzigen Arbeitsgang das Verkleben vornehmen wollte. Beim Einstecken in den Seitenspant 20 kurz vor dem Bug ist wegen des schmalen Überstands über dem Schlitz ist dann die Gefahr groß, dass man diesen abpellt (siehe letztes Bild). Wie gesagt: kein Fehler der Konstruktion sondern von mir! Der in den von mir eingesehenen Bauberichten meiner Vorgänger wie z.B. von Volkmar erwähnte Bauspaß hat bei mir ansonsten schon voll eingesetzt.

      Viele Grüße
      Anselm



    • Servus Anselm,

      ein schönes Modell.
      Hier im Forum gibt es Bauberichte von Volkmar und Marineoldie zur Vicky-Lou.
      Sind eine Hilfe wenn was unklar ist, bzw. der eine oder andere hilfreiche Trick ist auch beschrieben.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Anselm,
      das ist ein schöner Bogen, aus dem sich ein wundervolles Modell bauen lässt. Verbaust Du auch den Ätzsatz? Ich habe vor ein paar Jahren leider darauf verzichtet. Trotzdem ist das Modell wohl recht schön geworden. Ich hatte es vor ein paar Jahren zu einer Ausstellung in Belgien mitgenommen und in der örtlichen Presse wurde es es als "la maquette plus spectaculaire" beschrieben.
      Die Bauanleitung hat so ihre eigene Geschichte. Piet hat sie , ohne den Bogen vorliegen zu haben, mit der Feder bei ein paar Flaschen Rotwein gezeichnet.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn alles gleich gültig ist, wird alles gleichgültig.
      (Ralf Dahrendorf)
    • Lieber Wiwo,

      danke für die Hinweise! Ich hatte bereits einen Blick in die beiden Bauberichte geworfen. Insbesondere hatte ich den Eindruck, dass vor allem Volkmar sehr viel Spaß hatte.

      Lieber Kurt,

      ich erinnere mich noch schwach an deinen Baubericht. Mir fiel damals auf, wie gut du den Rumpf mit seinem schnittigen Bug hinbekommen hattest. Ich hoffe, dass mir das gleiche zumindest annähernd gelingt. Selbstverständlich benutze ich den Ätzteilsatz. Ich ziehe Ätzteile trotz der aufwändigen Vorbereitung den LC-Teilen vor. Besonders die Schmauchspuren des Lasers bei den weißen Teilen wie bei der Reling stören mich sehr. Auch in der Farbe sind die Ätztele aufgrund ihrer Lackierung besser als das zugrundeliegende Tonpapier. Die Bauanleitung sieht zwar in der Tat etwas "handgestrickt" aus. Wichtiger ist aber ihre Aussagekraft und dafür bürgt schon allein die Urheberschaft von Peter Brandt.

      Viele Grüße
      Anselm
    • Sehr schön, ich möchte nach der MONTE ROSA ein umfangreicheres "Ostasien-Projekt" cool2 in Angriff nehmen und da steht die VICTORIA LOUISE natürlich auch auf der Liste.
      Ich werde also interessiert zuschauen, mit dem Kanonenboot SMS PANTHER vom selben Konstrukteur habe ich schon gute Erfahrungen gemacht.

      Viel Spaß beim Bauen,
      Gruß Markus
    • moin1 Anselm
      Wenns erlaubt ist darf ich mich doch auch unter die Zugucker mischen, aber ich versichere Dir das ich genauso viel Spaß und Freude wie Volkmar beim Bau hatte, sie ist einfach hübsch die Vicki lu. daumen1 Also auf gutes gelingen und auch viel Spaß bei dem Modell .
      Bis denne Werner der Marineoldi kaffee1 und nach dem Stapellauf prost1

      es ist mehr als ein Leitspruch:
      Ich habe mich von der Arbeit verabschiedet, nicht vom Leben.
    • Liebe Interessierte,

      herzlichen Dank für eure Kommentare, euer Interesse und eure Likes! Besonders freut mich, das auch Volkmar und Werner mit an Bord sind, die ja beide bereits einen Baubericht für unser Forum verfasst haben. Ich habe bisher nur sehr positive Bauberichte gelesen und alle hatten großen Spaß beim Bau. Mir geht bisher genauso und vielleicht liegt es auch den handgezeichneten Bögen, die sehr viel Wärme ausstrahlen. Die (analogen) Schallplatten klingen ja auch irgendwie besser als die digitalisierte Musik, auch wenn es manchmal knackt und rauscht. Was die Kleinheit der Teile anbetrifft, ist mir nicht bange, denn ich glaube immer noch, dass es nicht schlimmer als bei der PLANET kommen kann.

      Weiter ging es mit den Stringern, die auch schon Teile des unteren Decks enthalten. Offen gestanden, sind mir verdoppelte Spanten lieber, da sie sich besser ineinander stecken lassen. Mir schlabberten manchmal die Spanten etwas auseinander. Die Stabilität des Rumpfes ist allerdings auch ohne Verdopplung gewährleistet, wie mir meine Erfahrungen mit HMV-Modellen gelehrt haben. Auf diese Stringer waren dann schon die ersten vier 15cm-Geschütze zu montieren, die sogar im Prinzip beweglich sind, da sie nicht auf dem Deck verklebt werden, sondern vielmehr in das Deck eingesteckt und von unten fixiert werden. Die Kasematten müssen sehr genau geknickt und etwas fummelig auf dem Stringer/Deck angebracht werden. Diese Prozedur hatte Volkmar schon eingehend in seinem Bericht beschrieben. Vorbereitet ist auch schon das Panzerdeck (letztes Bild), das die noch anzubringende Fülle an Details ahnen lässt. Da dieses Teil sehr schön anzuschauen ist, wurde es aus verständlichen Marketinggründen (in der ersten Auflage) auf Bogen 16 gedruckt, der sich auf der Rückseite des seinerzeit in Plastik eingeschweißten Bausatzes befindet.

      Viele Grüße
      Anselm





    • Hallo Anselm,

      ja, ein wirklich schönes Modell, dass Du Dir ausgesucht hast! Und die positiven Eindrücke der Kollegen über den Bau der "Victoria Luise" kann ich nur bestätigen.

      Wünsche Dir weiter ein gutes Gelingen!

      Servus
      hvt
      "Political correctness" ist das Ende des gesunden Menschenverstandes. (Monika Gruber) grins 2
      Tja, wo sie recht hat, da hat sie recht, die "Gruaberin" - aber manchmal steht der Begriff auch einfach nur für Intoleranz!!!!
    • Zahal wrote:

      Interessantes Thema!
      Spannend finde ich das das Schiff zum Frachter umgebaut wurde... Das sieht bestimmt gewagt aus!
      Leider scheint das Netz nicht wirklich was dazu zu berichten zu haben!
      Ich kenne dazu nur den groben Riss in »Koop/Schmolke: Die großen Kreuzer KAISERIN AUGUSTA bis BLÜCHER«. Die Küstenpanzer ODIN und ÄGIR wurden nach ihrer Dienstzeit in der Marine auch als Fachtschiffe umgebaut. Aufgrund der gepanzerten Decks eigneten sich die Schiffe gut für Schwergut.

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

      arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/

      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Jürgen,

      das ist eines von drei erhaltenen Werftmodellen der VICTORIA LOUISE. Das Modell steht heute im Schaudepot des IMMH. Ich habe das Modell dort 2017 angesehen (Interessant u.a. das blaue Kommandantenboot!). In der Ursprungsausführung fuhr die VL nie einen Auslandsanstrich. Erst nach dem Umbau wurde sie weiß/gelb. Im Nachbarforum hat jemand das Schiff vorbildgerecht in grau gebaut. Je nachdem wie historisch genau man es nimmt, sollte eines der Schwesterschiffe in weiß/gelb gebaut werden.

      Aber wie geht es denn nun hier auf der Baustelle weiter? denk1

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin Zusammen;

      KlabauterKlaus wrote:


      Zahal wrote:

      Interessantes Thema!
      Spannend finde ich das das Schiff zum Frachter umgebaut wurde... Das sieht bestimmt gewagt aus!
      Leider scheint das Netz nicht wirklich was dazu zu berichten zu haben!
      Ich kenne dazu nur den groben Riss in »Koop/Schmolke: Die großen Kreuzer KAISERIN AUGUSTA bis BLÜCHER«. Die Küstenpanzer ODIN und ÄGIR wurden nach ihrer Dienstzeit in der Marine auch als Fachtschiffe umgebaut. Aufgrund der gepanzerten Decks eigneten sich die Schiffe gut für Schwergut.
      Klaus
      vorher wurden aber die Schiffe noch verlängert. Die Marine versprach sich einen militärisch höheren Wert.
      Die Kaiserlichen Werft in Danzig und Kiel nahmen sich der Verlängerung an. Typschiff kann man sagen war die SMS " HAGEN " :
      7 wasserdichte Schotte hatte jedes Schiff und einen Doppelboden der gut 60% der Schiffslänge entsprach.
      Verlängert wurden die Schiffe in der Mitte um ca. 8.400 mm.

      Ich muss mal in meiner Gröner Sammlung schauen ob ich ein Bild als Frachter respektive als Schwergutfrachter finde.

      Viele Grüße
      Arne
    • @Salvagemaster: Du bist jetzt bei den Küstenpanzerschiffen? Die wurden in erster Linie verlängert um durch größere Kohlenbunker eine längere Seeausdauer/Aktionsradius zu erreichen. Bei knapper Kasse sollten die Schiffe die Hochseeflotte unterstützen und quasi als "kleine Linienschiffe", weit vor den Küsten, fungieren können. Die Bilder von der Verlängerung auf der Werft sind spektakulär! Umgebaut als Transporter sahen die Schiffe später so aus:

      objekte.jmberlin.de/view/objec…jmb-obj-264579&cid=464311

      Der Lübecker Reeder war jüdischen Glaubens. Daher liegt das Bild auf der Seite des jüdischen Museums. Auf dem Kartonbau-treffen in Bremerhaven 2016 (?) hat Herr Hahn, der fürs DSM so viele schöne Bogen gezeichnet hat, ein Modell eines als Transporter umgebauten Küstenpanzers ausgestellt. Es gab im Netz auch mal Fotos von einem der beiden umgebauten ehemaligen KüPas als Ford-Autotransporter.

      Wir schweifen ab... ein Foto der FLORA SOMMERFELD würde mich interessieren. Hast Du eins? klasse1
      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • ..... Abschweifen macht Spaß ..... ich wußte ich habe irgendwo Bilder der umgebauten KüPaSchis gesehen.
      "Von der Kaiserlichen Werft zum Marinearsenal" hat noch einige Bilder von der Aegir zu bieten, umgebaut im, Schwimmdock der ehemaligen Kaiserlichen Werft.





      Auch eine Inspiration für ein Modell ........ zwinker2

      Viele Grüße
      Markus
    • Salvagemaster wrote:

      (...)
      Tja ein Modell, ja das hätte was.

      Viele Grüße
      Arne
      ... da kommt es auch schon:



      Das Modell ist im Maßstab 1:250 scratch von Herrn Hahn gebaut. Fotografiert habe ich beim Kartonbautreffen 2017 im DSM.
      Eine tolles Modell von einer urigen Kiste, oder?

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Eine genaue Quelle zu dem Thema kenne ich nicht, aber auf dem ersten Bild in Beitrag 24 sieht es schon so aus als würde der Panzergürtel fehlen. Dafür spricht ja auch der extrem hohe Freibord den sowohl der Hulk als auch der spätere Frachter hatten.
      Zudem war Panzerstahl durch die Legierung mit Nickel, Wismut und anderen Metallen sehr teuer und begehrt.
      Also würde ich davon ausgehen, daß die Panzerung soweit möglich entfernt wurde.

      Viele Grüße
      Markus
    • Der Gürtelpanzer wurde ja erst nach dem Stapellauf aufgebracht und trug demnach nicht zur Schwimmfähigkeit der Schiffe bei (sie schwammen ja auch ohne zum Ausrüstungskai). Mir war neu, dass auch die FRITHJOF umgebaut wurde. Ein Onlinelexikon schreibt dazu (und auch zur Frage nach der Panzerung):

      Wikipedia wrote:

      In der Folge kaufte der Hamburger Reeder Arnold Bernstein die Frithjof, ebenso wie auch die Odin und die Ägir. 1923 wurde das Schiff von der Deutschen Werft in Rüstringen zum Motorfrachtschiff umgebaut. Dabei wurden die Aufbauten, die Panzerung, die Maschinen und die wenigen noch vorhandenen Geschütze entfernt. Als Antrieb erhielt das Schiff zwei aus U-Booten stammende Motoren mit jeweils 550 PS. Bis 1930 wurde die Frithjof als Frachtschiff eingesetzt und schließlich in Danzig abgewrackt.
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Liebe Interessierte,

      es tut mir leid, dass ich bisher nicht den Baubericht fortsetzen konnte. Probleme mit meinem Browser hatten dazu geführt, dass ich nicht mehr in der Lage war, hier im Forum Bilder hochzuladen. Eine Antwort war in den letzten Tagen auch nicht mehr möglich, weil ich immer wieder nach Drücken des Buttons Antworten automatisch abgemeldet wurde. Ich habe jetzt die neueste Firefox-Version installiert, was offensichtlich erfolgreich war.

      Der Bau ist schon weit fortgeschritten. Mittlerweile bin ich bereits bei Teil 140 angelangt. Ich werden mich in Kürze mit weiteren Baufortschritten zurückmelden. Ich hatte auch schon Fotos und einen Text vorbereitet.

      Viele Grüße
      Anselm
    • Liebe Kartonmodellbauer,

      nach längerer Abstinenz aufgrund der oben beschriebenen Probleme möchte ich gerne über meine Baufortschritte berichten. Und davon hat es einige gegeben.

      Nach dem problemlosen Aufsetzen des Panzerdecks stand das Anbringen der Bordwände auf dem Programm. Was das bedeutet, ist ja jedem von der wässrigen Fraktion klar. Zunächst waren unzählige Bullaugen mit meinem Punchset auszustanzen, was nicht nur sehr schnell ging, sondern auch Spaß gemacht hat. Danach habe ich alle Bullaugen mit Folie hinterklebt. Leider sitzen teilweise die Klebelaschen der Grundplatte direkt dahinter, die dann entsprechend zu kürzen sind. Bullaugen bei Kriegsschiffen gab es wohl auch nur zu Kaisers Zeiten... Auch die Verkleidungen der 15cm-Geschütze waren vorzubereiten. Bei den Luken für die Scheinwerfer habe ich drei geöffnet und einen geschlossen dargestellt.

      Bei der Anbringung der vier Bordwände habe ich mich behutsam vom Bug zum Heck auf der Steuerbordseite und backbords vom Heck zum Bug zurückgearbeitet. Da sich die Bordwände auf zwei Ebenen teilen, sollte man hier sehr vorsichtig verfahren. Mit der Passgenauigkeit war ich außerordentlich zufrieden. Am Bug gab es vielleicht einen Überstand von weniger als einem Zehntel Millimeter. Da habe ich bei meinem vorherigen Schiffsmodell ganz andere Erfahrungen gemacht. Im Nachhinein wäre es wohl aber sinnvoller gewesen, am äußerst formschönen Bug zu starten, um diesen leichten Versatz zu vermeiden. Dennoch ist der Bug ein echter Hingucker und das erste Highlight dieses eleganten Schiffs.Insgesamt ergibt sich ein erstaunlich stabiler und kompakter Rumpf, obwohl kein Teil zu verdoppeln war. Damit war die erste große Hürde gemeistert und eine gewisse Erleichterung machte sich breit.

      Weiter ging es mit den vier 15cm-Geschützen auf dem Hauptdeck. Deren Drehmechanismus mit den Papierscheiben hat mich nicht überzeugt und ich habe infolgedessen darauf verzichtet. Nicht so dolle war die Passgenauigkeit bei den Nestern. Insbesondere die sphärischen Zweiecke (Zwickel) passten nicht besonders gut. Das geht aber sicherlich zum Teil auch auf meine Rechnung.

      Danach waren zwei 10cm-Kanonen unterhalb der Brücke zu montieren und schließlich das Brückendeck und die Brücke. Auch hier kann ich wieder nur über hervorragende Passgenauigkeit berichten. Die unteren Bullaugen habe ich mit Transparentpapier hinterlegt, da auch hier die Klebelaschen der dahinterliegenden Wände 32 und 32a diese wieder abdecken. Das Ausstechen der Fenster und die Verglasung der Brückenfront war dann wieder eine aufwändige Angelegenheit. Es verbleichen dann zwei nur hauchdünne Rahmen, die auch noch zu verdoppeln sind. Aber auch hier erwies sich der handgezeichnete Bogen wieder als sehr passgenau. Die handgezeichnete Anleitung von Peter Hansen ließ ebenfalls keine Fragen offen. Da hat wohl das ein oder andere Glas Rotwein nicht geschadet.

      Fortsetzung folgt in Kürze

      Anselm








    • Liebe Kartonmodellbauer,


      Vielen Dank für die vielen Likes! Ich empfinde das Interesse, das dadurch meinem Bericht zuteil wird, als außerordentlich ermunternd und motivierend.


      Leider habe ich von den nächsten Bauabschnitten nur wenige Fotos gemacht. Ich werde deshalb die einzelnen Sektionen zeigen und einige Bemerkungen zu meinen Erfahrungen machen. Die etwas grob gezeichneten Anleitungsskizzen geben manchmal Rätsel auf, aber das meiste ergibt sich dann von selbst.


      Zunächst einige Bilder zum Frontaufbau und Erläuterungen zu Auffälligkeiten für meine Nachfolger.

      • Teil 80 passt nicht auf die Markierung von Teil 42, die etwas zu klein geraten ist. Umgekehrt wäre es schlimmer.
      • Die Teile 82 und 83 kann man wohl vereinfacht (82f oder 83d) oder alternativ detailliert (82-82e bzw. 83-83c) bauen. Ich habe mich für letzteres entschieden, obwohl vom Ruder im unteren Steuerstand nach dem Einbau nichts mehr zu sehen ist (Bild 1). Auf dem Brückendeck kann man das Ruder des oberen Steuerstands in dem nach achtern offenen Brückenhaus aber sehen.
      • Bei den Teilen 85 mit den filigranen Rundbögen ist sehr genaues Ausschneiden angesagt. Die Arbeit lohnt sich aber allemal, denn sie gibt optisch echt was her. Steuerbord (85d-e) und Backbord (85b-c) sind bei der Bezeichnung übrigens vertauscht.

      Beim Mast habe ich erstmal nur den Fuß (Teil 91) montiert, da ich befürchtet habe, ihn bei den weiteren Operationen abzureißen. Ihr könnt dann sozusagen wieder live dabei sein, wenn ihn demnächst baue. Volkmars Bericht entnehme ich, dass es sich um eine schwierigere Baugruppe handelt. Auch das ein Grund, diesen Bauabschnitt erst einmal aufzuschieben...

      Das Brückendeck setzt sich achtern über einen Laufsteg zu einer Art Kompassdeck/mast (Teil 106) fort. Den Mast habe ich mit Hilfe einer eingebauten Stecknadel ins Hauptdeckel eingelassen.

      Weitere Bilder folgen in Bälde

      Anselm



    • Weiter geht’s mit vielen, vielen Kleinteilen auf dem Arbeitsdeck. Im Einzelnen kann ich gar nicht alles erläutern. Ich lasse deshalb vor allem Bilder sprechen. Zu den Kleinteilen gehörten 10 Schnellfeuerkanonen 8,8cm (davon zwei auf dem Brückendeck) und 8 Maschinenkanonen. Von diesen werden noch zwei auf den beiden Gefechtsmästen anzubringen sein. Die Schnellfeuerkanonen haben mir viel Spaß gemacht, während die Maschinenkanonen größenmäßig an der Grenze des von mir Machbaren waren.

      Die Ätzteile habe ich nicht alle verwandt. Relings und Handräder sind natürlich ein Muss, aber in anderen Fällen habe ich häufig aus dem Bogen gebaut. Insgesamt machten die Aufbauten und die Ausrüstung des Decks viel Freude, auch wenn nicht alles so gelungen ist, wie es mir erträumt hatte. Die Passgenauigkeit war überwiegend sehr gut. Dem Druck von 1996 merkt man manchmal an, dass sich in fast 25 Jahren vieles weiterentwickelt hat.

      Und jetzt seht selbst, was das für ein Gewimmel ist...





    • Es folgen die Aufbauten auf der Schanz und dem Backdeck. Das achtere 21cm-Geschütz fehlt noch. Bei dem vorderen Geschütz habe ich wie bei allen anderen Schnellfeuerkanonen auf die Drehbarkeit verzichtet, da mich der Mechanismus nicht überzeugt hat. Den Bildern kann man aber bei genauem Betrachten entnehmen, dass das Geschützrohr wenigstens in der Höhe verstellbar gebaut ist. Wie die Ankeranlage bei den Teilen 139 und 140 zu bauen ist, kann man den Skizzen nicht entnehmen. Der Rotwein wird wohl schuld sein. Ich habe mich an einem Foto auf der HMV-Seite orientiert.

      Mit dem Backdeck bin ich ausnahmsweise recht zufrieden.





    • Zu guter Letzt noch ein paar weitere Ansichten. Man sieht ein waffenstarrendes Kriegsschiff, das allerdings nie zu einem echten Kampfeinsatz kam. Über die Sinnhaftigkeit der (weißen) Maschinenkanonen kann man sich streiten, angesichts der vielen Schnellfeuerkanonen mit wesentlich größeren Kalibern. Sie wurden auch nach dem Umbau der Victoria Louise entfernt.

      Jetzt bin ich erstmal froh, euch auf den laufenden Stand gebracht zu haben und werde mich sehr bald mit neuen Baufortschritten zurückmelden. (Dem neuen Browser sei Dank)

      Viele Grüße
      Anselm





    • Lieber Kurt,

      das Whaledeck am Bug wird dann wahrscheinlich die Nagelprobe, ob ich am Bug sauber gearbeitet habe. Das hat noch etwas Zeit. Zuerst kommen die Masten und die drei Schornsteine.

      Lieber Klaus,

      so ist es. Neben den Schornsteinen kommen ja auch noch Laufstege sowie jede Menge Rettungsboote und deren Davits auf das Hauptdeck. So einen freien Blick über diesen Detaildschungel wird man dann nicht mehr haben.

      Viele Grüße
      Anselm