HMS Mercury - Fregatte der Enterprize-Klasse, 1778; Shipyard-Modell, 1:72

  • Nach über 7 Jahren Bauzeit ist die HMS Mercury nun fertig gebaut. Am 15. Juni 2021 habe ich beschlossen, dass an meiner Mercury nun alles dran ist, was da dran gehört. Wahnsinn! Es gab längere und kürze Baupausen, aber ebenso sehr lange Zeiträume, in denen sich fast täglich etwas tat auf meiner Werft. Nimmt man die Gesamtarbeitszeit, fällt vermutlich mehr als die Hälfte in den Bereich nichtproduktiver Tätigkeit: Insbesondere die Recherche in Fachbüchern, im Netz und speziell auch in Fachforen sind da zu nennen, aber eben auch das Schreiben der Beiträge für die Bauberichte in mehreren Foren und vor allem auch die Pflege meiner Homepage, auf der ich meinen Baubericht immer noch etwas anders als in den Foren geschrieben und gestaltet habe. Das gehört für mich ebenso dazu und hat mir auch riesigen Spaß gemacht.


    Und natürlich gelingt so ein großes Projekt nicht ohne Unterstützung. Da muss zuerst meine Familie genannt werden, die 2013 zusammengelegt und mir diesen tollen Bausatz geschenkt hat. Am 12. Februar 2014 ging es dann los. Und es dauerte nicht lange, dass Fragen aufkamen, die die Bauanleitung nicht beantworten konnte. 2015 meldete ich mich im „Götterforum“ an. Es handelt sich hier um das Forum für historischen Segelschiffsmodellbau, in dem sich die Creme de la Creme des deutschsprachigen historischen Segelschiffsmodellbaus tummelt. Die Autoren einiger der Fachbücher in meiner heimischen Bibliothek waren bzw. sind noch dabei; in vielen Museen kann man Modelle von Usern dieses Forums sehen. Der Name „Götterforum“ ist von mir, weil ich anfangs oftmals gesagt habe: Ich darf da zwischen den Göttern wandeln, und manchmal nehmen sie mich auch wahr. Nun, inzwischen darf ich sogar mal dazwischen reden… Und das ist da eine echt tolle Truppe; die Hilfe, die ich dort bekommen habe, ist Wahnsinn. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch ganz anders gebaut, ich wollte möglichst historisch korrekt bauen. Manches wusste ich ja bereits, aber das, was ich seitdem über Segelschiffe im Allgemeinen und Fregatten der Zeit des Age of Sail im Besonderen gelernt habe, ist unglaublich viel. Und mein Fachbuchbestand ist auch angewachsen.
    Wenn dann Dank ausgesprochen wird, dürfen natürlich zwei weitere Foren nicht fehlen. Da ist zum einen das Forum Age of Sail, sozusagen mein „Heimatforum“ (immerhin bin ich da auch einer der Admins), zum anderen aber genau dieses Board hier. In beiden Foren habe ich viel Unterstützung, Zuspruch, konstruktive Kritik und ständige freundliche Begleitung meines Bauberichtes erfahren.
    Nicht vergessen möchte ich die Leute von Shipyard. Wenn Teile fehlten oder etwas unklar war, bekam ich von dort stets schnell und unkompliziert Hilfe.


    Zu guter Letzt gibt es dann noch eine ganz besondere Person, die seit meinem Umzug nach Berlin sehr intensiv, fachlich versiert und interessiert meine Werftaktivitäten verfolgt, unterstützt und konstruktiv-kritisch begleitet hat. Aber da habe ich mich natürlich bereits intensiv bedankt.


    Das Gesamtprojekt ist noch nicht beendet. Aber das geplante Diorama in der Vitrine ist eine neue Baustelle, die (hoffentlich) noch in diesem Jahr realisiert wird.


    So, und nun endlich die Bilder:





  • Hi Bonden,


    Ganz tolles Modell ! daumen1
    Und mich fasziniert einerseits die unglaubliche Detaillierung und andererseits Dein Durchhaltevermögen, so ein komplexes Modell durchzuziehen.


    Respekt und Anerkennung !


    Gruß von Frank

  • Servus Bonden,


    beides:
    - ein herausragendes Modell
    - und ein herausragender Baubericht.


    klasse1


    Insgesamt ein einziger Augenschmaus.


    ja 2





    Grüße


    Jürgen

    Servus aus der Oberpfalz


    "Bass'd scho" (Lokale philosophische Grundregel)

  • Hallo Bonden,


    auch Deine Galeriebilder sind einsame Spitze! Die sieben Jahre haben sich gelohnt, obwohl ich sagen muss, dass ich sicher nicht so viel Stehvermögen hätte. Dennoch bin ich sehr froh, dich als konstruktiver "Meckerer" bei meinen Bauvorhaben zu haben!


    Viele liebe Grüße
    Fritz

  • Hallo Bonden,


    ich gratuliere dir zu diesem Kunstwerk. Du hast bei dieser langen Zeitspanne, in der du dieses Segelschiffsmodell gebaut hast, ein quasi in der Qualität unschlagbares Bauergebnis erreicht, der mich dagegen wie einen Grobmotoriker ohne Geduld aussehen lässt. grins 3 arbeit2

  • Hallo Bonden,


    ich muss sagen, ein Hammer Modell, dass du da gebaut hast. Ich hoffe ich bekomme meine Captain nur ansatzweise so hin. Mittlerweile bin ich echt begeistert von diesem Forum und schon wieder seit zwei Stunden am staunen was hier so alles gebaut wird.


    Grüße Thomas

  • Hallo Bonden,
    leider bin ich spät dran und habe erst kürzlich gelesen, dass deine MERCURY nun fertig sein soll. Ich habe über die genannten 7 Jahre den Bau ziemlich aufmerksam verfolgt und gestehe, dass ich irgendwann bei der Fertigung der Takelage "den Faden verloren habe". Okay, selbst wenn ich könnte - wäre deinem Modell der MERCURY und dem Baubericht kein weiterer Superlativ zuzufügen. Daher hier nur meinen Glückwunsch zur Fertigstellung.
    Ich selbst bin vergleichsweise auf dem Stand, den du bei der Takelage der PAPEGOJAN hattest - mein Projekt ist ähnlich, nur verzichte ich nicht auf die Segel. Und im "Götterforum" halte ich mich vorwiegend aus historischem Interesse auf. Der Modellbau spielt sich dort in einer anderen Liga ab und mein Interesse gilt Kleinmodellen aus Karton - na ja... rotwerd1
    Meine "nichtproduktive Tätigkeit" ist übrigens weniger der technischen Recherche als dem Bemühen geschuldet, eine Schrittfolge zu finden und in der Takelage nichts zuzubauen - also etwas abreißen zu müssen, was vorher mit viel Mühe angebracht wurde - das hält elend lange auf. War das bei dir mal ähnlich?
    "Learning by doing" - jedes Detail der Takelage hat seine Funktion, die sich mir leider nur ganz allmählich erschließt. Dir haben sicher deine seglerischen Freizeit-Aktivitäten geholfen (?). Und jede Funktion muss man begreifen, um sie richtig darstellen zu können. Da ist dein Baubericht eine Hilfe und ich werde gelegenlich dort nachlesen (müssen). Nochmals vielen Dank dafür.
    Viele Grüße Heinrich

  • Servus Bonden,


    eine hervorragende Arbeit hast Du da abgeliefert. Handwerklich top und historisch perfekt recherchiert.
    Da kann ich nur den Hut ziehen. Gratulation!


    Da Norbert

  • Hallo Bonden,


    ich verneige mich vor einem Könner.
    Herzlichen Glückwunsch zu diesem extrem sauber gebauten Modell.


    Ich werde aus Altersgründen, bin 81, nicht mehr mit solch einem exquisiten, extrem schwierigen Bau beginnen, glaube aber, daß ich selbst in jüngeren Jahren so etwas Großes gar nicht erst angefangen hätte.


    Du hast Dich 7 Jahre damit beschäftigt, meine größte Hochachtung. beifall 1


    Beste Grüße
    Wolfgang

  • Ahoi Bonden,
    das ist ein wahrhaft historischer Moment! Ich gratuliere Dir zu diesem phantastischen, Maßstäbe setzenden Segelschiffsmodell! Ob sich an so eine Fregatte hier je noch einer rantraut, nach dieser Vorgabe? Dein Durchhaltevermögen ist beeindruckend; manch einer hätte irgendwann bei der Akribie des Recherche nachgelassen und Kompromisse gemacht, einfach weil das wahnsinnig anstrengend zu halten ist. Oder hätte lange Pausen eingelegt, um wieder Kraft zu sammeln. Es war auch schön, Deine Entwicklung mitzuverfolgen, obschon Du bereits beim Start dieses Bauberichts auf sehr hohem Niveau geforscht und gearbeitet hast. Du gehörst halt zu denen, für welche die Recherche nicht ein Gebremstwerden ist und ein Abtörnen auslöst, sondern eher noch motiviert. Weil, nun ja, es kann beflügeln, wenn man nicht einfach nur baut, sondern sich mit der Sache erst intensiv befasst. Das empfinden nicht alle so, und das ist auch in Ordnung: es gibt viele Wege nach Rom und zu einem schönen Modell. Die Sponsoren des Baukastens werden sich auch riesig über das Resultat freuen. Hoffentlich kommt es rasch in eine Vitrine, das kostbare Objekt, damit kein Staub es berührt.


    Tja, und jetzt? Irgendwie kommt es einem vor, als würde gerade eine langjährige Lieblingsband ihren Abschied geben. Kein Mercury-Baubericht mehr; irgendwie gar nicht recht vorstellbar. Ich (und sicher viele andere genauso) hoffe, daß Du es nicht machst wie manche Olympiasieger, die sagen: ich habe (alles) erreicht, was ich wollte; jetzt mache ich was total Anderes. Tu uns das nicht an, ja? Man fragt sich natürlich, was nach der Mercury noch kommen könnte. Scratch? Surprise? Oder wäre die Dir zu ähnlich?


    Nochmals herzliche Gratulation! Fallreepsgäste angetreten! Seite pfeifen! Salut schießen! Hip hip hurra für die Mercury!
    Claudia

  • Ahoi allerseits,


    vielen, vielen Dank für eure tollen, lieben, netten, anerkennenden und wohltuenden Beiträge.


    Ich möchte jetzt nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen; ich hoffe, dass nimmt mir niemand übel. Aber, sozusagen stellvertretend für alle, will ich ein paar wenige Postings herausgreifen.


    Mittlerweile bin ich echt begeistert von diesem Forum und schon wieder seit zwei Stunden am staunen was hier so alles gebaut wird.

    Wenn ich denn mit meinem Baubericht auch ein klein wenig mit dazu beitragen konnte, dass du dich hier wohlfühlst, Motivation tankst und fröhlich weiterbaust, freut mich das. Und bezüglich deiner HMS Captain habe ich ein sehr gutes Gefühl. daumen1



    Meine "nichtproduktive Tätigkeit" ist übrigens weniger der technischen Recherche als dem Bemühen geschuldet, eine Schrittfolge zu finden und in der Takelage nichts zuzubauen - also etwas abreißen zu müssen, was vorher mit viel Mühe angebracht wurde - das hält elend lange auf. War das bei dir mal ähnlich?

    Ja, und ich hoffe, es macht dich jetzt nicht mutlos, was ich dir da antworte: Den Königsweg gibt es m.E. nicht. Ich habe es an der Mercury von beiden Seiten versucht. Den Fockmast habe ich von unten nach oben getakelt und hätte vermutlich so manches graue Haar bekommen, wenn da noch viele Haare zum grau werden da wären. grins 3 Mit jeder Etage waren bei der Tauführung nach unten immer Mehr Taue im Weg. Also hab ich den Großmast mit dem Bramsegel begonnen. War auch nicht besser, eher im Gegenteil. Aber am Ende hat es irgendwie gepasst. Was auf jeden Fall hilft, sind lange, sehr schlanke Pinzetten, um auch noch an die zugetakelsten Bereiche zu kommen.

    "Learning by doing" - jedes Detail der Takelage hat seine Funktion, die sich mir leider nur ganz allmählich erschließt. Dir haben sicher deine seglerischen Freizeit-Aktivitäten geholfen (?).

    Nun, die seglerischen Freizeitaktivitäten halfen mir da in der Tat, allerdings nicht annähernd in dem Umfang wie das Stöbern in den Fachbüchern. Aber klar, beim Segeln auf der Hendrika Bartelds bekommt man sehr schnell ein Gefühl dafür, wie wichtig das korrekte Führen der Brassen ist, wie die Schoten bedient werden müssen und wie an Stagsegeln Falltau und Niederholer funktionieren, um nur mal einige wenige Beispiele zu nennen. Und das ist ja das Faszinierende an Segelschiffen: Wir haben es hier mit einer bereits seit vielen hundert Jahren ausgefeilten Technik zu tun, die sich in ihren Grundzügen nie wirklich gravierend geändert hat.


    Ob sich an so eine Fregatte hier je noch einer rantraut, nach dieser Vorgabe?

    Ahoi Claudia, na das will ich doch stark hoffen! Ich denke, dass aus jeder Zeile meines Berichtes vor allem die Begeisterung für dieses schöne Modell hervorlugt; und jede und jeder, die/der dieses Schiff baut, hat den Vorteil, dass man aus meinen Fehlern lernen kann und sie nicht wiederholen muss.

    Tja, und jetzt? Irgendwie kommt es einem vor, als würde gerade eine langjährige Lieblingsband ihren Abschied geben. Kein Mercury-Baubericht mehr; irgendwie gar nicht recht vorstellbar. Ich (und sicher viele andere genauso) hoffe, daß Du es nicht machst wie manche Olympiasieger, die sagen: ich habe (alles) erreicht, was ich wollte; jetzt mache ich was total Anderes. Tu uns das nicht an, ja? Man fragt sich natürlich, was nach der Mercury noch kommen könnte. Scratch? Surprise? Oder wäre die Dir zu ähnlich?

    Auch wenn die Lieblingsband nicht mehr auftritt - da gibt es ja noch jede Menge anderer guter Bands. Also keine Bange, ich ziehe mich noch nicht aufs Altenteil zurück. grins 3
    Was folgt also als nächstes? Also Scratch schon mal nicht - ich glaube, meine Kernkompetenzen liegen da auf anderen Spielfeldern. Die Surprise würde mich sehr reizen, wenn es sie als Bausatz im qualitativ ähnlich gutem Kaliber wie die Mercury gäbe. Ursprünglich sollte ja auf jeden Fall wieder ein historisches Segelschiff folgen; hier wartet die russische Brigg Olimp von Shipwork ebenso darauf, gebaut zu werden, wie die Kolumbusflotte aus dem Hause Shipyard.
    Aber nun kommt es doch anders. Immerhin bleibe ich dem Metier treu, aber es wird diesmal kein ganzes Schiff, sondern nur ein kleines Teil daraus. Zum Geburtstag bekam ich den Bausatz für eine battle station mit einem englischen Schiffsgeschütz im Maßstab 1:25 aus dem Hause Skjel geschenkt. Also um es mal so zu sagen: Ich backe mal zwischendurch kleinere Brötchen - aber dafür in viel größerem Maßstab. Von diesem hübschen kleinen Diorama gibt es bereits zwei hervorragende Bauberichte in diesem Forum, da kann ich also wunderbar abgucken. (Klick hier und klick hier) Und ich merke grad: Ich mache Modellbau wohl nur, um am Ende wieder irgendwas zu takeln. happy1
    Mehr dazu schon sehr bald an anderer Stelle.


    Also, nochmals vielen Dank für eure netten Worte, ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut. daumen1


    Viele Grüße


    Bonden

  • Einer Anregung eines netten Forums- und Modellbaukollegen folgend habe ich mal versucht, meine Mercury draußen bei schönstem Sonnenschein in Szene zu setzen; das Ergebnis will ich euch nicht vorenthalten.


  • Servus Bonden,


    irgendwie ist mir die Galerie deiner wunderbaren Mercury durchgerutscht! streichel1


    Die Bilder sind fantastisch und von einer derartigen Detailfülle, dass ich mich kaum sattsehen kann!

    Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, wie schöne dieses Modell ist!


    klasse1 klasse1 klasse1 klasse1 klasse1

    Herzliche Grüße / Best regards,
    Andreas

    Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
    Alessandro Manzoni (1785 – 1873)


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