DS ALEXANDRA / 1908 / HMV und mehr / 1:250

  • Am 15. April 1908 lief der Salondampfer ALEXANDRA in Hamburg vom Stapel. Die Vereinigte Flensburg- Ekensunder und Sonderburger Dampfschiffsgesellschaft aus Flensburg bestellte den Salondampfer auf der „Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG“ (vormals Janssen & Schmilinski).



    Das Schiff war damals das modernste und schnellste was die Reederei unter ihren 20 Schiffen zu bieten hatte. Die ALEXANDRA hat die Zeiten unter wechselvollen Bedingungen und zwei Weltkriegen überdauert und fährt noch heute - siehe Foto - als Museumsdampfer in Flensburg.

  • Mein Modell ist auf Basis des sehr schönen HMV-Bogens im Maßstab 1:250 gebaut. Entgegen der Vorlage habe ich mein Modell jedoch in einen frühen Bauzustand versetzt. Die heute vorhandene Rettungsmittel wie Schlauchboot auf dem Dach und Rettungsinselcontainer und die Radaranlage habe ich weggelassen. Weitere kleine Details (Lage der Seitenlichter, offene Reling achtern, Spritzwand hinter der Back, Kompass, Lüfter, u.a.) habe ich beim „Rückbau“ beachtet. Das Modell hat eine Länge von 14,6 Zentimeter.






  • Das Schiff ist 140 BRT groß, 36,96 Meter lang und 7,17 Meter breit. Der Tiefgang beträgt 3 Meter. Die von der Werft gebaute Verbundmaschine leistet 420 PSi (309 kW) und bringt das Schiff auf 12 Knoten. Die heute zugelassene Personenzahl beträgt 150.


    Es heißt, dass der Dampfer so ruhig läuft dass man eine Tasse Kaffee (oder ein Glas Bier) auf die Reling stellen kann ohne dass etwas daneben geht. Vor dem Ersten Weltkrieg erstreckte sich das Fahrtgebiet der Fördedampfer bis weit ins heutige Dänemark. 1920 kamen u.a. die Orte Sonderburg und Ekensund durch Volksabstimmung nach Dänemark, die „Vereinigte“ musste sich auflösen und mit kleineren Fahrtgebieten neue, unabhängige Gesellschaften aufbauen. Die ALEXANDRA blieb in Flensburg.


    Besonders zu erwähnen sind die sog. „Petuhtanten“ die auf den Flensburger Fördedampfer anzutreffen waren. Das waren Dauerkarteninhaberinnen („Partout-Karten“) die eine besondere Sprache aus hochdeutsch,waren. Das waren Dauerkarteninhaberinnen („Partout-Karten“) die eine besondere Sprache aus hochdeutsch, plattdeutsch und dänisch sprachen. Sie kannten die komplizierten Fahrpläne der Fördedampfer auswendig, wußten an welcher Station in welchem Lokal es den besten Kaffee gab und waren außer sich, wenn jemand Fremdes es wagte sich auf ihre Stammplätze zu sitzen! haue 1 (Es gab auch einige Petuh-Männer, meist höhere Pensionäre).

  • Noch ein paar Wort zum Modellbau: Das Schiff habe ich 2014 aus dem schönen HMV-Bogen und den dazugehörenden Lasercutteilen gebaut. Die Laserteile sind sehr zu empfehlen, kommen doch die zahlreichen Holzbänke und vor allem die große Gräting achtern aus dieser Quelle. Diese Dinge bilden einen guten Blickfang und werten das Modell sehr auf. Die Fenster habe ich ausnahmsweise nicht ausgeschnitten. Auch entgegen meiner Gewohnheit habe das Modell nicht komplett bemalt. Ich wollte ausprobieren, wie so ein "reines Kartonmodell" in meiner Wasserdarstellung wirken kann.


    Naja, so ganz konnte ich dann doch nicht von Pinsel und Farbe lassen. Die Bordwände haben mit Aquarellfarbe leichte Andeutungen von Plattennähten bekommen und neue, dem alten Bauzustand neukonstruierte Teile habe ich ebenfalls angepinselt.


    Im Buch "Vom Dampfboot zum Katamaran" fand ich einen Riss vom Ur-Zustand des Schiffes sowie einige Fotos aus der gefragten Zeit. Den Riss brachte ich mir auf meinen Maßstab um mit dem BLatt arbeiten zu können. Erst nach Fertigstellung des Modells fand ich im Schifffahrtsmuseum Flensburg ein Denkmalschutzgutachten in welchem die ganzen am Schiff gemachten Änderungen aufgeführt sind... traurig1



    Schade ist - der Konstruktion des Schiffes aber geschuldet - dass die vielen schönen Sitzbänke und Tische unter dem Dach verschwinden. Insofern bin ich froh, wenigstens auf Fotos mich noch der Möblierung zu erfreuen...




    Ich erinnere mich gerne an den Modellbau. Wahrscheinlich deshalb, weil ich mir die Mühe des Fensterausschneidens verkniffen habe... Oder weil die ALEXANDRA einfach ein hübsches Schiff ist und Benjamin einen feinen Bogen daraus gemacht hat! ich weiß noch wie ich mich darüber gefreut habe, auf den Toilettentüren im Bogen sogar die Schildchen für "Damen" und "Herren" aufgedruckt gefunden zu haben... daumen1


    Wie geschrieben würde ich auf die Laserteile auf keinen Fall verzichten. Und ob man nun den aktuellen Bauzustand (u.a. mit Schlauchboot auf dem Dach) mag oder sich das Ursprungsbild hindengelt ist Geschmackssache


    Viele Grüße,


    Klaus

  • hallo klaus,


    Ich kenn den dampfer aus mehreren urlauben oben und er hat mir immer gut gefallen. Für einen dampfer aus eisen zumindes. Mich habenan immer die hölzernen boote ein par meter weiter magisch weg gezogen. rotwerd1


    Dein modell ist, wie bisher von dir nicht anders gesehen, ein traum und giebt einen schönen eindruck vergangener pracht.


    Lg


    Toby

  • Hallo Klaus,


    mehr als ein Schmuckstück!!!

    Viele Grüße,


    Hans-Jürgen


    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Früher oder später, aber gewiss immer wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist. (Johann Heinrich Pestalozzi)

  • Moin Klaus,
    toll, wie Du die Alex in den "Fasturzustand" versetzt hast!
    ich denke die Alex ist mittlerweile mehr Flensburg-Symbol als das Nordertor.
    In den 60erJahren, so kann ich mich erinnern, haben wir eine Klassenfahrt vom Alten Gym nach Sonderburg mit der Alex gemacht, sch . . .Wetter und nirgens konnte man sich in der Wärme verstecken. Kalt, ungemütlich. Aber es gab den Salon, roch nach Grog, aber nur für die alten Herrschaften. Nix für Knaben.
    Usw, Erinnerungen . . .
    Und nu haben wir Kartonbauer die lütte Alex zu Hause.
    Gruß
    Ralph

  • Servus Klaus,


    ein sehr schönes Modell!!!
    Ich werde mich gegen Ende des Jahre auch damit beschäftigen. Als zusätzliches Geburtstagsgeschenk für meine Tochter - Alexandra.


    Grüße
    Da Norbert

    Signature
    Under construction!

  • Hallo Klaus


    Hier zeigst Du wieder eines Deiner hervorragend gebauten HMV Modelle. Ich persönlich schneide, wenn ich ein HMV Modell baue, auch ungern die Fenster aus. Denn ich finde, die sind schon so gut im Druck, dass man das gar nicht braucht. Den je nach Modell verschlechtert man die Ansicht des Modells. Um die Struktur des Modells zu erhalten, will ich das Kartonmodell in seinem Original belassen.

    Viele Grüße bis bald


    Guido


    Ich bau was mir gefällt, das ist meine Welt. Recht zugig geht´s voran, ich tue was ich kann.
    karton1 Wie Sie halt so sind tanz 1 tanz 1 tanz 1 tanz 1



    .

  • Hallo Klaus,


    ich kann mich da meinen Vorschreibern nur anschließen. Ein richtig schöner kleiner Dampfer. Dazu das Ganze hervorragend gebaut und in Szene gesetzt.


    LG Ralf

    Modellbau ist wie pupsen, ....wenn man es erzwingt wird's Scheiße... sorry1

  • Lieber Klaus,


    ich bin nun schon ein paar Mal durch die Bilder gegangen, komme aber erst jetzt dazu, etwas zu schreiben. Sind hier gerade "busy times" happy 2


    Also - herzlichen Glückwunsch! Großartiges Modell - es gefällt mir richtig gut!


    Mich freut natürlich, dass Du Spaß an dem Modellbogen hattest und die Details bemerkt hast. Mir hat das Konstruieren damals auch viel Freude gemacht. Und den Umbau auf die frühere Version finde ich auch sehr gelungen. Das bringt mich ja richtig auf Ideen... Mit den zwei ordentlichen Booten auf dem Dach gefällt sie mir noch besser als mit dem Schlauchboot. Hat wirklich was.


    Die Alex war zwar nicht meine erste Konstruktion, aber doch die erste, die mit meinem Namen erschien und eben komplett von mir kam. Ich meine, man kann ganz gut erkennen, dass dem Modell 17 Jahre enge Zusammenarbeit mit Piet vorangingen. Ich mag sie sehr, auch wenn ich heute vermutlich schon einiges anders machen würde.


    Auch Deine farbliche Veredlung gefällt mir sehr. Es ist erstaunlich, was auch bei einem doch schon recht hoch detaillierten Modell noch möglich ist. Dein Werk zeigt es deutlich.


    Kotow!


    Liebe Grüße
    Ben

  • Zu meiner großen Freue habe ich in Flensburg gesehen - und vorher schon hier im Forum in Kurts Baubericht erfahren - dass die ALEXANDRA wieder die ursprünglichen Rettungsboote führen wird. Davits und Bootsklampen sind schon installiert. Ich vermute, dass die kommenden Boote nicht als Rettungsmittel eingetragen sind sondern dazu dienen, den ursprünglichen Charakter des Schiffes wieder herzustellen.


    Weiß jemand mehr dazu?


    Viele Grüße,
    Klaus


  • Moin Zusammen;


    ich meine die Boote sind seit 2017 an Bord. Diese kamen an Bord, nach dem die Werftzeit bei Krögers beendet war.


    Dort hat sie auf Ihren Törn seit Ihrer Geburt in Hamburg mal wieder Nordseewasser unter dem Kiel.


    Im Jahre 2020 hat sie Corona bedingt keinen Törn getan, Das Vorschiff war mit einer Persenning abgedeckt.


    "Alexandra": Dem dampfenden Denkmal geht es an die Haut - YouTube


    12. Hafenfest der Dampfschiffe: Dampf Rundum 2015: Diese Schiffe kommen nach Flensburg | shz.de
    dieser Artikel ist hinter einer Schranke.



    Hier habe ich noch eine etwas seltene Aufnahme Salondampfer «Alexandra» freut sich über neuen Kessel | Regional | BILD.de
    Bei Krögers, die beiden Docks kenne ich wie meine Westentasche.


    Hier ist nun das gesuchte Bild vom Dampf Rundum 2019 mit neuen Beibooten.


    Besondere Momente / Galerie (dampfer-alexandra.de)


    An sich sind die neuen Boote nur aus aesthetischen Gründen an Bord gekommen.


    Viel Spaß beim Schauen.


    Viele Grüße
    Arne

  • Danke für die Informationen, Arne daumen1


    Mein Modell habe ich 2014 gebaut. Das Foto vom fahrenden Schiff oben im Beitrag ist von 2013. Seitdem habe ich die ALEXANDRA aus den Augen verloren. Der Tausch der Boote war für mich neu.


    Vielen Dank nochmal, Klaus freu 2

  • This threads contains 2 more posts that have been hidden for guests, please register yourself or log-in to continue reading.