Arbeiten an einem neuen Architekturbaubogen, Fachwerkhäuser aus Lisieux.

  • Hallo Freunde der Architektursparte, aus Polen bekam ich von dem Kartonbaufreund Slawomir ein Foto eines im zweiten Weltkrieg zerstörten Fachwerkhauses aus Lisieux gesendet. Dieses Gebäude bei dem es sich um zwei aneinander gebaute Fachwerkhäuser handelt hat mich so beeindruckt, das ich es als neu zu erstellenden Baubogens in Arbeit nahm. Für den Bau werde ich die zwei aneinander gebauten Häuser trennen und zuerst das rechte Gebäude welches ein Schuhgeschäft enthält in Arbeit nehmen.

    Nachdem ich erst einmal eine Zeichnung der Gebäude erstellte, denn es gab nur Fotos von 1927 im Internet zu finden, die sich nicht als Grundlage für die Konstruktion eigneten, da sie schräg fotografiert waren.

    Mit freundlichem Gruß und bleibt gesund: Rainer.


      

  • Nun habe ich mich an die Konstuktion begeben und als erstes ein Muttermodell gefertigt.

    Es sind noch einige Sachen zu ändern, sowie auch die farbliche Gestaltung . Das als Grundlage für das Original Modell gefertigte rechte Gebäude möchte ich euch heute hier vorstellen. Ich werde nächste Woche mit der Anfertigung des Baubogens zusammen mit einem Probebau als Baubericht hier im Forum beginnen.


        


        


        


  • Hallo Rainer,


    da hat aber einer Blut geleckt!


    Ich freue mich ehrlich, das Du jetzt selbst die Konstruktion dieser schönen Häuschen in die Hand nimmst!


    Alle diese Häuser haben so was wie einen eigenen Charakter. Es macht Spaß, Dir zuzuschauen!

    Beste Grüße


    von Andy


    32907-die-kartonmodellbauer-signatur-1-jpg What else?

  • Hallo Rainer, ganz großartig. Bin voll begeistert.

    Gruß Hartmut

    wie man´s macht ist´s verkehrt, macht man´s direkt falsch ist´s auch nicht richtig , wunder1

  • Servus Rainer,


    Deine Konstruktionen sind immer wieder ein Genuß! Da belohnt ein jeder Blick doppelt.


    Da Norbert

    Signature
    Under construction!

  • Hallo Rainer


    Wenn du so weiter machst muß ich hundert Jahre alt werden. Ich werfe dann meine Plastik Häuser weg und baue nur noch deine tollen Objekte 😀😀👍👍


    Bleib gesund und ein gutes neues Jahr


    Richard

    LG Richard


    der mit dem Hund, nicht Löwenherz

  • Hallo Architekturfreunde, endlich kann ich nun mit dem Baubericht der Fachwerkhäuser von Lisieux beginnen.

    Den Baubogen für das erste Gebäude nenne ich "Magasin de Chaussures a Lisieux", in Anlehnung an die Benennung der fantastischen Kartonmodelle von Gilbert et Louise Baud.

    Ich werde zwei Gebäude mit unterschiedlicher Farbgebung gleichzeitig mit der Erstellung des Baubogens anfertigen. Desweiteren wird ein Kartonbaufreund nach der Fertigstellung des Baubogens mit einen Kontrollbau beginnen.

    Für den Baubogen muß ich noch einiges umkonstruieren und auch farblich andere Wege gehen. Ich hoffe aber den Baubogen bis Mitte März fertig stellen zu können.

    Fangen wir aber jetzt endlich mit dem Baubericht an, für den ein Bogen 1,5 mm starke Finnpappe benötigt wird, zudem sollte die Grundplatte des Gebäude auf Graupappe oder Sperrholz geklebt werden um einen verwindungsfreien Untergrund zu bekommen.Ich habe für die Grundplatte 8mm Birkesperrholz genommen welches sich noch in meinem Fundus befand, darauf klebte ich Bauteil 1.), die Grundplatte des Gebäudes. Um später noch in das Gebäude zu gelangen wird die Grundfläche unter dem Gebäude ausgeschnitten.



    Da die Straße am Gebäude eine Steigung von 4,5 mm hat, muss ein Keil angefertigt werden, das Bauteil 2.) dieser Keil sollte innen verstärkt werden, danach wird er auf die Grundplatte geklebt. "ACHTUNG", der Keil ist 1 mm schmäler als der vorgesehene Platz auf der Grundplatte, damit die Gebäudewand vom Erdgeschoß passgenau auf der Klebelinie angebracht werden kann. Später wird dieser 1mm Spalt von dem Bürgersteig verdeckt.


        


    Nun kann die Kopfsteinpflasterung der Straße aufgeklebt werden.



    Für den Bau des Bürgersteiges wird die 1,5mm starke Finnpappe benötigt, auf diese wird die Schablone 3.) geklebt und dann passgenau ausgeschnitten. Bauteil 4.) der Bürgersteig muß an der gestrichelten Linie geritzt und geknickt werden. Dann wird die Bürgersteigvorderkante an einer Längstseite angeklebt, aber so, das der Bürgersteig sowie die anderen Bürgersteigkanten genau passend angeklebt werden können. Also bitte genau ausrichten. Als nächster Schritt wird die Oberfläche des Bürgersteiges und dann die restlichen Vorderkanten angeklebt.

    "ACHTUNG", der fertig gestellte Bürgersteig wird erst nachdem Aufkleben der Gebäudewände des Erdgeschosses aufgeklebt.


        

  • Das Erdgeschoß mit den Schaufenstern kommt unter die Schere. Es handelt sich um die Bauteile die an den Bürgersteig stoßen. Auf Grund der vielen Einbauten teile ich die winkelig aneinander stoßenden Bauteile, da die Knickstelle ansonsten zu schnell labberig wird.und einreißen kann. Zuerst fertige ich die linke Erdgeschoßwand, Bauteil 5.) auf das Bauteil werden die "gedoppelten" Bauteile 6/ 7/ 8/ 9/ 10/ 11/ 12/ und 13/, die unten von rechts nach links laufen geklebt. Von Oben nach unten laufen die Bauteile 14/ 15/ 16/ 17/ und 18/. Auf dem ersten Foto sind die aufgeklebten Bauteile zu sehen.


        


    Auf die Eingangstür Bauteil 19/ wird das gedoppelte Bauteil 20/ geklebt und das Fenster der Türe mit Bauteil 19 A/ verglast.


        


    Die 3 Schaufenster 21/ 22/und 23/ werden ausgeschnitten, hierfür wird eine scharfe Klinge benötigt, denn an den Fensterecken bleiben nur 1 mm Papier stehen.

    Die oberen und unteren Seiten werden nach oben geknickt, dafür drückt man das Stahllineal fest an der Knickstelle auf das Bauteil und knickt das Seitenteil nach oben, denn es bleibt nur eine 1mm starke Kannte stehen. Nachdem die zweite Knickstelle nach unten geknickt wurde, kann die Scheibe eingebaut werden. Die Scheiben haben die Nummern 21 A/ 22A/ und 23 A/


        

  • Unter die seitlichen Klebelaschen der Schaufensterrahmen klebe ich 3 mm breite und 1,5 mm starke Finnpappstreifen, das erleichtert den Einbau und das genaue positionieren der Schaufensterrahmen.


        


    Die Schaufensterkästen mit der Schuhauslage werden gezeichnet und eingebaut, Bauteil 24/ 25/ und 26/. Die Gardine der Eingangstür Bauteil 27/rundet die Fertigstellung des Bauteiles ab.


        

  • Hallo Rainer!

    Das wird ein sehr schönes Modell! Der Schuhladen ist klasse! Den zeige ich aber nicht meiner Frau, sonst ist das Schaufenster plötzlich ganz leer und Deine viele Detailarbeit ist ganz um sonst happy1.

    Mit besten Grüßen aus Hagen
    Christoph

  • Schur Christoph,

    Dann zeig das nächste Gebäude das an das Schuhgeschäft kommt auch nicht deiner Frau denn darin ist ein Friseur und ein Modegeschäft mit Frauenhüten.

    Notfalls kannst Du aber ein wenig sparen, bevor Du es deiner Frau zeigst, denn es wird noch einige Zeit dauern bis das nächste Gebäude fertig ist.

    Mit freundlichem Gruß und bleib Gesund: Rainer.

  • Die rechte Erdgeschoßwand, Bauteil 28/kann gefertigt werden, dafür werden wieder die Bauteile 29/ bis 38/ gedoppelt, ausgeschnitten und auf Bauteil 28/ geklebt.



    Der Eingang mit den 2 Türen besteht aus 3 Teilen, 39/ 40/ und 41/, dazu kommen noch die scheiben 39A/ 39B/ die Schaufensterscheibe 39C/ sowie der Schaufensterkasten 42/. Die Tür rechts im ersten Foto gehört nicht zu den Bauteilen.


        



    Das Schaufenster 43/ und die Fenster 44/ 45/werden gefertigt und mit den Scheiben 43A/ 44A/ und 45A/ versehen. Die beiden Fenster erhalten die Gardienen, 46/ und 47/

    ACHTUNG das Schaufenster wird erst nach dem Zusammenkleben der beiden Erdgeschoßwände eingebaut.


        



  • Die beiden Erdgeschoßwände werden nun zusammen geklebt und nach der Trocknung des Klebers das Schaufenster 43/ eingebaut. Dieses Schaufenster hat links eine schräge Seitenwange, damit es neben das danebenliegende Schaufenster passt.


      


    Die erdgeschoßwände werden wie auf dem Foto zu sehen aufgeklebt und danach der Bürgersteig passend angebracht.


        


    Hier die zwei von mir zeitlich mit dem Bauberichtszustand gefertigten Modelle.


  • Hallo Rainer,


    toll dass Du die Tradition der fantastischen Kartonmodelle von Gilbert et Louise Baud mit Deinen Eigenkonstruktionen derart gekonnt weiter verfolgst.

    Alleine das Muttermodell ist wirklich phänomenal und versprüht die gleiche Faszination wie die Baud´schen Werke.

    Da entsteht wirklich Großes. klasse1

    Gruß
    matz


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    Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
    (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916 +2001)

  • Es hat etwas länger gedauert den Bericht weiter zu führen, denn ich musste doch vieles neu zeichnen und auch die farbliche Gestaltung mit Airbrush hat viel Zeit verschlungen! Aber jetzt geht es weiter.

    Da die Fachwerkwände nun 2 mm höher wurden und ich auch das Fachwerk schöner werden sollte, wurden diese Bauteile neu gezeichnet.

    Die Fachwerkwände wurden nach der neuen Zeichnung ausgedruckt und auf der Rückseite mit dunkelbraunem 80 Gramm Tonerpapier mit Sprühkleber verklebt. Dadurch kann bei einer Beleuchtung das Licht nicht durch die nur 80 Gramm starken Fachwerkwände dringen.


      


    Das Fachwerk wurde ausgeschnitten und auf die Wände geklebt.


      


    Ich habe nun zusätzliche Verzierungsteile aus gedoppeltem Tonerpapier gefertigt, die auf dem alten Originalfoto zu sehen sind.

    Diese Bauteile zu fertigen hat mich über einen Tag Versuch gekostet., denn diese Bauteile sind ein 2mm breiter Streifen, auf den ein zweiter knapp 1mm breiter Streifen geklebt wird.

    Ich gehe nun nach mehreren Versuchen wie folgt vor: Zuerst schneide ich den knapp 1mm breiten Streifen von dem gedoppelten Papier. Dann klemme ich mit einer Schraubzwinge das Stahllineal auf die 2mm Breite auf das Tonerpapier. Nun trage ich Weißleim auf die 2 mm und klebe den knapp 1mm breiten Streifen auf und schiebe ihn gegen die Linealkante. nach der Trocknung des Weißleims wird der schmale Steifen von dem gedoppelten Tonerpapier abgeschnitten.