RM Italia skaliert auf 1:250 Heinkel Models

  • Hallo Freunde des Kartonmodellbaus,
    obwohl hier ja schon viele tolle Bauberichte eingestellt worden sind, möchte ich doch auch ein Modell beisteuern, das zu den weniger bekannten gehört.


    Bei den alten Eisenkästen wird oft thematisiert, daß oft eine ganze Flotte von Beibooten an Bord war und der Stolz des Kapitäns waren die Schornsteine.
    Drei Stück mussten es in der Regel schon sein, vier waren natürlich toll und es gab auch Schiffe mit fünf Schloten. Und ein Schiff hatte da eine Sonderstellung, sechs Schlote zierten die Jeanne d'Arc. Diesem Schiff wird in der Regel eine Alleinstellung zugesprochen, doch ist dem nicht so. Die Italiener bauten 1880 ein Schlachtschiff, die RN Italia, die auch mit sechs Schornsteinen protzte.
    Das Modell wurde von Fernando Yuste konstruiert, der ja eine Vorliebe für ausgefallene Schiffe hat. Aus seiner Feder gibt es noch den Affondatore, der wie die Italia bei ecard models zum Download erhältlich ist. Ich hoffe, daß dies der Anfang einer Reihe von Eisenkästen der italienischen Marine sein wird.



    Es gibt ei kurzes Video zu diesem Schiff Video

  • Den Anfang macht, wie immer bei den Konstruktionen nach osteuropäischem Vorbild das Aufziehen der Spanten auf Graupappe. Vorgesehen ist 1mm Finnpappe, doch fällt der Herunterskalierung von 1:200 auf 1:250 wegen meine Wahl auf die etwas dünnere Graupappe.


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    Der König sei der bess're Mann

    Sonst sei der bess're König!

    ( Matthias Claudius)

  • Hallo Kurt,


    ein sehr skurriles und interessantes Schiff hast du dir da ausgesucht. Ich hoffe der Bau dauert nicht so lange wie der des Originals. happy1
    P.S. Mein aktuelles Projekt hast du fast richtig erraten. Schiffsklasse stimmte nur der Name war der falsche . daumen1


    LG- Christian

  • Servus Kurt,


    das Modell ist ja eine sehr interessante Konstruktion.
    Die Asymmetrie der schweren Artillerie und dann noch 6 Schlote. Außergewöhnlich.


    Willkommen im Wettbewerb und viel Spaß beim Bau !




    Grüße


    Jürgen

    Servus aus der Oberpfalz


    "Bass'd scho" (Lokale philosophische Grundregel)

  • Hallo Kurt,


    na das ist doch einmal ein außergewöhnlicher Pott. Ich bin auf deinen Baubericht und deine Erfahrungen sehr gespannt.


    Gruß Axel

  • Hallo Kurt,


    da stimme ich zu - eine interessante Modellwahl! daumen1


    So auf den ersten Blick erinnert der alte Eisenkasten ein wenig an die "Zementfabriken", die Ausfallkorvetten der "Sachsen"-Klasse...


    Wünsche Dir viel Erfolg!


    Servus
    hvt

  • Da schau ich auch mal zu!
    Ein interessantes Schiff - so ganz anders!
    Viel Spass und Erfolg bei Bau! daumen1

    Viele Grüße, Michael


    Der Mensch lernt und leimt - und alles klebt gut!

  • Hallo Kurt,


    eine gewisse Ähnlichkeit mit der "Zementfabrik" deutscher Abstammung ist da durchaus zu erkennen, meine ich.


    Bin gespannt.


    Günter

  • Hallo Christian,
    dann tippe ich mal auf Peresvet.
    Hallo Jürgen,
    Hallo Axel,
    Hallo Michael,
    schön, Euch dabei zu haben.
    Hallo Hagen,
    Hallo Günter,
    das ist richtig, die Schiffe, dieser Epoche sehen oft doch recht ungewöhnlich aus.
    Hallo Wolfgang,
    das stimmt, der Affonadatore entspricht sehr stark Deinem Beuteschema und passte natürlich gut zu der kuk Flotte. Ich hoffe, daß Du ihn doch bei Gelegenheit anschneiden wirst. Glücklich wäre ich, wenn Nando sich Den Duilio vornähme.
    LG
    Kurt

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    ( Matthias Claudius)

  • Damit die Mittelspanten richtig sitzen, richte ich sie mit Hilfe einzelner Querspanten aus.



    Das Modell selbst verteilt sich auf 19 Seiten. Man kann nicht sagen, daß die Teile willkürlich angeordnet sind. Es steckt durchaus Sytem dahinter. Wo noch etwas Platz ist, werden Teile, die in die Leerstelle passen, hereingequetscht. Die Bauanleitung wirkt, wie oft bei Produktionen nach osteuropäischem Muster sehr reichhaltig, doch schon sehr bald merkt man, wieviel Luft dort noch nach oben ist. So muß man bei den Spanten aufpassen, die mit den Aussparungen richtig einzusetzen. Am Ende aber ist das Spantengerüst vollständig. Wenige Spanten auf die Länge, was aber geht, da das Deck auch auf Graukarton aufgezogen wird.



    Mit der Konstruktion des Schiffs wurde 1876 begonnen. Baubeginn war 1880 und 1885 war dann das Prachtstück fertig und natürlich aufgrund der langen Konstruktions- und Bauzeit veraltet.
    Die italienische Marine protzte zu der Zeit gerne mit ihren 43cm Geschützen. Es waren die Schiffsgeschütze mit dem weltgrößten Kaliber. Als Vorderlader hatten sie natürlich eine sehr langsame Feuergeschwindigkeit. Das dicke Kaliber, das auch der Duilio, allerdings in gedeckten Türmen, führte, nutzte den Italienern aber nichts, Durch Gibraltar kamen sie gegen den Willen der Briten nicht hindurch.
    Der Grund dafür, daß dieses Schiff nicht neben der Jeanne d'Arc als Sechsschornsteiner genannt wird, ist möglicherweise, daß das Schiff kurz nach der Jahrhundertwende umgebaut wurde und nur vier seiner sechs Schlote behielt.

  • Hallo Peter,
    herzlichen Dank.
    LG
    Kurt


    Da wir bei den Schiffen mit sechs Schornsteinen sind. Da habe ich noch zwei gefunden. Den französischen Kreuzer Edgar Quinet und sein Schwesterschiff Waldeck Rousseau. Der Edgar Quinet wurde in den zwanziger Jahren umgebaut und dabei wurde die Anzahl der Schlote auf vier reduziert. Offenbar hatte man in der französischen Marine ein Faible für Schiffe mit sechs Schloten.


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    ( Matthias Claudius)

  • Auf meiner Werft geht es im Moment nicht so schnell voran. Das Deck ist aufgezogen. Die Öffnungen für die Niedergänge werden ausgeschnitten. Die kann man ein klein wenig großzügiger ausnehmen, denn die Boxen für die Niedergänge sitzen sehr stramm.



    Die Decksteile werden zu Probe mal aufgelegt.



    Da es sich um ein Downloadmodell handelt, kann ich ein Versäumnis korrigieren, das sich viele Konstrukteure leisten, die Decksplanken waren auf dem Metalldeck aufgesetzt. Ich drucke mir die Decks nochmals aus und erhalte so meinen Wassergraben..


  • Nun ja, einen weiteren Stolperstein habe ich entdeckt. Die Stöße der Deckssegmente enden immer genau vor einem Querspant. Somit liegt ein Ende des Deckssegments solide auf und das andere schwebt im Nirwana. Abhilfe ist leicht geschaffen, mit ein paar Streifen Abfallkartons baue ich Auflager.



    Und nun kann endlich das mit dem Wassergraben versehene Deck aufgeleimt werden.



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    ( Matthias Claudius)

  • Für die Niedergänge sind Boxen in die Ausschnitte einzuschieben. Bei den vorgesehenen Teilen soll innen ein schwarzer Boden sten und außen ist eine Kante aufzukleben, bis zu der die Box einzuschieben ist. Allerdings aus einem Teil zu falten ist das wirklich nicht. Der Boden muß abgetrennt und separat eingeklebt werden.




    Dann kann eingeschoben werden. Den Ausschnitt habe ich dazu etwas vergrößern müssen.


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  • Moin Kurt,


    ein sehr interessantes Schiff hast Du da auf der Matte! Die Anzahl der Schornsteine hatte bei Passagierschiffen oft Prestigegründe (der vierte Schornstein der TITANIC und der dritte Schornstein des IMPERATOR waren ja z.B. nur Attrappen in denen u.a. Liegestühle gelagert wurden). Bei Kriegschiffen hing die Anzahl der Schornsteine mit der Anzahl der Kessel zusammen. Die ITALIA hatte davon 26 Stück. Wie sich daraus aber die Zahl sechs bei den Schornsteinen ergibt, weiß ich nicht (später hatte das Schiff ja nur noch vier Schornsteine). Immerhin schaffte das Schiff mit 12000 PSi und zwei Propellern 18 Knoten Fahrt. Laut »Brennecke/Hader - ÜPanzerschiffe und Linienschiffe« nahm die ITALIA das Konzept der späteren Schlachtkreuzer - Fahrbereich, Geschwindigkeit und Stärke - vorweg (bei umstrittenen Gefechtswerten).


    In Deiner Sammlung schlägt die ITALIA jedenfalls Deine ASKOLD in der Zahl der »Angströhren« daumen1


    Klaus

  • Hallo Klaus,
    das ist richtig, die Italia war in ihrer Zeit ein ungewöhnlich schnelles Schiff und hatte als Besonderheit auch noch ein gepanzertes Deck. An sich schon recht interessante Merkmale, wenn da nicht die veralteten Vorderlader gewesen wären.
    LG
    Kurt

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  • Unter der Barbette für die Hauptartillerie hatte das Schiff in großes Schwalbennest mit kleinkaliebrigen Geschützen. Die Bauanleitung behndelt leider dieses doch sehr markante Merkmal völlig stiefmütterlich. Der Beginn ist auf jeden Fall, unter den seitlichen Überstand des Hauptdecks die Gegenverkleidung zu kleben.



    Erstaunlich ist für mich auch, daß seitlich zur Bordwand eine Decksverstärkung aufgebracht wurde. Der Wassergraben wurde so zum "Bächle".


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