Die Geschichte von der etwas anderen Altstadt

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    • Die Geschichte von der etwas anderen Altstadt

      Die Geschichte von der etwas anderen Altstadt

      Prolog


      Es begab sich zu einer Zeit, die von den meisten Menschen dieser Welt "Weihnachten" genannt wird, als eine Weihnachtsfrau sich entschloss, mir einige Bastelbögen zu schenken. Darunter befanden sich auch diese drei Bögen:





      Ein Blick auf den Schwierigkeitsgrad ließ die anfängliche Euphorie zuerst etwas schwinden. Angegeben mit Schwierigkeitsgrad 1 stellte ich fest, dass es sich allenfalls um Schwierigkeitsgrad 0 handelt, es sei denn, man schneidet die Fenster aus und baut sie zurückversetzt ein. Die Häuser bestehen in der Hauptsache jeweils aus nur 3 Teilen: einem Bodenquadrat, einer Frontseite einschl. einer halben Dachfläche und einem Bauteil, das aus den beiden Seitenwänden und der Rückwand einschl. der zweiten Dachhälfte besteht. Also eigentlich Modelle "für zwischendurch". Wer mich schon einigermaßen hier kennengelernt hat, vermutet richtig. Aus diesen Bögen lässt sich ein Großprojekt machen und wenn man bedenkt, dass ich schon seit über drei Monaten "auf der Baustelle" bin und gerade das dritte von acht Häusern baue, der dürfte schon ganz gespannt sein, was ich da ausgeheckt habe.

      Ich hoffe, dass euch dieses Projekt nicht zu primitiv ist und der eine oder andere es vielleicht doch etwas unterhaltsam findet.

      Viele Grüße
      hj


    • Servus hj ,

      diese Bögen , von denen es inzwischen schon acht Stück gibt , habe ich auch schon im Auge , da lässt sich einiges daraus machen .

      Ich denke da kann man bis zum Exzess Supern hüpf1
      Bin schon gespannt darauf was Du daraus machst , also dann viel Vergnügen !!

      Mit freundlichen Grüßen
      Kurt
    • Hallo Kurt,

      ja, es gibt mittlerweile acht Bögen, allerdings wäre ich von selbst nicht auf die Idee gekommen, mit diesen Bögen etwas anfangen zu können. Da ich aus Platzgründen darauf angewiesen bin, dass ein Modell schon einige Wochen in Anspruch nimmt und nicht gleich nach zwei Tagen schon fertig ist, gehören solche Modelle eigentlich nicht in mein Beuteschema. Ich habe auch nicht vor @schreinerrainer1 Konkurrenz zu machen, da dessen Dioramen fast unschlagbar sind und ich immer wieder bewundere, wie er so viel Leben in seine Modelle einhaucht.

      Aber nun: Vorhang auf. Lasset das Spiel beginnen.
    • 1. Kapitel
      Der Plan


      Ich habe die Bögen lange Zeit betrachtet, ausgepackt, wieder betrachtet und überlegt, mit welchem der Häuser ich denn mal so beginnen könnte. Insbesondere, dass Rückseite und Seitenwände nur aus einem einzigen Bauteil bestehen und alles so einfach konstruiert ist, hat mir die Auswahl nicht leicht gemacht.

      ---

      Kleines Intermezzo: Man sagt, dass Linkshänder besonders kreative Menschen seien. Da ich nur zu 95 % Linkshänder bin, zeigt sich das bei mir so, dass ich nicht durchgängig kreativ bin, sondern immer mal wieder kreative "Anfälle" bekomme und dann von Einfällen und Ideen regelrecht überflutet werde.

      ---

      Während ich also nachdenklich die Bögen betrachtete, fiel mir erst der Titel dieser Serie auf "Wir bauen eine Altstadt". In diesem Moment erkannte ich, dass es Unsinn ist 8 einzelne Häuser zu bauen, sondern mir zu Nutze zu machen, dass alle Häuser im selben Maßstab (1:87) sind und eigentlich nur als Ensemble wirken.

      In diesem Moment schrien mich die Fensterscheiben an: "Schneid uns aus, schneid uns aus!" und die Fenster riefen: "Erleuchte uns, erleuchte uns!" und in diesem Moment bekam ich einen der oben beschriebenen Anfälle und dachte: 'Warum nicht ein Diorama aus 8 Häusern zu bauen und die Gebäude zu beleuchten?' Dass es dabei nicht geblieben ist, wird dieser Baubericht zeigen und ihr werdet erkennen, dass nicht immer die äußere Fassade ausschlaggebend ist, sondern manche Dinge erst durch innere Werte zu dem werden, was sie sind.

      Beleuchtung heißt für mich wie beim Limburger Dom
      eine "Unterkellerung" für die elektrische Versorgung und damit fängt dieser Bau auch an.
    • 2. Kapitel
      Die Basis

      Ich habe, wie beim Dom, auf die grauen Hartschaumplatten zurückgegriffen, da sie mittels Uhu Kraftkleber und einer Portion Heißkleber eine gute Unterlage bieten, auf der der Häuserblock stehen kann. Im "Untergrund" lassen sich prima die Kabel verlegen und ich überlege noch, ob ich, wie beim Dom, eine 9V-Batterie als Stromversorgung benutze oder doch lieber ein 12V Netzteil verwende. Die von mir benutzten LED's funktionieren zwar mit Spannung zwischen 5 und 24 Volt, aber die Entscheidung für 12 Volt hat noch einen anderen Hintergrund (dazu aber viel später).

      Zur Konstruktion der Basis ist nicht viel zu erläutern. Die Höhe ist die selbe wie beim Limburger Dom (schade dass der Maßstab des Domes mit 1:200 so gar nicht zu diesen Gebäuden passt) nur von entsprechender Größe, um alle Gebäude unterzubringen. Also hier mal die Bilder:







      Im Gegensatz zum Dom musste ich hier in der Mitte der Basis noch einen "I-Träger" einsetzen, damit durch das Gewicht der Häuser die Grundplatte, auf der die Häuser montiert werden, nicht "ins Schwingen" kommt. Die Grundplatte wird, wie beim Dom, wieder nur lose aufgelegt, so dass die Elektrik immer zugänglich bleibt



      Hier die fertige "Kiste", noch ohne die Kabeldurchführungen, da ich erst beim Bau eines jeden Hauses feststellen kann, wo ich die Kabel nach außen führe. Es ist auch schon ein Grundriss der Häuser aufgezeichnet und bereits nummeriert. Wer die Abbildungen der Bogen (siehe oben) anschaut, kann so auch jetzt schon feststellen, an welcher Stelle welches Gebäude platziert wird. Man beachte in der Mitte einen offenen Raum zwischen den Häusern. Das Gebäude 3.2 hat eine Hintertür und im Gebäude 5C befindet sich ein Durchgang, durch den das Gebäude 3.2 durch die Hintertür erreichbar sein wird.
    • hj und sein Team sind wieder unterwegs, da bin ich dabei!
      Klingt sehr spannend bisher, ich denke, da ist Superungspotential bis zum Erbrechen drinnn!
      Dann hau mal rein, ich bin gespannt!

      Beste Grüsse
      Peter
      Meine grösste Angst: Dass ich irgendwann erwachsen werde... happy 2

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • 2. Kapitel
      Fortsetzung

      Nachfolgend noch ein Foto der Basis mit aufgelegten Grundrissen der Häuser, auf denen jeweils die Eingangstüren eingezeichnet sind.



      Hier wird deutlich, dass es in diesem Baukomplex verschieden aufwändige Häuser gibt. Haus 2B und 2C sind Eckhäuser, bei denen zwei Seiten der Gebäude sichtbar sind, während die anderen beiden Seiten an die Nachbargebäude angrenzen.

      Haus 3.1 ist ein Innengebäude, bei dem nur eine einzige Hausseite sichtbar ist (und mit dem ich auch im nächsten Kapitel beginnen werde).

      Hau 3.2 ist von drei Seiten einsehbar und stellt eine besondere Schwierigkeit dar, die ich im übernächsten Kapitel vorstellen werde.

      Haus 2A ist eigentlich auch ein Innengebäude, allerdings wird eine der beiden Seitenwände nicht ganz verdeckt, da Gebäude 5C kleiner ist, als Gebäude 2A und zur Bildung des Innenhofes zum Gehweg hin vorspringt.

      Haus 5B ist höher als Haus 5C, deshalb ragt eine Seitenwand über Gebäude 5C hinaus und die Rückseite des Gebäudes ist auch vom Innenhof aus sichtbar. Haus 5C besitzt einen Durchgang, den ich auf dem Grundriss ebenfalls eingezeichnet habe und der den Zugang zur Hintertür von Haus 3.2 ermöglichen wird.

      Haus 5A, das größte der Gebäude, hat dreieinhalb sichtbare Wände, schließt den Innenhof zur Seite ab und lässt nur einen schmalen Durchgang zu Haus 3.2 frei.

      Die Nummerierung der Gebäude bezieht sich auf die Nummern der Baubögen, von denen es inzwischen acht gibt und da ich die Nummern 2, 3 und 5 besitze, habe ich danach nummeriert (siehe oben, die ersten drei Fotos des Bauberichtes).

    • arbeit2 "Tach auch. Kennt'er mich noch? Icke bin Schraubi, aus'm Bauteam vonne Buarch Benzin oder wie det alte Jemäuer jeheissen hat und bevor unser Cheffe hier weiter labert, wollte icke mal eben kurz Petzen kommen. Also er hat itze wieder'n neuen Handwerker einjestellt, unsern Elli. Der is'n bischen komisch, weil der immer sagt, er wäre Hel(l)ene, dabei weeß ick janz jenau, dat er Dimitrios Elektridis heeßt und bestimmt keene Hel(l)ene is. Der macht bei uns itze in Stromversorjung un kann nur Kabel lehjen un is immer mitte Lötpistole bewaffnet. Mann, wat tut dat immer qualmen, wenner't Lötzinn auffe Drähte schmiert...

      Au, ick hör' wat. Da mach ick mer mal lieber wieder dünne. Wenn's die Jelejenheet zulässt, lass ick mer mal wieder blicken. Und bitte nix dem Cheffe veraten, dat ick hier war, sons muss ick zur Strafe Blumen pflanzen oder solche Scheußlichkeeten. Tschöööhööö."
    • 3. Kapitel
      Das erste Haus oder Wie aus einem Antiquitätenladen eine Boutique wurde

      Da das erste Haus ein Innenhaus ist, wird im Häuserblock nur die Vorderfront sichtbar sein. Das bedeutet, das ich auch nur an einer Seite die Fenster ausschneiden muss.



      Das Schaufenster des Antiquitätenladens muss auch noch raus. Es gibt bei diesem Gebäude die Möglichkeit, verschiedene Häuserfronten zu verbauen: einen Antiquitätenladen, eine Boutique oder einen Metzger. Fleisch kommt für mich nicht in Frage und warum meine Wahl auf die Boutique gefallen ist, wird sich im Verlauf dieses Bauberichtes zeigen.

      Als Nächstes kommt wieder die Pappverstärkung (Massivbauweise), die außerdem bei diesen Modellen auch dafür zu sorgen hat, dass das Licht nicht durch die Wände scheint.



      Es gibt zwei Eingangstüren, eine schmale zum Ladengeschäft und eine zurückgebaute Zweiflügeltür zum restlichen Gebäude.



      Nach Verleimen und Kantenfärben sieht die Frontseite dann so aus:





      Die Schaufensterscheibe ist auch schon drin, allerdings bin ich beim ersten Haus mit der Materialauswahl für die Scheiben nicht so zufrieden gewesen. Ich hatte versucht, aus Klarsichtfolien die Scheiben zu machen, aber die Durchsichtigkeit dieses Materials ist nicht wirklich so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Also habe ich mir Overhead-Folie besorgt, die ab dem zweiten Haus dann zur Anwendung kommt.

    • Hallo hj (nebst Team),

      das lässt sich schon wieder sehr gut an. Bei dem was Du Dir vorgenommen hast, verspricht es auch spannend zu bleiben (unterhaltam sowieso).

      Du hast jetzt aber nicht im Lotto gewonnen (es wäre Dir vergönnt) und Du eröffnest jetzt eine Herrenboutiqe? zwinker2

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

      Meine gebauten Kartonmodelle ausguck2
    • 3. Kapitel
      Teil 2

      Beim ersten Gebäude habe ich noch versucht, erst die Fenster aus dem Gebäude und danach die Scheiben aus den Fensterrahmen zu schneiden.



      Im weiteren Verlauf habe ich dann gemerkt, dass es viel leichter ist, zuerst die Fensterscheiben herauszuschneiden und danach den Fensterrahmen im Ganzen aus der Wand zu nehmen, Dadurch ist die Gefahr geringer, dass die schmalen Fensterkreuze einreißen.


      Beim ersten Haus habe ich dann auch noch unnötigerweise die Wände mit Graupappe hinterklebt, um Lichtdurchfall auszuschließen. Allerdings hätte ich mir diese Arbeit ersparen können, da die Wände sowieso mit 2 mm Finnpappe verstärkt sind und dies allein schon verhindert, dass das Licht sich "verirrt".







      Bevor es weitergeht, benötige ich jetzt erstmal die Bodenplatte. Und hier kann man dann sehen, wie sehr man im Schreiber-Verlag Wert auf Papiersparen legt. Da hat man doch wirklich den "Bauplan" für das Gebäude in die Bodenplatte gedruckt und wenn ich die Bodenverstärkung aufklebe, ist die Anleitung "weg". Wie gut, dass es bei der Einfachheit dieser Gebäude nicht wirklich einer Anleitung bedarf. Die Bodenplattenverstärkung hat allerdings eines Ausschnittes bedurft, da zusätzlich zum Bauplan auch noch die Bodenfliesen im Eingangsbereich aufgedruckt waren. Und wenn man schon mal beim Ausschneiden ist, kann man auch direkt ein Loch für die Verkabelung hineinschnitzen.



      Wie euch vielleicht aufgefallen ist, habe ich mich inzwischen auch entschlossen, das "halbe Dach" von der Seitenwand abzutrennen. Für den Fortgang des Bauvorhabens ist es nämlich inzwischen sehr störend, zumal ich mit eine neue "Klapptechnik" für das Gebäude habe einfallen lassen, die in der Folge noch deutlich wird.

      Was ihr vielleicht auch auf den Fotos gesehen habt ist, dass die Frontseite keine seitlichen Kleberänder hat und die Finnpappe nicht ganz bis zum Rand reicht, sondern ein schmaler Streifen nicht verstärkt wurde. Hier kommt dann folgende Technik zum Einsatz:



      Hochkant an jeder Seite ein Finnpappenstreifen, an den später die beiden Seitenwände einfach angeklebt werden können. Braun eingefärbte Kanten sorgen dann dafür, dass die Eckverbindung nicht sichtbar ist. Der Plan ist, dass nacheinander alle vier Seitenwände durch den "Klappmechanismus" wie ein Kreuz durch die Bodenplatte verbunden sind und zum Schluss einfach hochgeklappt und zusammengeleimt werden können. Aber so weit sind wir noch lange nicht...
    • 3. Kapitel
      Teil 3

      Ich hatte ja bereits weiter oben davon gesprochen, dass es bei diesem Projekt auch um "innere Werte" geht und was liegt näher, als nicht alle verglasten Fenster mit Gardinen abzudecken, sondern auch etwas vom Innenleben sichtbar zu machen. Wir benötigen also im Erdgeschoss einen Innenraum für das Ladenlokal und der besteht aus drei tapezierten Wänden und einem Holzfußbodenbelag.



      Bei dieser Gelegenheit habe ich auch direkt noch eine Tür "ins Lager" vorgesehen. Dieses Lager ist aber nicht einsehbar und deshalb ist die Tür "abgeschlossen". Dann stellen wir mal die Wände auf.





      Und jetzt kommen die Vorteile des Klappmechanismus zum Tragen. Man kommt noch prima an alles heran, ohne sich die Finger verbiegen zu müssen.

      Dann klappen wir das Ganze mal hoch und riskieren einen Blick durch's Schaufenster in den Laden, wo man auch die Tür zum Lager noch erkennen kann.



      Die Hausfront war mir etwas zu "glatt", so dass ich mich entschlossen habe, Simse und Brüstungen zu konstuieren. Etwa so:



      Am Gebäude sieht das dann so aus:



      Und im Profil:



      Hier ist dann auch die Kantenfärbung zur Seitenwand zu erkennen.
    • Hallo hj,

      die "Etwas andere Altstadt" gefällt mir in Deiner Version bisher ausnehmend gut - durch die Verbesserungen wirkt das ganze Gemäuer gleich viel lebendiger! klasse1

      Servus
      hvt
      "Political correctness" ist das Ende des gesunden Menschenverstandes. (Monika Gruber) grins 2
      Tja, wo sie recht hat, da hat sie recht, die "Gruaberin" - aber manchmal steht der Begriff auch einfach nur für Intoleranz!!!!
    • Hallo hi,

      Ich habe mir auch einige Sets der Bögen zugelegt, sie waren als Hintergrund für den Benz-Wagen gedacht.
      Toll was Du daraus machst. Der Mehraufwand lohnt sich allemal. Das sieht alles sehr vielversprechend aus.
      Ich drücke Dir weiterhin die Daumen für ein gutes gelingen, (wobei ich da keine Zweifel habe ) und viel Spaß dabei.

      LG Ralf
      Modellbau ist wie pupsen, ....wenn man es erzwingt wird's Scheiße... sorry1
    • 3. Kapitel
      Teil 4

      Es wird Zeit, das dritte Kapitel fortzusetzen.

      Da es sich um ein "Innengebäude" handelt, brauchte ich die Fenster der Rückseite nicht auszuschneiden, sondern konnte es bei Verstärkung der Wand belassen. Auch hier wieder anstatt einer Klebekante die beiden hochkant eingesetzten Pappstreifen zum Anschluss der Seitenwände.



      Wie schon weiter oben beschrieben, habe ich mich entschlossen, die Dachteile vom Gebäude abzutrennen und separat zu verarbeiten. Deshalb fehlt hier am Rückteil auch das Dach.

      Kommen wir also wieder zur Vorderseite. Bei einem der vier Fenster im Obergeschoss hat mich die Experimentierfreudigkeit gepackt und ich habe versucht, ein Fenster mit einem teilweise geschlossenen Rolladen zu versehen.



      Danach ging es an die Schaufenstergestaltung. Das ursprüngliche Schaufenster hatte ich ja ausgeschnitten und werde es jetzt durch den Einblick in einen Klamottenladen ersetzen. Dazu mussten die Schaufensterpuppen so ausgeschnitten werden, dass an ihnen vorbei noch ein Blick ins Ladengeschäft möglich ist.



      Und hier der Blick von vorn ins (noch unbeleuchtete) Schaufenster.



      Bitte nicht durch's Firmenschild verwirren lassen - das kommt später. Zur Eröffnung des Ladens wird auch dieses ersetzt sein.

      Als Beleuchtung habe ich wieder auf die schon im Limburger Dom benutzten LED's zurückgegriffen. Allerdings musste ich dort stärkere Leuchten benutzen, da die Fenster nicht verglast waren und um das Papier durchscheinen zu können.

      Die hier verwendeten LED's sind nur halb so groß und verfügen nur noch über jeweils zwei LED's und nicht über vier. Die Platzierung im Ladenlokal musste gut überlegt sein, da zum Einen das Schaufenster gut ausgeleuchtet sein sollte und zum Anderen auch noch ein Blick nach hinten in den Laden möglich sein muss. Aus diesem Grund ist die LED so eingebaut, dass eine der beiden Dioden ins Fenster scheint, während die andere hinter dem Fenster liegt.





      Fortsetzung folgt...
    • 3. Kapitel
      Teil 5

      Im nächsten Schritt habe ich die LED verkabelt. Der Versuch, dies im bereits eingebauten Zustand zu versuchen, hat ein paar "Schmorflecken" hinterlassen. Dies ist zwar nicht schlimm, da diese durch den Fußboden im ersten Geschoss verdeckt werden, allerdings habe ich danach die Kabel immer vor dem Einbau verlötet.

      Um das Kabel unsichtbar verlegen zu können, habe ich auf die Decke des Ladens mit Abstand einen Fußboden für die erste Etage gebaut.





      Dadurch, dass die Vorderfront hochgeklappt werden kann, ist der Laden immer noch zugänglich. Und so konnte problemlos noch etwas "Mode" auf die Stange gehängt werden.



      Und weiter geht's mit den Wänden des Raumes der ersten Etage. Da man ja da auch irgendwie hineinkommen muss, habe ich direkt noch eine Tür vorgesehen, Fußboden verlegt und sogar Fußleisten angebracht.





      Vielleicht ist jemand aufgefallen, dass auch die Fenster in der ersten und zweiten Etage inzwischen innen Fensterbänke bekommen haben.

      Dann klappen wir die Vorderseite nochmal hoch und werfen einen Blick auf die bisherige Verkabelung.



      So viel für den Moment und bleibt mir weiter treu.
    • 3. Kapitel
      Teil 6

      Hier hat Dimitrios Elektridis nun seinen zweiten Auftritt. Leuchte ans Kabel und Lampenhalter geschnitzt:



      Lampe von vorn und von hinten



      Die eine der beiden Lötstellen ist nicht ganz so schön, aber der Wackel- und Zugtest wurde bestanden und die Probeverbindung mit der "Elektrizitätsquelle" brachte ein leuchtendes Ergebnis, so dass ich Dimitrios (nachdem er mir zwei Stück davon produziert hatte) erst mal wieder nach Hause schicken konnte. Lampen befestigen kann ich selbst und zwar so:





      Wer sich wundert, warum das Kabel nach oben führt, möge bedenken, dass der direkte Weg nach unten durch den Laden führen würde und mehr als eine Strippe nach draußen möchte. Die Lampen sind an der Frontseite des Gebäudes befestigt und zwar aus zwei Gründen. Erstens sollen sie nicht blenden und so kann man nicht direkt in die LED's schauen und zweitens sollen sie von außen natürlich nicht sichtbar sein.

      Die Beleuchtung für's Obergeschoss wurde auf die gleiche Art befestigt und so laufen beide Anschlusskabel...




      ...auf dem selben Weg nach oben. Von außen fallen die Beleuchtungskörper kaum auf.



      Legen wir probehalber noch die Zwischendecke auf:



      ...und schon sind die Kabel derer drei.

      Was macht man mit durchsichtigen Fenstern? Gardinen und/oder Inneneinrichtung? Mal sehen. Im nächsten Teil...
    • schreinerrainer1 wrote:

      Schau mal in meinen Bauberichten
      Hallo Rainer,

      Deine Bauberichte sind für mich sowieso "Pflichtlektüre". Allerdings bilde ich mir nicht ein, Dir auch nur annähernd das Wasser reichen zu können. Ich versuche auch mit Absicht, meinen eigenen Stil zu entwickeln und das aktuelle Bauprojekt war nun wirklich nicht geplant, sondern hat sich aus der Tatsache entwickelt, dass ich die drei Bausätze zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Aber je länger ich mich damit beschäftige, desto mehr Spaß macht es und desto mehr Ideen bekomme ich bei der Umsetzung.

      @petcarli: Die Verkabelung richtet sich immer danach, in wie weit man in die Gebäude hineinsehen kann und Du wirst Dich im Laufe dieses Projektes noch wundern, wie unterschiedlich die Vorgehensweise ist.

      Gruß
      hj
    • 3. Kapitel
      Teil 7

      Das Thema "Inneneinrichtung" hat mich eher zufällig angesprungen. War auch nicht wirklich geplant, aber alles mit verglasten Fenstern auszustatten und dann mit Gardinen zuzuhängen erschien mir auch nicht gerade zielführend. Es gibt zwar auch eine Menge uneinsehbare Fenster, aber so ab und zu soll es doch etwas "Einblick" geben. Ihr solltest das mit dem Maßstab nicht allzu genau nehmen. Ich habe zwar so einiges umgerechnet, aber das Modell selbst ist auch nicht in allen Teilen maßstabsgerecht. Und wenn die "Einrichtung" etwas zu wenig filigran erscheint, so ist zu bedenken, dass durch die Fenster sowieso nicht alle Details sichtbar sind.

      Die erste Etage besteht im Vorderhaus aus einem einzigen Raum, das Hinterhaus ist ja bei diesem "Innenhaus" nicht einsehbar. Ich habe mich entschlossen, die erste Etage an einen Versicherungsmakler zu vermieten, der den Raum dann mit einem großen Aktenordnerregal, zwei Schreibtischen nebst Stühlen eingerichtet hat.



      Auf dem ersten Foto ist zu erkennen, wie ich die Aktenordner hergestellt habe. Ein schmaler Streifen Finnpappe, auf der einen Seite angepinselt, so dass die Rückenschilder entstehen. Vier verschiedene Farben und dann einfach in Stückchen schneiden und dann in das aus naturfarbiger Finnpappe gezimmerte (nein, nicht geschreinerte) Regal gesetzt. Verschiedene Farben, damit's ein wenig bunt wird und dann ab ins Büro damit.



      Dann mal probehalber die Wand hochgeklappt...



      ...um festzustellen, wie es durch die Fenster wirkt.

      Zwei Schreibtische...



      ...und hinein damit.



      Die Stühle waren erst gar nicht geplant, sah aber komisch aus, Schreibtische ohne Stühle.



      Wenn jetzt einer meckert, dass die Berufsgenossenschaft aber Stühle mit 5 anstatt 4 Rollen vorschreibt: Ja, ich weiss, aber ich hoffe ihr verratet mich nicht.



      So, und wie ihr seht, ist auch die zweite Etage inzwischen bereits tapeziert.

      Fortsetzung folgt...
    • 3. Kapitel
      Teil 8

      Bisheriger Baufortschritt:



      Die zweite Etage wird nicht "vermöbelt" und deshalb mit Gardinen bedeckt



      Das Bild steht auf dem Kopf, deshalb nicht wundern, dass die "Gardinenstange" unten ist zwinker2 .

      Von vorn sieht das Ganze dann so aus:



      Drehen wir's mal um...



      ...und machen einen Testlauf "Beleuchtung":



      Scheint soweit "dicht" zu sein, jedenfalls fällt das Licht nicht dort nach draußen, wo es nichts zu suchen hat. Auch der Rolladen im zweiten Stockwerk hält dicht.

      Dann bringen wir mal die linke Seitenwand an. Sie wird erst unten angeklebt, damit das Gebäude noch aufklappbar bleibt.



      Fortsetzung folgt...

    • 3. Kapitel
      Teil 9

      Jetzt hat Dimitrios Elektridis nochmal einen Auftritt und verlegt die Verkabelung ordentlich.



      Das Gewebeklebeband (welch segensreiche Erfindung) dient als zusätzliche Zugentlastung und sorgt mit dafür, dass die Kabel nicht hin- und herschlackern.

      Ein Kabelbinder tut ein Übriges, die Lüsterklemme ist auf dem Boden festgeklebt und hier sammeln sich die Zuleitungen aller drei Leuchten. Auf der anderen Seite der Lüsterklemme kann später das Anschlußkabel befestigt werden, das zur zentralen Stromversorgung im Keller des Wohnblocks führt.





      Nun wird es Zeit, die rechte Seitenwand und die Rückwand anzukleben, allerdings wieder erstmal nur auf dem Boden. Die Vorderseite des Gebäudes ist jetzt fest angeklebt, so dass nun in den Räumlichkeiten keine Korrekturen mehr möglich sind.



      Nachdem nun auch die linke Seiten- und die Rückwand verleimt sind, bleibt noch ein kurzer Blick von rechts in die Stromverteilung.



      Und nachdem auch die rechte Seitenwand angeklebt ist (auf dem vorigen Foto kann man auch jetzt gut die aus Finnpappe bestehenden "Klebekanten" erkennen), ist das Gebäude ringsum "dicht" und ein Blick von oben hinein gibt dann auch noch einen Blick auf die Verstärkung der Rückwand frei, damit diese schön gerade bleibt.



      Kaum zu glauben, dass die Grundfläche des Gebäudes gerade mal 8,5 x 8,5 cm misst. Auf den Fotos wirkt alles viel größer und Vieles, was auf den Nahaufnahmen noch unsauber aussieht, ist mit bloßem Auge gar nicht mehr zu erkennen.

      Das war's dann für heute. Im nächsten Teil werden wir uns dann mit dem Dach beschäftigen, an dem es auch noch Optimierungsmöglichkeiten gab.

      Bis dahin. Bleibt sauber.


    • 3. Kapitel
      Teil 10

      Es wird höchste Zeit, mit dem ersten Gebäude zu Ende zu kommen, da inzwischen bereits Gebäude 5 die Bauphase erreicht hat. Wenn ich nur nicht so schreibfaul geworden wäre, aber der Tag hat nur 24 Stunden und die Berufstätigen, die das Glück haben, jetzt zu Corona-Zeiten nicht kurzarbeiten zu müssen und darüberhinaus unzählige Interessen haben, würden sich über 36-Stunden-Tage, die allerdings ohne Erhöhung der Arbeitszeit sein müssten, sehr freuen.

      Genug gelabert. In medias res, wie es neudeutsch heisst.

      Die einfachen Gebäude dieser Serie schreien ja förmlich nach Verbesserungen und die Dächer, die allesamt keine Dachüberstände haben, sehen (gelinde gesagt) im wahrsten Sinne abgeschnitten aus. Also müssen zumindest mal Regenrinnen und Fallrohre her, um das Ganze etwas aufzuwerten. Beim ersten Haus habe ich mir zugegebenermaßen viel zu viel Arbeit gemacht und versucht, Dachrinnenhalter zu bauen. Im Nachhinein unnötiger Schnickschnack und in Zukunft wird so ein Aufwand nicht mehr betrieben; es muss einfacher gehen.

      Trotzdem möchte ich euch diese unnötige Arbeit nicht vorenthalten und kann mir eure Schmunzelgesichter sehr gut vorstellen. Recht habt ihr. Man kann auch umständlich...



      Die unliebsamste Erfahrung war, dass Sekundenkleber, den ich zur Verstärkung benutzt habe, sehr dünnflüssig sein kann und ehe man sich's versieht, ist der auf der Haut schon trocken, bevor die Pappe überhaupt richtig eingeschmiert ist... wut1 .
      Was haben meine Handwerkerlein dazu gesagt? Na, was wohl?? -> zunge 2


      Also hier erstmal die befestigten Halter:


      Und hier noch die eingelegte Dachrinne:


      Da das Dach nur aus zwei Hälften besteht, kann ich mir Bilder vom Einbau sparen und gehe sofort zur Dachgaube über.

      Da es verschiedene Hausfronten für dieses Gebäude gibt und das Design der Gaube (Farbe der Steine) nicht zur von mir gewählten Hausfront, sondern nur zur Rückseite des Gebäudes passt, habe ich mich entschlossen, die Gaube dorthin zu montieren. Im Nachhinein eine falsche Entscheidung, wie ihr sehen werdet, wenn das gegenüberliegende Haus darangesetzt ist und die Gaube dann auf der Rückseite einigermaßen besch... aussieht. Aber jammern nützt nichts. Festgeklebt ist festgeklebt.

      Also hier dann die Bilder von der Gaube.







      Da ja nur 10 Bilder pro Beitrag möglich sind, werde ich jetzt noch eine Fortsetzung schreiben...
    • 3. Kapitel
      Teil 11

      Ich habe eben ganz vergessen zu erwähnen, aus welchem Material die Regenrinnen sind. Per Zufall habe ich bei TEDI Stiele für Cake-Pops aus Plastik (ja, ich weiss, artfremd, sorry) gefunden, die also normalerweise ins Gebäck gesteckt werden. Diese sind vom Durchmesser ganz gut passend für den Maßstab 1:87 und außerdem innen hohl. Allerdings sind sie sehr stabil und sehr schwierig zu bearbeiten. Die Ungleichmäßigkeiten sollen dann auch zeigen, dass es sich ja um alte Häuser (Stichwort: Altstadt) handelt und der Zahn der Zeit schon daran genagt hat.

      Die Gaube bekommt auch eine Regenrinne...


      ...und einen Ablauf und zusammen sieht das dann so aus:







      Damit man durch die Fenster nicht die dahinter liegenden Dachziegel sehen kann, habe ich auf Beleuchtung im Dachgeschoss verzichtet und blickdichte Gardinen aufgehängt.

      Die Markise über dem Schaufenster...


      ...war standardmäßig von unten weiß, aber da man daruntersehen kann, kam das nicht in Frage, sondern die zweifarbigen Markisenfelder wurden auch von unten farblich "behandelt".


      Ach ja, auch das Firmenschild des Antiquitätenladens musste noch vom Besitzer der Boutique ersetzt werden, damit keiner auf den Gedanken kommt, dass es sich bei den Kleidern um antiquierte und unmodische Klamotten handeln könnte.

      Zum Abschluss dieses Kapitels noch ein Blick auf die fertige Hausfront, wo man dann auch noch das Fallrohr der Regenrinne erkennen kann.




      Im nächsten Kapitel stelle ich dann das zweite Haus vor, das mir bis jetzt am meisten Spaß gemacht hat und das einige unerwartete Bonbon enthält, die mir so nach und nach eingefallen sind. Bleibt mir gewogen. Dies war erst der Anfang - unser Bauteam steigert sich...

      Gruß
      hj


    • Moin hj,

      bin erst vorhin über diesen BB gestolpert - was soll ich sagen - sagenhaft! laola1
      Habe selber diese Schreiber Reihe im Fundus und davon irgendwann mal zwei Häuser gebaut, aber lange nicht soweit ins Detail perfektioniert, wie Deine hier. Mit Inneneinrichtung, Dachrinnen und Licht - mehr und besser gehts nicht. (Außer, dass die Wasserhähne funktionieren... happy1 )

      Einfach toll gebaut, bzw. erstmal die absolut geniale Idee dazu gehabt. Ich bleibe dran. Viel Spaß weiterhin beim Häuslebau! klasse1

      Liebe Grüße
      Peter