Lotus 97T; Ayrton Senna; Großer Preis von Portugal 1985; Yankie Models/Jan Priskin; Maßstab 1:24

  • Hallo zusammen,


    nach mittlerweile drei Wochen Rennwagen-Bastelabstinenz waren die Entzugserscheinungen dann doch zu stark. Also habe ich mir mal den nächsten Bogen geschnappt und drauflosgeschnippelt. Entgegen meiner grundsätzlichen Neigung, belanglose und hoffnungslos unterlegene Hinterherfahrer mit überragender Optik zu bauen, gehe ich dieses Mal ein Projekt mit einer gewissen historischen Relevanz an, nämlich denjenigen Rennwagen, in dem Ayrton Senna sein erstes Formel 1-Rennen gewann. Dieses Ereignis trug sich bei Sennas zweitem Portugal-Rennen im Jahre 1985 in strömendem Regen zu. Seine Portugal-Premiere beendete er übrigens im Jahr zuvor auf dem dritten Platz, wobei er genau dieses Vehikel hier verwendete, das ich rein zufällig auch schon gebaut habe:



    Nun soll es aber in Lotus-Schwarz weitergehen. Der Bogen stammt von Konstrukteur Jan Priskin, der "sonst so" eher für seine Modelle von Le Mans-Rennwagen bekannt ist und wird über das Label "Yankie Models" vertrieben ("Verlag" möchte ich das jetzt nicht nennen, dazu ist mir das alles ein Bißchen zu abenteuerlich gestrickt...). Der Bausatz erstreckt sich über dreieinhalb DIN-A4 Seiten, auf, für Formel 1-Modelle sehr untypischem, 160 Gramm-Papier. Dazu gibt es zwingend notwendig einen LC-Satz inklusive Regenreifen-Laufflächen, ohne den das Modell nicht baubar ist. Quasi so eine Art fortgeschrittener Kopierschutz...



    Die Textanleitung habe ich maschinell übersetzt und ein Bißchen in Sinnabschnitte unterteilt. Ich kann sie aber hier nicht gemeinsam mit den Baufotos hochladen, die Forensoftware mag mein .odt-Format nicht. Mein Bogen hat die Besonderheit, daß die erste Seite eine andere Papierstärke aufweist. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht vielleicht sogar gewollt ist, denn bei einigen der dünn gedruckten Teile ist diese Papierstärke durchaus von Vorteil. Die Frage, ob Absicht oder nicht konnten mir allerdings weder der Inhaber des tschechischen Onlineshops noch der persönliche Vertriebler des Konstrukteurs beantworten. Darüber hinaus habe ich dankenswerterweise ein paar Ersatzteile für die Reifen bekommen. Das war dann garantiert keine Absicht, ist aber schlußendlich auch nicht verkehrt.


    Gleich zu Baubeginn gibt's Probleme mit Teil Nummer 2, dem Kraftstofftank: Der kleine Deckel obendrauf ist zu schmal geraten. Ich habe ihn abgetrennt und nochmal separat mittig verklebt, in der Hoffnung, daß das am Ende unsichtbar ist. Nach diesem ersten Ärgernis viel zu früh im Prozeß wurde das Cockpit in seinen Grundlagen gefertigt. Besonders nett ist hier das Instrumentenbrett nach bester Flugzeug-Manier.




    Hier gab es das nächste Problemchen: Die Sitzwanne ist minimal zu breit und paßt an der Vorderkante nicht zwischen die Klebespanten. Mußte ich also etwas Korrektur betreiben. Nächster Bauabschnitt ist die Verkleidung der Fahrzeugfront, die mir diesmal sehr gut gelungen ist, wie ich finde.



    Dann kamen vorne noch Halterungen für die Radaufhängung dran und etwas weiter hinten die riesigen Kühlerlufteinlässe:



    Soweit der Stand. Als Nächstes bekommt der Wagen einen sehr rudimentär angelegten Motor (weil der später sowieso auf Nimmerwiedersehen unter der Haube verschwindet) und die hintere Radaufhängung mitsamt Getriebe...


    Gruß,


    Daniel.

  • Hallo Daniel,

    ich finde deinen Workflow (sagt man das so?) strukturiert.

    Ich habe bei mir entdeck das, seit dem ich Fotos fürs Forum mache, ich ganz anders baue.

    Irgendwie einfacher und schnörkelloser.


    Und die Motorhaube, baue sie doch abnehmbar!

    ja 2

  • Long John Silver: Also, wenn dich das Bißchen Magirus-Schriftzug schon in Erstaunen versetzt, dann lege ich dir auch noch mal wärmstens den Deutz-Tyrrell ans Herz:



    Das ist deutlich großflächiger lieb1



    Harry: Wo hast du denn bei mir bitte Struktur erkannt? Ich bin ein Chaot in seiner reinsten Form. Erst Recht, was die Anzahl der gleichzeitig laufenden Baustellen betrifft regen1 Gegen ein Bißchen mehr Struktur hätte ich aber auch nix einzuwenden pirat1

    Zum Thema mit der abnehmbaren Motorhaube: Nö, nicht bei diesem Modell nein1 Der Motor ist hier nur so eine Art Platzhalter, da könnte man auch einfach 'ne Streichholzschachtel reinleimen. Das Getriebe hat dann schon ein paar Detailchen mehr, weil es am Ende sehr viel sichtbarer sein wird, als der Motor.



    Abgesehen von Motor und Getriebe habe ich auch noch den Diffusor gebaut. Ich glaube, das ist das mächtigste Teil, das ich bisher in dieser Richtung gesehen habe:



    Was wir auch noch haben: Innenbelüftete Bremsscheiben mit LC-Zahnrädchen. Rechts sind Motor und Getriebe vor dem Einbau zu sehen.



    Und so sieht der aktuelle Stand aus:



    Jetzt geht's an's Eingemachte, denn die Motorabdeckung muß gebaut werden, idealerweise auch ohne größere Patzer...


    Gruß,


    Daniel.

  • Also: Motorabdeckung gebaut, Lufteinlässe ein Bißchen gesupert...



    ...und dann in einem Akt geistiger Umnachtung mit einer sehr gutmütigen Menge Weißleim verklebt brüll1



    Solche Operationen macht man mit Stinkekleber, das weiß eigentlich jdes Kind stirn1 Es ist auf diesem Foto nicht ersichtlich, aber ich habe am unteren Abschluß das Papier derart schlimm verknittert, das jegliche Rettung illusorisch ist. Wenn man sich allerdings etwas weniger doof anstellt, als ich, ist das ein sehr gut durchkonstruiertes Modell von hoher Paßgenauigkeit. Ich kann es nur empfehlen. Lernt aus meinen Fehlern!!!


    Beerdigung Nummer fünf seit Fertigstellung der M.S. 406 im Spätsommer. Läuft ein wenig besch***en, gerade grummel


    Gruß,


    Daniel.