Holländisches Passagierschiff Johan van Oldenbarnevelt, 1930, Scaldis/JSC, 1:250

  • Hallo,


    heute fange ich mit einem neuen Baubericht an. Es handelt sich um das oben genannte Passagierschiff (um es einfacher zu machen, nenne ich das Modell nur noch "JvO".


    Zunächst ein paar technische Daten des Original-Schiffes:

    Stapellauf 1929

    Indienststellung 1930

    Passagiere 770

    Fracht 9.000 t

    umbenannt in Lakonia 1963

    als Wrak ausgebrannt 1963


    L 185,6m - B 11,8 m - Verdrängung 19.040 t - Geschwindigkeit 19 kn


    Ich hänge zunächst mal einige Bilder vom Original-Baubogen an. So entsteht ein erster Eindruck wie das Modell später werden soll (wenn ich denn alles so umsetzte, wie es der Konstrukteur geplant hat.


  • Mit der JvO habe ich jedoch schon vor mehreren Tagen/Wochen angefangen. Ich zeige euch den derzeitigen Bauzustand des Modells.


    Der Konstrukteur hat die JvO als Wasserlinienmodell konstruiert. Aus meinen vielen Bauberichten wisst ihr sicher noch, dass ich alle meine Modelle mit Unterwasserschiff baue. So auch hier; bei den folgenden Ausführungen zeige ich, wie ich da vorgegangen bin.


  • Doch nun mit den Baufortschritten der Reihe nach. Natürlich, zuerst das Spantengerüst für das Überwasserschiff. Wie ihr auf den angehängten Bildern seht, bin ich von der Konstruktion abgewichen. Ich habe eine stabile Grundplatte genommen, darauf den dreieckigen Mittelspant geklebt und dann die Querspanten darauf befestigt.


    JSC konstruiert das Spantengerüst als "filigrane Konturenteile", die mir jedoch keine ausreichende Festigkeit verspricht.


    Die beiden ersten Bilder zeigen meine Vorgehensweise, das dritte Bild die Konstruktion von JSC (da habe ich das Bild von einem Modellbaukollegen runter geladen).


      


  • Eine weitere Eigenart von mir ist die Vorbeplankung meiner Modelle; da arbeite ich mit Fotokopien. Das hat meiner Meinung den Vorteil, dass ich sehe, ob alle Teile gut zueinander passen. Falls Korrekturen möglich sind, kann man diese dann leicht durchführen.


    Hier dann die Vorbeplankung des Überwasserschiffs.


  • Doch nun zum Unterwasserschiff.


    Da galt es zunächst den richtigen Spantenriss zu finden. Das war allerdings - auch nach langen Recherchen - nicht möglich. Auch auf digipeer habe ich nichts passendes gefunden.


    Darauf hin habe ich in meinem großen Fundus an Spanten von Unterwasserschiffen nachgesehen. Die waren jedoch alle anders geschnitten und so musste ich dann einen Kompromiss schließen. Schließlich habe ich den Spantensatz der Schleswig Holstein, Liniennshiff aus dem 1. Weltkrieg genommen, da er am besten zum Überwasserschiff gepasst hat.


    Ich weiß, das entspricht nicht genau den Vorgaben der JvO. Aber wenn ich mir meine vielen Modelle mit Unterwasserschiff betrachte, so kann ich sagen, dass stets ein ähnlicher Verlauf ist: schlankes Vorschiff, bauchiges Mittelschiff, verlaufendes Achterschiff.


    Ich zeige euch zunächst die Querspanten der Schleswig Holstein. Da habe ich dann gleich gemerkt, dass das Vorschiff der JvO erheblich fülliger war, als das der Schleswig Holstein. Mittelschiff und Achterschiff passten dann relativ gut.


    Ich habe darauf hin das Spantengerüst in der Mitte durchgeschnitten, damit ich genügend Spielraum für die Breite hatte.


    Ich hoffe, meine Erklärungen waren verständlich daumen1


  • Jetzt konnte ich dann mit der Beplankung des Unterwasserschiffs beginnen. Auch hier zunächst eine Vorbeplankung (auf der ich wieder kleine Korrekturen anbringen konnte) und dann die Endbeplankung. Die habe ich dann mit schmalen Kartonstreifen (210 g-Karton) gemacht.


    Der 210 g-Karton ist sehr stabil und ich konnte die einzelnen Übergänge der Kartonstreifen gut mit Schmirgelpapier (zuerst 120er, dann 600er) glatt schleifen - natürlich mit sanftem Druck. Das klappt in der Tat sehr gut. Dann mit Glattfix von Graupner grundiert. So habe ich dann eine schöne geschlossene Oberfläche erhalten.


  • Natürlich fehlten jetzt noch die Schlingerkiele. Zunächst habe ich auf dem Rumpf den Verlauf angestrichen, dann die Schligerkiele mit Stecknadeln fixiert und von unten punktuell mit Kittifix angeklebt.


    Nach ausreichender Trocknung dann von oben und unten mit Kittifix Leimstreifen angebracht und mit feuchtem Finger schöne Holkehlen gezogen.


  • So vorbereitet konnte ich dann den Unterwasserrumpf mit rot von Revell SM 330 lackieren. Die Schrauben und das Ruder habe ich nur lose aufgelegt. Die kommen dann ganz zum Schluss an ihre Stelle.


  • Zum Schluss für heute zeige ich euch dann noch einige Bilder vom Modell.


    Ich melde mich dann wieder, wenn es neuen neuen Baufortschritt zu zeigen gibt.


    Bis dann, Gruß

    Wolfgang.


  • Servus Wolfgang,


    Schön dass Du wieder ein Schiff baust und und uns daran teilhaben lässt.

    Dieses Liner wird bestimmt ein toller Bau und Dein Unterwasserschiff schaut schon mal hervorragend aus!


    da Norbert

    Signature
    Under construction!

  • Hallo,


    bevor ich das große Oberdeck auf dem Modell befestigen kann, musste ich erst das ein Deck tiefer liegende, kleine Achterdeck komplettieren. Das waren einige Aufbauwände, Sitzbänke, sonstige Kleinteile und Poller.



    Dann konnte ich das Oberdeck darauf befestigen.



    Das kleine Achterdeck ist mit einer "offenen Galerie" verkleidet. Bei der Durchführung bin ich allerdings von der Original-Konstruktion abgewichen. Eigentlich sieht diese Verkleidung so aus.



    Noch einmal eine Nahaufnahm meiner Lösung.



    Ich habe diese Ausführung gewählt, da sie mir besser von der Hand geht. Auf der JvO sind viele solcher Galerien vorhanden und so will ich dann auch weiterhin verfahren.


    Für die vorher erwähnten Bauteile ich Profile von Evergreen genommen. Für die senkrechten Stützen 1 mm, für die waagereche Verkleidung des Oberdecks 1,5 mm.



    Aber auch für die Poller habe ich eine andere Ausführung gewählt; ich habe aus Moosgummi hergestellt. die 3mm-Moosgummiplatte kaschiert mit 160 g-Karton und dann mit der Lochzange ausgeschnitten. Das hat relativ gut funktioniert. Manchmal kamen die etwas verzogen raus - das lies sich ganz leicht durch einen Druck auf diese Teile wieder richten. Die



    So liebe Kartonmodellbaukollegen. Das war`s dann für heute. Im Moment geht es etwas langsamer voran, da einige Arbeiten am Haus und im Garten zu erledigen ist.


    Bis dann viele Grüße


    Wolfgang.

  • Servus Wolfgang,


    Klasse Arbeit und eine schöne Lösung für die Stützen! Da kann man sich getrost etwas abschauen.


    da Norbert

    Signature
    Under construction!

  • Hallo,


    wie schon bei meiner letzten Einschaltung gesagt, stehen im Moment Arbeiten am Haus und im Garten an. Trotzdem habe ich ein wenig Zeit gefunden, an der JvO weiter zu bauen.


    Ich habe mich mit dem Vorschiff beschäftigt und dort einige Aufbauten hergestellt.



    Wie ihr seht, handelt es sich um den Unterbau des vorderen Mastes mit den Ladebaumwinden, den Abdeckungen der Laderäume, der Ankerwinden und verschiedene Poller.


    Hier dann einige Detailbilder.


        


    Wie geht es nun mit der JvO weiter?


    Da sind zunächst 18 Lüfter zu bauen. Hier dann ein Bild der Bauanleitung.



    Dann noch verschiedene Stützen für Sonnensegel. Auch hier ein Bild aus der Bauanleitung.



    Ich melde mich dann wieder mit einer zeitlichen Verzögerung.


    Bis dann


    Gruß Wolfgang.

  • Hallo,


    in den letzten Tagen bin ich mit der JvO ein Stück weiter gekommen. Ich habe mich mit den vielen Lüftern - insgesamt 88 Stück beschäftig. Dabei bin ich jedoch eigene Wege gegangen und will euch das nachfolgend zeigen.


    Zunächst jedoch eine Risszeichnung der Lüfter. Die haben eine eigenwillige, obere Abdeckung, die von den vielen anderen Modellen abweichen.



    Dann eine Abbildung dieser Teile vom Original-Baubogen.



    Und jetzt dann noch eine Übersicht über alle 88 Lüfterhauben. Die haben stets eine Breite von 7 mm, während die Höhe der Lüfter unterschiedlich ist - von 8 - 27 mm.



    Wie gesagt, ich habe diese Arbeiten jedoch standardisiert. Die Breite von 7 mm ergibt eine runde Säule von 2,23 mm. Ich habe dafür Evergreen-Profile von 2 mm genommen und mir das viele Runden der Säulen erspart (die Differenz von 0,23 mm ist dabei nicht wahrnehmbar).


    Auch die unterschiedlichen Höhen habe ich etwas angeglichen und zwar auf 8, 12, 16 und 25 mm.


    Aber auch die "spitzen Abdeckungen" oben auf den Lüftersäulen habe ich nicht vom Original-Baubogen genommen. Ich habe in einigen älteren Bauberichte in "kartonbau.de" gesehen, dass diese Teile nicht ganz exakt ausgesehen und gepasst haben.



    Dann diese Teile zusammen geklebt und um eine runde Form der oberen Abdeckung zu erhalten, in Moosgummi gedrückt. Das hat für meine Anforderungen gut geklappt.




    Und so sehen die fertigen Lüfterhauben dann aus.


      


    Hier dann eine Zusammenstellung aller 88 Lüfterhauben. Diese werden dann nach und nach auf der JvO befestigt.


  • Einen Teil dieser Lüfterhauben habe ich schon auf dem Vorschiff befestigt. Ich lasse einfach nur die Bilder sprechen.


    Dann bis zur nächsten Einschaltung,


    Gruß Wolfgang.


  • Hallo Wolfgang,

    solche Pilzlüfter gibt es auf meinem Scipio auch reichlich. Du hast da einen interessanten Weg eingeschlagen.

    LG

    Kurt

    32907-die-kartonmodellbauer-signatur-1-jpg
    Meine Untaten


    Der König sei der bess're Mann

    Sonst sei der bess're König!

    ( Matthias Claudius)

  • Hallo Wolfgang,


    ich bin heute auf Dein nächstes auf Deinen nächsten Ozeandampfer gestoßen! Gefällt mir gut und die Idee, wie Du Poller und Lüfter herstellst ist einen klasse Idee!


    Viele Grüße

    Fritz

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