Admiral Graf Spee 1 : 200 GPM Nr. 6 / 2007 in Tarnung als HMS Renown / Repulse

  • Hallo knuddel1 ,


    nun isses endlich soweit!


    Hier beginnt der Baubericht, welchen ich am Ende meines Dioramas "Minensuchboot Amtsentwurf..." zum folgenden Bau des Modells Admiral Graf Spee, aber in Tarnung als HMS Renown / Repulse, im Rüststand und Tarnkleid von etwa November 1939,

    bereits Ende Januar angekündigt habe.


    Und soweit ist der Bau bereits gekommen:



    Nun wird sich mancher fragen, wieso hat der Boxer bislang nix eingestellt?

    Schiss vor einem abgebrochenen Baubericht?

    Tatsächlich, Ja!


    Aber aus erläuterungswürdigen, denn reinen "Ego-Gründen". Zum Einen habe ich insgesamt vier für mich üble Klippen zu umschiffen gehabt, von denen jede einen Abbruch hätte bedeuten können.

    Alle haben mit von mir ausgedachten und auch durchgeführten, teils haarigen Änderungen, an der Geometrie des Rumpfes zu tun gehabt.

    Also nicht mit dem Bogen an sich. Der ist passgenau, die Bauanleitung scheint bislang stimmig. Auch ich gucke gerne, bevor ich einen Bau beginne, in das Forum, ob und warum wer vielleicht aufgegeben hat. Ein fies umzusetzender Bogen, eine unklare Anleitung, oder schlichtweg ein Zwischenergebnis, welches nicht mit dem Aussehen der angestrebten Umsetzung korreliert. Dann wäre das eine Hilfe.

    Der hier bearbeitete Bogen stammt, wenn ich richtig recherchiert habe, in der Erstausgabe von 1999. Die grafische Ausführung, die Detailierung und auch die historische Stimmigkeit bewegt sich in etwa auf dem Niveau "Für die reifere Jugend". Doch bietet dieser Bogen die ungewöhnliche Option, ein optisch ganz anderes Schiffsmodell zu bauen, als "die" Admiral Graf Spee.

    Leider fehlt dem Bogen die für die Panzerschiffe so charakteristische starke Wölbung am Übergang der Bordwand zum Deck. Da geht es schlicht gerade und auf Stoß zu. Daher habe ich ihn seit Jahren gezogen, etwas probiert, und ihn wieder weggelegt. Bis mir Evergreen-Profile in die Hände kamen, mit denen sich die Wölbung darstellen ließ, die ich bislang nur in Kurts Modell der Admiral Graf Spee umgesetzt gesehen habe. Dort hat der Konstrukteur Keilausschnitte zur Wölbung vorgesehen, die im GPM-Bogen fehlen.


    Und mit den Viertelkreis-Profilen:


    kam Schwung in die Sache. Siehe den insgesamt dritten Probebau in rund fünf Jahren:



    ...und dem ging es an die Ecken...




    So fügt sich das Viertelkreissegment in den Ausschnitt oben an der Bordwand ein.



    Aber an dieser Stelle wurde klar, dass dann das Deck um mehrere Millimeter verschmälert werden muss...

    Die Haken an der Sache, der Erste ist im Skizzen-Plan oben ersichtlich, waren nicht nur das Verschmälern des Decks, wenn ich die Chance nutze, endlich die Wölbung darstellen zu können, und dabei gleich einen Wassergang mitgestalte. Die starke Umgestaltung vieler Spanten erforderte auch die Neubemessung der Höhe der Bordwände. Und da im Originalbogen der so charakteristische Gürtelpanzer nur bis zur Wasserlinie reicht, und ich schon beim zweiten Probebau merkte, dass da die dritte Falle lauerte, die in jedem Fall eine Komplettbearbeitung mit Spachteln, Schleifen und Lackieren zur Folge hat = war das Kinke Numero vier. (Das Deck GENAU mittig zu trennen, und um je 2,5 Millimeter zu verschmälern, war dagegen fast lachhaft...)

    Nun habe ich für dieses Hobby gefühlt schon viel zu wenig Zeit. Ich persönlich wäre daher angesäuert, einem Baubericht zu folgen, in dem ein Bogen umgearbeitet wird, welcher an sich sehr gut gelungen ist, aber der Modellbauer vielleicht erst nach langen Stunden an selbst (zu) hoch gesteckten Zielen scheitert, die allesamt nichts mit dem Bogen an sich zu tun haben.

    Denn in der GPM-Anleitung steht nicht: "Kürze eine ganze Reihe Spanten ein, und gebe denen zusätzlich am oberen Auslauf ein anderes Profil, in welchem dann delikate Kunststoff-Profile eingezogen werden müssen. Dadurch muss dass Deck über vier Millimeter schmäler werden. Weiter sind die Bordwände oben einzukürzen, müssen aber nach unten verlängert(!) werden. Dann sieh` zu, wie der starke Karton des kompletten Gürtelpanzer-Modells in zwei divergierende Radien gebogen werden kann, ohne dass Kniffkanten entstehen - wie zur Umsetzung der Wölbung, falls keine Keilausschnitte angegeben sind".

    Uff!


    Nun aber in hoffentlich rascher Folge weiter im Einstellen der bisherigen Bauabschnitte. Der Weiterbau ruht, bis der weitere 1:1-Einstieg wieder "live" erfolgen kann. Denn jetzt sollte eigentlich nichts mehr schief gehen...(oder... denk1 )


    Liebe Grüße,

    euer

    box 1

  • Hallo Robert,

    ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung dieser Variante.

    LG

    Kurt

    32907-die-kartonmodellbauer-signatur-1-jpg
    Meine Untaten


    Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man überhaupt eine hat.

    (Heinrich Heine)

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank an die Fraktion der erhobenen Daumen,

    Rezatmatronse, Curmudgeon, Fritz, Moritz Leo, Armin und J. G. Christoph.


    Und Kurt und Tommi - Dankeschön! Dieser Bogen gehört zu den ersten Stücken in meinem DKM-"Hort", den habe ich um 2009 herum erstanden. Hat ja nur rund 15 Jahre gedauert, den anzuschneiden und endlich auch durchzuführen... Aber besser spät als nie!


    Und nun:



    Ausschnitte vom vorderen und hinteren Überwasser-Spantengerüst, und am tatsächlichen Modell.



    So fing es an. Vielleicht etwas zu meiner Bauweise. Ich setze in den hinteren und vorderen Teil vom Mittelspant nur einige Querspanten, beginnend mit der ersten und letzten Nummer der Querspanten. Die beiden Vor- und Achterschiffsteile mit den wenigen Querspanten füge ich erst nach Trocknen auf der ebenfalls noch geteilten Bodenplatte zusammen, und richte dann erst alles aus - kommt mir leichter und genauer vor, als den fast meterlangen Längsspant am Stück auszurichten, und dann die Querspanten einzuziehen. Aber, jeder Jeck is` anders...



    Da trocknet dieser Bauabschnitt vor sich hin. Aber da Spanten verkleben nun nicht wirklich eine spannende Geschichte ist, ein Sprung:



    Da sind sie, die ersten seitlichen Evergreen-Spangen, mit etwas Hochstand über den Spanten, und etwa 0,2 Millimeter seitlichem Überstand, um die Bordwand abzufangen...



    Die vorderen Teilstücke der Evergreen-Profile. Das Herunterschleifen zum Bug hin auf "Nahe Null" war die eigentliche Herausforderung, denn auch am Original lief der Radius in etwa bei Querspant 3 spitzig aus. Was zur Folge hat, dass auch am Modell die Ausschnitte an den Oberkanten der Querspanten immer kleiner werden. Gut, einen doppelten Bedarf an den 2 mm-Viertelkreis-Evergreen-Profilen angeschafft zu haben, zwei Mal knackten die dünnen Ausläufe weg.



    Hier liegt die spätere untere Deckslage Probe - von dieser bleibt nur der Wassergang übrig. Statt das Kartondeck im Bogen um 0, 5 mm zu verstärken und aufzukleben( gesamt ca. 0,7 mm stark), habe ich das nur als Unterlage dienende, kopierte 1. Deck auf 0,3 mm starken Bristol-Karton geklebt.

    Nun noch etwas zum Spantengerüst: Es lohnt sich meines Erachtens nicht, bei großen Modellen die Spanten selbst herzustellen. Nur, ich hatte zwar Rohre und Detailsätze, sowohl LC als auch Ätzteile zum Bogen erstanden, aber keinen Spantensatz. Warum auch immer. Nun war der Spantensatz nicht lieferbar. Nach Verschleiß von über dreißig Klingen, einer kompletten Spraydose UHU-Sprühkleber, einer halben Tube UHU schwarz und etwa einem halben Quadratmeter weißem 1mm-Karton sind etwa 2 Euro futsch, und das selbst geschnittene Spantengerüst kann ja nur im besten Fall so gut werden, wie die Lasercut-Teile. Eher wird es schlechter, und man hat Fingerkuppen wie ein Laubfrosch...


    Heute Abend (Urlaub sei Dank!) geht es weiter.

    Bis dahin,


    der box 1

  • Hallo Boxer,


    das sieht spannend aus, Du hast Dir eine m.E. sehr gute Lösung für den Übergang zwischen Deck und Bordwand ausgedacht.

    VG

    Curmudgeon

  • Guten Abend Curmudgeon,

    vielen Dank!


    Leider hat dieser Prozess einige Jahre gedauert...

    Um so mehr ziehe ich den Hut vor jedem, der ein scheinbar noch so simples (baubares) Kartonmodell konstruiert ja 2 .

    Und vielleicht hätte ich dies an den Anfang stellen sollen:


    Der Bogen, 2. Ausgabe von 2007. Das DIN A4-Format ist bei einem Modell von 93 cm Länge eher suboptimal, der vielen Trennungen großer Bauteile wegen.


    Bei der Umsetzung geholfen hat mir folgende Literatur:


    "Admiral Graf Spee", Kagero-Heft, von Stefan Draminski und Miroslav Skwiot. Es reicht fast, nur in dieses Heft zu schauen, um den Bau vom Bogen zu korrigieren und zu optimieren. Aber auch nur fast...


    "Panzerschiff Admiral Graf Spee", von F. W. Rasenack. Offizier, damals an Bord. Aufgrund der Fotos konnten einige der wenigen Fehler im Kagero-Heft korrigiert werden. Gerade, was die "englische" Tarnung angeht, bis hin zu der des Bordflugzeugs, hochinformativ.


    "Panzerschiff Deutschland / Schwerer Kreuzer Lützow", von Hans Georg Prager. Eine Fülle an Informationen technischer Art zur Deutschland-Klasse, sehr viele Bilder, Skizzen und Listen. Launig und unterhaltsam geschrieben. Neben dem Lebenslauf des Schiffes eines der wenigen Bücher mit einem belastbaren Farbschema zu Schiffen der DKM! Aber eben nicht "Admiral Graf Spee"!


    "German Naval Guns" von Miroslaw Skwiot. Eine Empfehlung von Tommi. Wer dieses Buch hat, baut jede Kanone originalgetreu, und bekommt dazu eine ganze Menge "Drumherum-Bilder" aller Typ- und Schwesterschiffe der DKM, und zwar gestochen scharfe!


    "Graf Spee" von Michael Powel. Eine Beschreibung der Vorgänge der Spee-Kaperfahrt aus englischer Sicht, mit insgesamt zwei (2 !) der Allerwelts-Bilder der brennenden Admiral Graf Spee. Unergiebig für den Modellbauer.


    "Schwerer Kreuzer Admiral Scheer" von Brennecke / Krancke. "Das" Buch zur Admiral Scheer, in fesselnder Diktion geschrieben. Mit einigen wenigen Detailinformationen zur Technik der Schiffe. Zur thematischen Abrundung, für den Modellbauer eher unergiebig.


    "Panzerschiffe der Deutschlandklasse" von Koop / Schmolke. Vor 30 Jahren sicher noch brauchbar, aber mit damals schon zum Teil suboptimalen, weil unscharfen Fotos, und viel nicht zum Thema gehörigem "Fülltext". Was die "Pläne" zum Ergänzungstitel "Eine Bild- und Plandokumentation" angeht, eine Zumutung! Zum Teil nur Briefmarkengroß! Selbst die (Kleinbild) Aufnahmen zweier Schiffsmodelle sind zum Teil unscharf. Brauchbar bleiben Zeittafeln mit Angaben, was um- oder nachgerüstet wurde. Als Alleinliteratur für Modellbauer unergiebig.


    "Panzerschiff / Schwerer Kreuzer Admiral Scheer", Marinearsenal Band 12, von Siegfried Breyer. Eben die Scheer und nicht die Spee, eher zur Abrundung, Scheer-bezogen und mit (noch) ausreichender Bildqualität.


    "Die Deutsche Kriegsmarine" Band 1, von Ulrich Elfrath. Ein " Alles über...-Buch", aus dem punktuell einige wenige Hinweise übernommen werden können, allgemeine DKM-Details betreffend.


    "Die Deutsche Kriegsmarine" Band 4 von Breyer / Koop. Auch "Alles über..." Einige Seiten mit tauglichen Bildern zum Thema, eher zur Abrundung.


    Und zum Schluss: "www. - das Netz...


    Und hier nun die Fortsetzung:



    Obwohl durch einen Ausschnitt vorgesehen, habe ich keinen entsprechenden Spant gefunden. Entweder habe ich es versemmelt, oder der fehlte an sich, da auch keine Linierung am Boden ersichtlich war - und ja, ich habe auch von schräg unten auf die Platte gepliert...



    Ärgerlich war nicht das zu ergänzende Kartonstück, sondern die Flickschusterei der dadurch nach hinten zu verlängernden Viertelkreissegmente, die nun genau an den am vorletzten Spant endenden Segmenten angeklebt werden mussten.



    Das (zu) dünne "Unterdeck" erforderte selbst geschnittene Zwischenstützen, damit sich keine Dellen durch Durchhang ergeben.


    Dann kamen schon die ersten zu korrigierenden Abweichungen vom Bogen zum Original:


    Die Aufbauwand zum Oberdeck, oben das "Angebot" aus dem Bogen - nicht mal nahe `dran... Mitte: Schon näher `dran... Unten der Versuchsabschnitt zur Annäherung an die Fensterverteilung wie deren Ausschnitte "am besten wie" und die bordwandseitigen Abschlüsse mit Türen und Lüfter-Gittern. Und da lohnt sich der Blick über den Tellerrand - die Verteilung der Fenster an den Längsseiten der Aufbauwand differiert, wie viele Details, von Panzerschiff zu Panzerschiff. So hat Deutschland / Lützow dort auch vier Fenster, aber nicht in zwei Paaren, sondern in symmetrischem Abstand, und mit darunter hängenden statt seitlich angeschlagenen Verschlussblenden. Vielleicht stammt der GPM-Vorschlag von der Admiral Scheer?



    Stunden später: Die ersten, schon völlig anders nachempfundenen Bauteile. Aber ich hab ja im Großen und Ganzen gewusst, worauf ich mich einlasse.


    So, bis Morgen.


    Bis dahin alles Gute,

    euer

    box 1

  • Hallo zusammen,

    und herzlich willkommen zum "Urlaubs-Morgens-Einstellungs-Abschnitt.

    Ein Daumen-Dankeschön an Didibuch, Moritzleo, wiwo 1961 und J.G.Christoph.


    So, obwohl schon länger her, hat mir die Sache mit dem fehlenden Oberdecksspant 19 seit gestern keine Ruhe gelassen kratz1 :


    Der fehlt tatsächlich:



    Damit läge auch bei der Originalumsetzung ziemlich viel "nichts" zwischen Spant 18 und der dünnen Aufbauwand vor Spant 20. Lediglich die etwas dickere Kartonlage gäbe Stabilität. Des im Längsspant aber vorgesehenen passenden Schlitzes über 19 wegen glaube ich jedoch eher an eine Lässlichkeit des Verlages.



    Hier die korrigierte Aufbauwand. Nun wird auch optisch klar, dass die weißen Felder vor der Wand nicht mehr stimmig sind. Zu diesem zeitpunkt hatte ich schon rund 20 Unstimmigkeiten bezüglich der Decksaufbauten gelistet...



    Nun eine Übersicht, der hintere (untere) Decksteil ist schon eingeklebt.


    Und nun zu den Stellen, an denen der Frosch die Locken hat:



    Durch die deutliche Verschmälerung des Oberdecks (mittig) mutiert die vormals kreisrunde Fläche der Barbette zum Ei. Die um fünf Millimeter große rechteckige Fläche für eine fünfte Kiste am Barbettensockel, vormals an der Naht gelegen, fällt durch die Schnitte weg - macht nix, die Positionen und zum Teil auch die Dimensionen dieser Kisten lala1 stimmte eh` nicht...

    Was auch nicht mehr stimmte, ist das Breitenverhältnis der Grafik der von mir vom eigentlichen Decksentwurf abgetrennten "Zunge" am Auslauf hinter den Viertelkreis-Profilen. Dieses Decksteil passt maßig, nur die grafischen Übergänge nicht. Diese werden durch die zweite Decksauflage abgefangen, welche dann aber von außen beschnitten wird... denk1

    (Besser auf die Bilder warten statt grübeln...)



    Das ist der Breitensprung am Vorschiff, welcher sich durch das Ende der vorderen seitlichen "Spangen" ergeben hat. Hier der von mir abgetrennte vordere Abschnitt, in der Dimension zu den Spanten am Vorschiff noch nicht passend.



    Hier das an die Kontur angepasste Zwischenstück, und das völlig unbrauchbare "Riffelblech-Anmutungs-Endstück" zum Bug. Die "Nasenspitze" der Admiral Graf Spee hatte eine völlig andere Kontur, als im Modell wieder gegeben.

    Gibt es heute noch als Abendunterhaltung...

    Bis dahin alles Gute,


    euer box 1

  • Hallo Robert,

    die GPM Version der Graf Spee, die mit der Version von CfM ,bis auf die Farbe, identisch ist, enthält viele Fehler. Diese alle zu korrigieren war mir zu waghalsig. Daher habe ich mich auf mäßige Korrekturen beschränkt. Ich drücke Dir für Dein Unternehmen fest die Daumen.

    LG

    Kurt

    32907-die-kartonmodellbauer-signatur-1-jpg
    Meine Untaten


    Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man überhaupt eine hat.

    (Heinrich Heine)

  • Schönen guten Abend zusammen,

    und den Daumendank an:


    J. G. Christoph, Schiffbauer und Didi Buch!


    Und Kurt - wahrscheinlich siehst Du bald einen weiteren Kinken, den ich angegangen bin... Davon abgesehen, damit:

    die GPM Version der Graf Spee, die mit der Version von CfM ,bis auf die Farbe, identisch ist, enthält viele Fehler.

    Hast Du (leider) recht! Ich habe, glaube ich, noch einen Zettel `rumfliegen, auf dem um die 20(!) zum Teil brachiale Fehler gelistet sind - nur für den Rumpf + drum herum. Weshalb ich auch erst nach Fertigstellung desselben den Bau "öffentlich" weiterführe.


    Doch jetzt muss ich für diesen Bogen trotz allem eine Lanze brechen, weil:

    Vor über 20 Jahren waren die "Wissenskörbchen" im Internet, welche heute für Umme so gern angezapft werden, entweder noch gar nicht vorhanden, oder nur rudimentär gefüllt. Was schon einige dieser Fehler erklärt. Ich komme im Laufe des Bauberichtes noch darauf zurück. Trotzdem, der Bogen ist teilweise grausig, insbesondere, weil es auch schon um 2000 genug suffiziente Literatur gab, die manche Fehler in diesem Bogen erübrigt hätte. Da wurde meiner Meinung nach teils mit heißer Nadel gestrickt...


    Also:


    Hier eine hoffentlich eingängige Fotografie, worauf meine doppelte Deckslage überhaupt abzielt, vom "Unterdeck" bleibt zum Schluss nur die äußere blau-graue Umrandung offen, darauf kommt das an den Rändern dann stark veränderte "Holzdeck".

    Das sieht - hier schon ein Probeliegen - dann bald so aus:



    Die dunkle Linie hinter der Holzanmutung gibt später den Wassergang ab. (Jochen Brennecke nennt den in seinem Buch auch "Wassergraben" ) Die helle Linie steht hoch, dass ist das von mir eingefügte Viertelkreisprofil in Gegensicht.


    Aber so weit sind wir noch nicht...


    Wir sind hier:



    Auf der Suche nach der passenden Oberflächenstruktur der blechernen Nase der Admiral Graf Spee. Ein (verworfener) Versuch mittels Holzfeile Struktur zu erzeugen, die halbwegs passt.



    Gewonnen hat jedoch das mittlere Teil, Schleifpapier in Körnung 180! Rechts der Verwurf mit per Feile strukturiertem Stanniolpapier, links das Angebot des Bogens. Die "Riffel" hätten eine Länge von rund 40 Zentimetern. Auf so großem Fuße lebte unsere Kriegsmarine nun nicht. Ach ja, das Deck besteht vom Bogen her aus vier Teilen. Als ich mit meiner Version fertig war, kam ich auf 19. Da ich immer weiter teilen musste. Die Nasenspitze zum Beispiel, hier schon abgetrennt, wird auch noch mal verworfen, da im Original eine völlig andere Form vorliegt.



    Und wieder mit zusätzlichen Laschen. Das waren zum Schluss um 200 Extra-Stützen, wie diese horizontalen, kamen auch noch jede Menge Vertikale hinzu.



    Erst mal im Voranstrich, aber schon mit offenen Durchlässen für die Ketten. So, und nun Gut`s Nächtle,


    euer box 1

  • Ach Wat,

    schlafen kann ich zwei Meter unter der Erde noch lang` genug!

    Denn nach dem Hochladen habe ich noch Tommis Einlassung gelesen:

    das ist eine sehr akribische Herangehensweise…dies könnte somit ein längerer Baubericht werden…

    Du machst dat bisken schon !

    Joh! Die Steilvorlage von Tommi muss ich noch nutzen:



    Denn nach dem Bisken hier ist zumindest der "Unterleg-Decksteil fertig - Das Bisken ist des Grafen seine Nase!

    Im Bogen nicht vorhanden, hier aus einem Stück Hartholz "geschnitzt". Mittels Dremel...

    Aus 5 x 1 mm-Karton-Stücken übereinandergeklebt nicht herstellbar, Fetzerei...


    Aus Balsaholz ähnlich, hier nun - noch zu Spachteln - aus Buche der Rohling.


    Nur, ganz so einfach auch wieder nich...



    Denn die Strukturen waren tatsächlich unterschiedlich hoch. Steuerbordseite niedriger, Backbordseite höher, und einen Tucken länger. Dies habe ich durch Kartonstreifen dargestellt.


    Warum die Asymmetrie? Dass habe ich meinen Hammonia-befahrenen Freund befragt. Das wusste er nicht! "Wie oft soll ich Dir denn noch sagen, ich war inne Maschine..." Immerhin, er wusste, dass die "Nase" fachlich korrekt "Lippklampen" heißt. Aber warum unterschiedlich hoch - hier ist Platz für Erklärungen zum Warum.



    Soweit, so anders als im Bogen vorgesehen.



    Und damit ist nun wirklich Schluss für heute.


    Bis Morgen


    der box 1

  • Hallo zusammen,


    und Danke an die erhobenen Daumen von:

    Didi Buch, J. G. Christoph, Tommi, Ulrich und Curmudgeon!



    Nun weiter, immer noch mit dem Deck! (Und der Maurer greift zum Stein, doch es ist immer noch derselbe...)




    Fragliche Zacken am Holzdeck - so heißt das damals von mir abgelegte Bild. Nun, jetzt sind sie nicht mehr fraglich, weil eindeutig falsch. Die im Bogen deutlich sichtbaren, eckigen Ausläufe auf hellblauem Untergrund hat es so nie gegeben, alle mir zugänglichen Originalaufnahmen zeigen einen geradlinigen Abschluss zum Wassergang hin. Doch hatte dieser Fehler seine Vorteile. Ich konnte, da ja auf den deutlich schmälerem Unterdeck abzulegen, von der zweiten Decksauflage die Zacken einfach abschneiden. Schon war`s dort gerade... Außer am Heck, denn dort blieb die Breite, wegen dem korrekten "eckigen" Abschluss zwischen Bordwänden und Deck in der Breite gleich, also wie im Bogen vorgegeben.



    So wurde hier wurde zum Pinsel gegriffen und die Kanten kaschiert. Gleich mit, die falschen Markierung zu so nicht vorhanden gewesenen "Kisten & Kasten" - eine ganze Menge, wie auch die weiteren Bilder zeigen werden. Manchmal waren die tatsächlichen Gegenstände einfach nur größer, kleiner, an anderer Stelle, manchmal aber auch gar nicht vorhanden... :cursing:



    Wie im vorderen Bereich. Bis auf den Kettendurchlass oben rechts kennzeichnen die Löcher die ausgeschnittenen, weißen Flächen am Bug, welche dort bei Admiral Graf Spee nicht mit irgend etwas belegt waren, sondern Decksplanken zeigen. Die Kette kleiner Kästen an der Barbette hat es - zumal unter der Enge des überhängenden Bodens von Turm A - nach meinen Original-Abbildungen ebenfalls nicht gegeben.


    Aber Achtung! Ich möchte mich mit diesem Bau möglichst nahe am Rüststand und dem Aussehen vom November 1939 bewegen. Ich kann nicht ausschließen, dass Admiral Graf Spee, zum Beispiel 1937 oder -38, nicht doch dort "Kisten & Kasten" stehen hatte.



    Ach ja, Klabautermann war mal, jetzt gibt es Klabauterkater...

    Postmann klingelt, ein paar Minuten nur etwas Dorfklön mit ebenfalls heraus getretenem Nachbarn, Post anne Kinners und uns Eltern verteilt - war vielleicht eine viertel Stunde abwesend... Was man ihm lassen muss, er hat über alle Jahre nie einen Schaden angerichtet. Denn wenn er gar keinen Platz auf dem Schreibtisch findet, schläft er gleich auf meinem Stuhl... urlaub1


    Dort wo keine kleineren, größeren oder "anderen" Sachen auf die farbkaschierten Flächen gestellt werden, habe ich mich für das Einflicken von Stücken aus kopierten Bogenteilen entschieden. Die am Heck nebeneinanderliegenden Kreisausschnitte waren Deckel von Ladeluken.



    Auch am Vorschiff wurden die Fehlstellen zugesetzt. So, im Abendtröt wird das Deck endlich fertig...


    Bis dahin,


    euer box 1

  • Hallo zusammen,

    nun der "Abendsender" mit weiteren Beiträgen zum Deck!

    Aber vorher ein Dankeschön an J. G. Christoph für den "Hochdaumen"!



    Nee, nicht das Ergebnis nach zwei Flaschen Rotspon! Immer noch die untere Deckslage, aber nun mit überarbeitetem Wassergang und dem "Blechdeck". Nach Jung/Abendroth/Kelling die Entsprechung "Trittfeste Außendecksfarbe (Tr. D. Nr 59)" für Wassergänge und Decks z. B. von Torpedobooten = sehr dunkles Grau. Originalfotos zeigen diesen Bereich bei Admiral Graf Spee stets dunkel, den "Nasenteil" mit den Lippklampen heller, und dies homogen zur Farbe der Bordwand. So auch im Kagero-Heft zu sehen.



    Und endlich, endlich ist der Unterbau "durch"...



    Und so sieht das Ganze mit aufgelegtem "Holzdeck" aus - schon besser, das Grafiti is wech..


    Nochmals "Nase":



    Schön zu sehen die höherstehende und etwas längere Stb.-Lippklampe.


    Und bis dahin war es eigentlich nur Fleißarbeit...



    Welche für die Bordwände noch etwas weitergeführt werden musste, bevor es damit weitergehen konnte: Rund 50 Klebelaschen, nur für das Überwasserschiff. Da bekommt das Wort "Kartonmodell" eine ganz andere Bedeutung. Ungefähr an diesem Punkt fing ich die zweite Tube Uhu Schwarz an.



    Sodele! Nun musste auch noch Gehirnschmalz aufgewendet werden. Links der nach Originalbildern und Kagero stimmige Verlauf der Bullaugen, genau unterhalb der Wölbung. Eher kontraproduktiv, wenn die Bullaugen ausgestochen werden, von wegen Einrissen. Zumal, wenn die Bordwand oben gekappt wird, ist sie unten etwas zu kurz. Rechts die Bordwand unbeschnitten, mit dem dann zu großem Abstand der Bullaugen zur Wölbung. Lösung: Auf 105% kopiert, Größe der Bullaugen wird ja durch den Drehstanzer (Screwpunch) geregelt, den Überstand habe ich nach dem Festkleben dann höchst unprosaisch mit der Schere abgeschnitten. Doch bis dahin waren noch ein paar "Kleinigkeiten" an den Bordwänden zu korrigieren.


    Die gibt es Morgen zu sehen.


    Bis dahin alles Gute,


    der box 1

  • Hallo Robert

    Wie ich so sehe ist deine Fellnase rund und gesund. Meine haben früher auch immer solche Plätze gesucht und nie was beschädigt. Liene Tiere.


    lg


    Otto

  • Hallo zusammen zum Morgenbeitrag.

    Otto, ja, ich glaube, die haben schon eine Antenne dafür! Aber von wegen rund - ich bin ihn etwas am abspecken, Tierärztin hat dazu geraten. Ei ei, ei - das gefällt ihm gar nicht - diese Gesänge und anklagenden Blicke am (schon) leer gefutterten Fressnapf... Doch nun von der Bordkatze zurück zum Schiff, aber erst das Dankeschön an Armin, J. G. Christoph, Schiffbauer und wiwo 61 für ihre erhobenen Daumen.


    Nun zu den Bordwänden. Sieht man genau hin, waren die Ankerklüsen am Original, in etwa 45° schräg zum Wasser, etwas nach innen laufend. Der Anker saß dort wie in einer kleinen Tasche, aber nur zum Teil. Und dies galt es darzustellen. In einem luziden Moment denk1 kam ich auf die relativ einfach umzusetzende Idee, etwa 2/3 des weißen Segmentes einzuschneiden, nach innen zu biegen, etwas aufzuklappen und den "Fingernagel-Spalt" mit einem passenden Stück Karton zu verleimen.



    Außen sah es so aus:



    Die Kanten wurden so lange immer wieder mit Weißleim aufgefüllt, bis sich eine Verrundung darstellte.



    Die im Bogen enthaltenen Führungen habe ich dann eingefügt, und prompt die zeitgleich erstellten Ankermodelle schwarz statt grau gefärbt. Nach Abschluss der Darstellung der Klüsen ging es, dort wo diese auf einen Spant treffen, an das Ausschneiden desselben.



    Beim Probeliegen habe ich festgestellt, dass die Folge im Bauplan eine unnötige Komplizierung bedeuten würde, weil ich den vorgesehenen Gürtelpanzer ja so nicht bauen wollte.



    Um das Einfügen vieler weiterer Stütz-Laschen an der Oberkante der Anschlusswand habe ich mich damit auch erfolgreich gedrückt:



    Statt, wie vorgesehen, den Freiraum im Bauteil auszuschneiden, blieb einfach alles `drin, da der von mir stark korrigierte Panzer eine ganz andere Vorgehensweise erfordert hat. Wenn man so will, hatte ich ein positives Faulheitserlebnis, sommer1 da sich die Bordwände so wesentlich leichter aufbringen ließen.


    So, bis heute Abend,


    euer

    box 1

  • Schönen guten Abend zusammen,


    und einen Daumendank an Didibuch und wiwo 61!


    Bordwände 2.0:



    Hier die Stb.-Seite. Kann man auch als grob geschludert bezeichnen - aber was da noch an teilweise sichtbaren Bauteilen im nicht erfolgtem Ausschnitt(Kopie!) zu sehen ist, wird ff. ja vom Gürtelpanzer verdeckt.



    Die Bb.-Seite sah noch gruseliger aus, da ich dort nur noch auf Kanten bzw. Hochstände geachtet habe, nicht mehr so genau auf Anschlüsse.


    So simpel der Bogen im Detail, und teilweise auch völlig falsch hinsichtlich mancher "Geräte" ist, so gut sind dessen Passungen.



    Hier am Heck, welches nicht mal mit besonderer Sorgfalt gelegt wurde, da "Spachteln, Schleifen, Spachteln, Schleifen... ", wie Tommi es immer so passend beschreibt, am ganzen Rumpf schon eingeplant war. Im weiteren zeigt sich, dass ich besser auf die berühmten drei Punkte geachtet hätte, mit welchen Tommi diesen Satz zu beenden pflegt. Dazu unsere Rechtschreibung: ...man davor zurückschreckt, etwas auszusprechen – oder besser, es auszuschreiben. (... - die sind von mir!)


    Dann wurde der an sich auch sehr gut passende Bug "zersägt", denn die nun durch die Lippklampen nach unten breiter gewordene Rundung am Bug erforderte dies, und entsprach viel mehr dem Original.



    Durch den Keil konnte ich die gewünschte Verbreiterung herstellen, welche später in eine deutliche Verrundung, dem Original entsprechend, weitergeformt wird.



    Nun ging es an die Herstellung des Gürtelpanzers. Dieser betrug bei der Deutschlandklasse an der Deutschland noch oben 50, und unter der Wasserlinie 80 Millimeter. Dann hat wohl jemand die Schutzwirkung des Wassers erkannt, bei Admiral Graf Spee waren die Verhältnisse genau umgekehrt, oberhalb 80, unterhalb 50 Millimeter.


    Die umzuklappenden 2 Millimeter des Angebotes im Bogen hätten jedoch eine Dicke am Original von rund 40 Zentimetern entsprochen. Ging also gar nicht. Aaaber: So ganz daneben lagen die Konstrukteure des GPM-Bogens nun auch wieder nicht, denn diese Anmutung simuliert gut die sehr starke Panzerdicke, die auf allen Bildern so ersichtlich ist. Schock-Schwere-Not! Wat nu? Dass der Panzer soooo dick ist, kann ja auf Bildern fast jeder Veröffentlichung nachgesehen werden.


    Des Rätsels Lösung steht, glaube ich, bei Prager: ..." der Gürtelpanzer mit einem schräg ablaufenden Winkel von 12° an den Rumpf gelegt wurde."


    12°! Das sagte dem Mathe-Physik nicht abgeneigtem Menschen, dass sehr wenig Winkel auf sehr viel schräger Fläche verläuft. Und wenn mich Herr Pythagoras richtig beraten hat, bekomme ich bei einem sehr langen horizontalen Schenkel, einem rechten Winkel und einem vertikalen Schenkel von 80 Millimeter einen 12° Ablaufwinkel, welcher (aus der Erinnerung, schon eine Weile her ...) über 30 Zentimeter bis zum Treffpunkt an der Horizontalen läuft. Also: Eine optische Täuschung der Bilder. Die mehrfach geteilte GPM-Lösung war aber nicht nur dem optischen Eindruck geschuldet, sondern auch der Baubarkeit.



    Denn diese, so zeigt das Bild, kam mit 0,5 Millimeter starkem Weißkarton schon an die Biegegrenze, es also nur mit mehreren, insgesamt sieben, Segmenten pro Seite funktionierte. (Ich habe mir die künstlerische Freiheit gegönnt, die Modell-Admiral Graf Spee etwas aufzurüsten, der untere Teil des Panzers beträgt so auch 0,3 statt 0,25 Millimeter. Den Ablauf habe ich mit schräg an die Kanten geleimten "Bändern" aus Bogen-Karton von knapp 2,5 Millimeter Breit simuliert.


    Die zwei weißen Punkte sind in vormals ausgestanzte Löcher für Bullaugen gesetzte Stücke, da im Original drunter eine Klappe montiert war, über welcher die Bullaugen ebenfalls fehlten. Die hintere Klappe, in einem Originalbild zum Bug hin angeschlagen, ist im Bogen grafisch dargestellt, auch fehlen richtiger Weise darüber zwei Bullaugen.


    So, dies für heute,


    bis Morgen dann,


    der box 1

  • Hallo Robert,


    ich bin begeistert welche Akribie du an den Tag legst um in stimmiges Modell zu erschaffen.

    Vielleicht können Die ein paar Originalpläne helfen, finden kann man sie unter

    https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/1f9468ac-030f-4a94-aee3-c048fbc629f4/


    Um die Plansuche auf die digitalisierten Pläne zu beschränken, muss man(n) "Nur mit Digitalsat anzeigen" (ist blau - links unten) aktivieren.

    Es ist sogar ein Fensterverteilungsplan vorhanden grins 3


    Weiterhin viel Spaß

    Gruß

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    und vielen Dank für die Daumen von Bernhard, Retep09, J. G. Christoph, Otto, wiwo 61 und Didibuch.


    Tommi - vielen lieben Dank!

    Andreas - das ist ja ein phantastischer Link! hüpf1 Vielen Dank! Ich schätze, dass ich diesen bei den Aufbauten nötig haben werde. Noch was zur "Akribie":

    Literatur zur DKM habe ich teils schon von meinem Vater geerbt, welcher den Krieg auf Schnellbooten überlebt hat. So geht zu nahezu jedem Bogen Hand in Hand der Griff ins Bücherregal. (Mal sehen, ob das Alles auch so stimmt!) Je nach Modell kaufe ich schon seit langem ergänzend hinzu, wie diese Kagero-Hefte. Meine liebste Quelle sind jedoch Originalaufnahmen, am besten zeitlich eingrenzbare. Anhand derer wusste ich schon lange vor dem Anschnitt des Bogens, auf was ich mich da einlasse. Im Lauf der Jahre - Bogen gezogen, gegrübelt, einen Zettel mit "anders oder neu machen" hineingelegt - wuchs der "Zusatz" zu einem ansehnlichen Stapel. Bin also kein Recherche-Genie, habe nur lange Zeit Informationen gesammelt. Und die lassen folgende Schlüsse zu diesem Bogen zu:

    Statt sofort über Superungen eines Bauteils nachzudenken, musste ich schon am Rumpf überdurchschnittlich oft zuerst klären, ob es dieses Teil überhaupt an Bord der Admiral Graf Spee gegeben hat, oder die Anmutung von einem anderen Entwurf der Deutschlandklasse stammt, oder aus einem "Vor-Umbau-Zeitraum". Danach muss ich schauen, ob es dieses Teil auch in dieser physischen Form so gegeben hat, und dann noch, ob die Position denn stimmt... Achtung, ... Punkte!


    Nun aber weiter:



    Das ist jetzt schon das Unterwasserschiff, denn die "Spachtel-und Schleifarbeiten" zeigen die Bordwände + Seitenpanzer ja nochmals. Hier gehe ich wie im oberen Teil vor, erst wird mit wenigen Spanten vorn wie hinten der Längsspant genau ausgerichtet.



    Im Bild kaum bemerkbar, die durch die Anschrägung der Spanten leichte "Schiefstellung" der Aufleimer, und der geringe, aber nötige Freiraum, den die Bodensegmente benötigen.



    Und wieder habe ich jede Menge zusätzliche Klebelaschen eingezogen, mittels derer die Positionierung der Bodensegmente leichter fällt, und deren Haft verbessert wird.



    Da dieses Modell in eine Vitrine kommt, habe ich aus 13 mm-Hartholz passende Stempel hergestellt. 13 Millimeter Durchmesser hat auch ein Stanzeisen ("Lochpfeife") in meinem Werkzeug, der Durchmesser hätte auch variieren können.



    Ohne die "Blitzer" hätte sich schon ohne Nacharbeiten ein gutes Unterwasserschiff ergeben. Ich verarbeite übrigens immer erst die Bug- und Hecksegmente, und lasse beide Linien in der Mitte zusammentreffen, da ich dass üblicherweise nahezu rechteckige letzte Bodenprofil leichter anpassen kann, als ein Abschlußsegment.



    Die Stützen ähneln frappant alten Wäscheklammern. Auch dieser Bauabschnitt lief von den Passungen her völlig problemlos.


    Weiter mit dem Rumpf geht es heute Abend,


    bis dahin alles Gute,


    der box 1

  • Hallo zusammen,


    Danke an Günter, Schiffbauer, Retep09 und J.G.Christoph für euer langes Folgen und eure Daumen!


    Weiter gehts:



    Es waren rechts und links nur jeweils Zehntel-Millimeter, die beschnitten (und nicht mit Spaltstreifen verbreitert!) werden mussten.



    Aber zurück zum Bug-Anfangs-Segment, ich bin mit der Abfolge durcheinander gekommen. An diesem Segment kam die erste Detail-Ergänzung des Unterwasserschiffs zum Tragen, das Bugschutzgerät.


    Denn wo Ottern gefahren werden, welche sowohl im Bogen, wie im Kagero-Heft als auch auf Originalaufnahmen zu sehen sind, muss auch die aus der Bugspitze ausfahrbare Stenge vorhanden sein:



    Welche am Modell als Rohling so aussieht (Phöses Makro...) Erstellt aus einem Kreissegment mit 4, 0 Millimeter Außendurchmesser, innen 2,5, darin eine Kreisscheibe von 1,0 Millimeter Durchmesser. Das Ganze dann mit Weißleim eingesabbert, damit es "füllig" wirkt.



    So sah der Zustand mit nun verleimten Segmenten der Gürtelpanzer-Anmutung an der Bordwand aus. Doch bevor "Spachteln und Schleifen begann", gab es einige Gedanken zur Farbe:



    Prager hat in seinem Buch "Panzerschiff Deutschland / Schwerer Kreuzer Lützow" eine sehr genaue Angabe zum Farbschema der DKM.

    Das "Gummiboot-Quietschrote" Unterwasserschiff aus dem Bogen schied schon beim ersten Augenschein aus. War noch heller als die helle Referenzfarbe.


    Doch auch die Umsetzung der genauen Angaben von Prager ist nicht so einfach, meine "Selbst-Fragen" habe ich der Einfachheit wegen gleich an die RAL-Farbliste getippt, bitteschön:



    Nun galt es mischen, jedoch nur, was das UWS anging. Denn die Aufbauten der Admiral Graf Spee wurden erst in See umgestrichen. Ich setze dieses Schema hier in erster Linie für Interessenten an der Friedensfarbgebung von Schiffen der DKM ein.


    So, bis Morgen,


    euer box 1

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