Die Nachtwache - Rembrandt van Rijn / Reichsmuseum Amsterdam

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    • Die Nachtwache - Rembrandt van Rijn / Reichsmuseum Amsterdam

      Nach der Ankündigung der "Frühlingsbastelei" habe ich lange nachgedacht ob ich auch etwas "figürliches" beitragen könnte, aber die richtige Idee kam mir nicht.
      Viele der Motive die in Frage kommen wurden im Forum bereits vorgestellt, gebastelt und präsentiert. Auch fehlt mir etwas die Erfahrung und der Überblick, wo und wie ich auf einen interessanten Bogen stoßen könnte ...... kratz1 ...... da fiel mir die Nachtwache wieder ein.
      Der Bogen wurde im Dezember 2019 hier vorgestellt und ich hatte ihn mir anschließen gleich beim Reichsmuseum in Amsterdam bestellt. Mich reizte der Gedanke daraus ein "3-D-Bild" mit Rahmen und nächtlicher LED-Beleuchtung zu machen.
      Die Pappwache besteht immerhin aus 14 Menschen und einem Hund, in sofern passt sie "in den Rahmen" und ich würde sie gern hier einbringen.
      Das Gesamtkunstwerk besteht aus einem Umschlag aus festem Karton (500g ?) der auf der Innenseite die Teile für die "Bühne" enthält. Bogen und Säulen des Hintergrundes wurden 1638 für den Empfang von Maria di Medici, Königin Mutter von Frankreich, errichtet.



      In dem Umschlag finden sich 7 Bögen 23,5 cm x 16,5 cm , ca. 200g, mit jeweils Teilen für zwei Figuren und ein Bogen mit einer kurzen Bauanleitung. Die Figuren sind recht einfach und schematisch dargestellt, ich hoffe aber das mit entsprechender Umgebung und Ausleuchtung ein nettes "Bild" entsteht.
      Rembrandt hat drei Jahre für die Fertigstellung des Gemäldes benötigt, ich hoffe ich werde etwas schneller, also bis zum 3.Mai, fertig. schwitz1 Die derzeitige Quarantäne-Situation erzeugt bei mir nicht mehr Freizeit, eher weniger, da ich ja gut 40 Stunden pro Woche in der Apotheke stehe und im Moment mangelt es nicht an Arbeit.

      Ich freue mich schon auf die Schnippelei und hoffe einige interessante Bilder zum Event beitragen zu können foto1

      viele Grüße
      Markus
    • Ich habe gleich angefangen und wie es bei einem derartigen Bogen wohl oft vorkommt - die Herausforderung etwas unterschätzt ! verlegen1

      Der Bau der "Bühne" gestaltet sich etwas tricky, die Anleitung ist etwas karg und besonders die Knicke und Schnitte für die Stufen muß man sich erstmal in Ruhe selbst herleiten. Der Karton des Umschlages aus dem die Bühne gebaut wird ist bretthart und leider läuft eine gefalzte Kante genau über die zweite Stufe.
      Es darf also etwas tiefer geritzt werden um die Knicke ohne große Gewaltanwendung sauber hinzubekommen. Zum Unterfüttern der Stufen empfehlen sich 1cm starke Holzleisten die mit der Bühne auf einer weiteren, starken Pappgrundlage wohl ein sehr (form-)stabiles Gebilde ergeben.
      Säulen, Fenster und den Sims mit den angelehnten Lanzen habe ich nochmal ausgedruckt und auf Graupappe geklebt, ich hoffe dadurch wie die Kulisse etwas plastischer.



      Erster Akteur ist der Sergeant Reijnier Engelen, die Lebensdaten sind auf dem Bogen angegeben und auf Wikipedia kann man jede einzelne Figur im Originalgemälde wiederfinden. Der Sergeant hockt später auf einem Block in der linken Bildhälte. Die Figur ist ohne Probleme zu bauen, das recht starke Papier erfordert aber auch eine etwas robustere Behandlung, mit feuchtem Finger und rollen auf weichem Untergrund ist da fast keine Rundung rein zu bekommen.




      Ich habe jetzt schon beim Bau ein stetiges Grinsen im Gesicht, die ganze Szene dürfte eine sehr humorige Angelegenheit werden.

      Viele Grüße
      Markus
    • Hallo Markus,
      das du beim basteln das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommst kann ich gut verstehen. Es ist aber auch ein wirklich witziger Bogen.
      Die Erfahrung das gerade vermeintlich einfache Bögen dann doch nicht so einfach sind habe ich auch schon gemacht. Oft ist es aber auch die Tatsache das wir meist kompliziertes Zeug bauen und dann bei einem einfachen Bogen vollkommen Überfordert sind, da wir irgendwie alles verbessern, supern, umbauen wollen. Ist zumindest bei mir so.

      viel Spaß weiterhin bei deiner Nachtwache, ich hab ihn.... daumen1

      Lg. Thomas
    • Hallo Markus,
      ich finde die Idee des Museums recht witzig, aus dem bekanntesten Bild des Hauses einen Baubogen zu machen. Der Bau des Bogens führt sicher zu einer intensiven Befassung mit dem Original, einfach eine geniale Idee.
      Ich glaube Eef hat den Bogen schon einmal verbaut. Auf jeden Fall habe ich ein fertig gebautes Modell gesehen und kann Dir sagen, daß Du Dich auf ein nettes Modell fruen kannst.
      Ich wünsche Dir viel Spaß.
      Übrigens, das gegenübeliegende Stedelijk Museum könnte mit seinen Mondrians ein solche Projekt wohl kaum attraktiv gestalten. happy1
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn alles gleich gültig ist, wird alles gleichgültig.
      (Ralf Dahrendorf)
    • Hallo Markus,

      da hast Du Dir ein schönes Projekt für das Frühlingsevent ausgesucht. Das Modell der Nachtwache ist ja recht lustig gestaltet.
      Ich finde es überhaupt recht reizvoll, wenn eine Szene in einem Gemälde aus dem Rahmen geholt wird und dreidimensional dargestellt wird.
      Deshalb freue ich mich schon auf Deine weiteren Fortschritte.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

      Meine gebauten Kartonmodelle ausguck2
    • Die Proben für die große Aufführung gehen weiter, die Bühne ist bereitet.
      Vorhang aus nachtblauem Tuch, die erste Stellprobe der inzwischen eingetroffenen Mitspieler findet aber bei schönstem Sonnenschein statt.
      Von links:
      - Sergeant Reijnier Engelen
      - Musketier Jan van der Heede
      - Pikenier Jan Ockersen
      - Sergeant Rombout Kemp



      Die Kostüme sind sehr vielseitig und oft farbenfroh, die Mode dieser Epoche vereinigt viele Stilrichtungen.
      Wenn ich mal den Aufbau einer Figur detailliert darstellen soll, meldet Euch.
      Sobald neue Akteure eintreffen gibt es ein neuer Gruppenbild,

      bis dahin viele Grüße, bleibt daheim und gesund
      Markus
    • Dann stelle ich mal eine Figur genauer vor, ganz schaffe ich es heute nicht mehr, der Rest folgt morgen.
      Ich habe den Chef vons Ganze ausgewählt, Hauptmann Frans Banninck Cocq. Eine historische Figur, wie alle anderen auch, deren Name, Rang, Lebensdaten und die tatsächliche zeitgenössischen Wohnanschrift auf dem kleinen Bogen (12x16,5cm) angegeben wird.
      Name, Rang und Lebensdaten finden sich auch noch einmal auf dem "Boden" des Körpers und somit ist jede Figur auch nachträglich zu bestimmen.
      Frans B. Cocq war der Hauptmann und Chef der auf der "Nachtwache" dargestellten Schützenkompanie und drängelt sich auf dem Bild und auch auf dem kleinen Diorama in den Vordergrund. Auf Wikipedia kann man seine interessante Vita nachlesen
      de.wikipedia.org/wiki/Frans_Banninck_Cocq
      also eine durchaus bedeutende Person der niederländischen Geschichte. les 2
      Der Bogen ist auf einem recht starken, etwas rauhen Papier gedruckt, ich schätze über 200g. Beim Ritzen und Runden braucht man also nicht zu zimperlich zu sein, auch die prominent vorstehenden Kanten sollten satt eingefärbt werden. Ich habe die Aquarell-Tintenstifte in Hell- und Dunkelgrau bei allen Figuren verwendet.



      Der Bau und die Zuordnung der Teile ist eigentlich selbsterklärend, bei der Ausrichtung der "Röhrenbeine" geben die kleinen Pfeile auf Schuhen und "Bodenplatte" jeweils die Position der Röhrennaht an. les 3
      Der Bogen ist auch mit einem Rückseitendruck für Arme, Hutkrempe und Accessoires (Waffen usw.) versehen, allerdings wie so oft mit einem deutlichen Versatz. Spielt aber keine Rolle da man davon später fast nichts sieht.
      So, wie man sieht sind alle Teile ausgeschnitten, geritzt und die Kanten sind inzwischen auch eingefärbt. Morgen geht es dann mit dem nicht sehr anspruchsvollen Zusammenbau weiter. Aber das ist auch mal ganz entspannend ....... happy 2
      Viele Grüße und - bleibt gesund
      Markus
    • Hallo Hajo,

      vielen Dank für den Tip, ich habe mich aber nun ganz pragmatisch mit den "dicken Brettern" abgefunden und auch etwas angefreundet.
      Nach der Fertigstellung geben sie einigen Teilen, besonders den Lanzen, Hellebarden und Musketen, eine ordentliche Stabilität.

      Weiter mit Hauptmann Cocq.
      Die Körper-"Tonne" und die Bein-"Röhren" werden mit sanfter Gewalt gerundet, walzen mit einem Rundholz auf dem Oberschenkel ist eine probate Methode. Verklebt, fixiert, trocknen lassen. Laschen am Körperboden nach innen knicken, auch die für die Bein-"Röhren", Laschen für den Hutdeckel abknicken, Kanten färben, Kanten färben und nochmal Kanten färben.



      Dann die Teile in den offensichtlichen Positionen einkleben, trocknen lassen. Fertig.
      Die Position der Arme ist bei dieser Figur nicht ganz eindeutig da die vorgesehenen Pfeilmarkierungen auf dem Körper fehlen, ein kurzer Blick auf das Original hilft da aber weiter. foto1

      (Quelle: Rijksmuseum Amsterdam)

      Die Ähnlichkeit ist vorhanden, aber nicht für jeden auf den ersten Blick zu erkennen. "Rembrandt goes Playmobil" könnte man sagen. Alle Figuren der Gruppe werden nach diesem Schema gefertigt, Varianten ergeben sich nur bei der Stellung der Arme mit den diversen Waffen.
      Macht immer noch Spaß ........ happy 2 .......... auch wenn die Herren auf dem Bild nicht den heute geforderten Mindestabstand einhalten. Hochrisikogruppe. les 3
      Bald geht es mit den nächsten Darstellern weiter,
      viele Grüße
      Markus
    • Nach den heutigen Arbeiten ein kurzer Zwischenbericht.
      Ich habe einen alten Bilderrahmen ( wohl aus den schlechten 20er Jahren, üble Qualität, ein echter Renaissance-Rahmen ist aber schwer zu bekommen und seeehr teuer) farblich etwas aufgepeppt und die Teile für den Bühnenkasten gebaut. Natürlich kommt eine Scheibe davor und das Szenario soll ja von vorn-oben mit einer warmweißen LED beleuchtet werden.



      7 Figuren sind fertig, 6 weitere und das Meisje kommen noch. Der Hund ( eher Kojote ) ist sehr einfach umgesetzt.
      Macht einfach einen Riesenspaß und ich freue mich auch an dem bisherigen Fortschritt.
      In den nächsten Tagen geht es weiter,

      viele Grüße und bleibt gesund
      Markus