F 86 / WHV / 1:50

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    • F 86 / WHV / 1:50

      Hallo Freunde des geknickten Kartons,

      als 204. Modell entstand auf der Nibelungen-Werft wieder mal ein Modell, dass ich schon in meiner jugendlichen ersten kartonalen Phase verbrochen habe (und das damals mit einem „Aufschlagbrand“ endete grins 2 ) – die F 86 von WHV war es, die ich jetzt erneut zum kartonalen Leben erweckt habe.

      Gebaut habe ich an diesem Modell von 03.-10.03.21 – schon die kurze Bauzeit lässt darauf schließen, dass es nicht gerade ein Detailmonster war. Nein, es hat die üblichen Merkmale der frühen WHV-Flugzeugmodelle (Details dazu siehe weiter unten) – es wurden nur 95 Teile verbaut und 30 davon kamen nicht vom Bogen….

      Jetzt fragt sich möglicherweise die Gemeinde, weshalb man heutzutage im 21. JH, wo man den Wert eines Modells u.a. auch an der Zahl der zu verbauenden Teile zu messen scheint, sich der Nibelung mit so einem recht spartanisch detaillierten Modell beschäftigt.... kratz1

      Nun, wer meine diesbezüglichen Berichte über wiedererstandene alte Modelle bisher verfolgt hat, der kennt die Gründe: Zum einen habe ich mir ja vorgenommen, die vor 50 Jahren oder so „verbrochenen“ Modelle nochmals und mit einer dem Alter entsprechenden Sorgfalt zu bauen, und zum anderen dienen die alten WHV-Flugzeugmodelle dazu, Lücken in meiner umfangreichen 1:48er Flugzeugsammlung aus Plastik zu schließen, denn doch relativ viele dieser Kartonmodelle gibt bzw. gab es in meiner Plastikbauphase eben nicht aus diesem Material.

      Zu diesen damals nicht verfügbaren Modellen zählte u.a. auch die Allwetterversion der F-86, die für die Bundesluftwaffe beschafft worden war, die „Sabre Dog“ mit der dicken schwarzen Nase. Und hier war WHV seinerzeit entweder einem Irrtum aufgesessen oder es war damals tatsächlich der Plan der Luftwaffe, sich die F-86 D zu beschaffen. Aber diese Version ist nie mit dem Eisernen Kreuz geflogen – es war die vereinfachte Ausgabe der Allwetterversion der F-86, nämlich die F-86 K.
      Deshalb zeigt das Foto des Bogens unten auch die Bezeichnung „F-86 D“, während es sich sowohl Vorbild als auch bei meiner Version um die F-86 K handelt.


      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • Zum Modell:

      Das Modell ist, wie bei den recht frühen Modellen von WHV der 50er Jahre üblich, recht spartanisch detailliert: Keine Fahrwerksschächte, keine Cockpit-Inneneinrichtung (war damals ja bei der Kartonkanzel nicht notwendig), keine aufgedruckten Kennungen und einfach gehaltene Fahrwerke.

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Bei den Fahrwerken fehlen dann noch dazu Teile der Fahrwerksklappen – die große am Bugrad und die beiden Innenklappen des Hauptfahrwerks muss man sich selber zaubern; auch die angedeuteten Bordkanonen fehlen beim Druck (was natürlich korrekt ist, wenn man von der F-86 D ausgeht).

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • Von mir hinzugefügt wurden neben den fehlenden Fahrwerksklappen die Flugzeugkennung, die so in dieser Form für eine Maschine des JG 75 galt (dieses Jagdgeschwader gab es für sieben Monate) sowie noch einige Aufdrucke unter bzw. hinter dem Cockpit, die ich mir aus dem Netz ausgedruckt habe.



      Außerdem wurde natürlich die Karton-Cockpithaube durch eine selbst gefertigte ersetzt - diese ist mir diesmal aber nicht so gelungen. Nach dem dritten Versuch jedoch haben mir die Dämpfe beim Erhitzen und Formziehen gereicht und ich habe sie als "passend" definiert....

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Zum Original:

      Die F-86 „Sabre“ wurde 1948-1956 produziert und errang ihren großen Bekanntheitsgrad im Korea-Konflikt, wo es ihr gelang, die Überlegenheit der MiG 15 zu brechen. Sie war bei insgesamt 34 Nationen (laut Wiki) im Einsatz.

      Die Bundesluftwaffe setzte die Tagjagdversion der „Sabre“ ebenfalls ein und beschaffte dann Ende der 50er auch die Allwetterversion der F-86 – es war jedoch nicht die F-86 D, die Allwetterversion der USAF, sondern die F-86 K.

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Was jetzt den Unterschied zwischen der F-86 D und der F-86 K ausmacht, ist u.a. die Bewaffnung. Die F-86 D hatte unter dem Mittelrumpf eine nach unten ausfahrbare Abschussvorrichtung für 24 ungelenkte „Mighty Mouse“-Raketen - offenbar haben in den letzten Kriegsmonaten die deutschen Turbos mit ihren R 4/M-Raketensalven doch einigen Eindruck bei den Amis hinterlassen, denn sie hatten u.a. bei der F-94 „Starfire“ und auch bei der riesigen F-89 „Scorpion“, beides Abfangjäger, ebenfalls zu dieser Bewaffnung gegriffen.

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Die F-86 K hingegen war mit 4 x 20 mm Bordkanonen ausgestattet.

      Außerdem hatte diese Exportversion der F-86 D auch nur eine vereinfachte Avionik-Ausrüstung (ob das jetzt von den Amis, wie bei manch’ anderen Flugzeugexporteuren gelegentlich auch üblich, gezielt für die Exportversion so gemacht wurde, oder ob das von den potentiellen Kunden so gefordert war, entzieht sich meiner Kenntnis).

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • Insgesamt hatte die Luftwaffe 88 Exemplare der F-86 K gekauft. Ursprünglich sollten ja 2 Geschwader mit diesem Allwetterjäger aufgestellt werden – das JG 75 in Leipheim und das JG 74 in Neuburg / Donau. Die Kennung für das JG 75 lautete eben „JE“ – die habe ich auch für meine Maschine gewählt.

      Das JG 75 wurde Ende 1960 in Dienst gestellt, existierte aber, wie weiter oben schon gesagt, nur etwa 7 Monate lang und ging dann 1961 im JG 74 auf, da es sich gezeigt hatte, dass die junge Luftwaffe nicht genügend qualifiziertes Personal hatte, um 2 komplette Allwetterjagdgeschwader aufstellen zu können.

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Am 5. Januar 1966 wurde der letzte Flug einer F-86K des JG 74 durchgeführt – sie wurde durch die F-104 „Starfighter“ ersetzt (die erste Maschine dieses Typs hatte das JG 74 schon im Mai 1964 erhalten).

      Wie man auf einigen der Bilder sehen kann, habe ich die Aufdrucke unter der Kanzel erst nach den Fotos gemacht – nur bei den 3 oben gezeigten Makros im Kanzelbereich sind sie erkennbar. Alle Bilder deswegen nochmal zu machen, dazu hatte ich jetzt definitiv keine Lust….. lala1

      Hier zum Abschluss mal ein Vergleich zwischen einer F-86 aus dem Koreakrieg mit ihrer typischen Bemalung und dahinter einer F-86 K der Bundesluftwaffe.



      Zumindest bei diesem Bild macht die einfache 86er von WHV im Vergleich zu ihrer Plasik-Schwester jetzt gar keine so schlechte Figur, finde ich….

      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

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    • Und zum Abschluss mal wieder ein Action-Foto, wie früher bei allen meinen Galerie-Berichten ja üblich war…..



      So, das war's vom Uralt-Modell der F 86 K von WHV.

      Demnächst meldet sich die Nibelungen-Werft wieder und zwar mit der zweiten Staatsyacht, diesmal der "Ostseeland".

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • Hallo Hagen,

      vielen Dank für die Bilder dieses Oldies. Trotz der bescheidenen Detaillierung und Grafik vermitteln viele der alten WHV-Modelle einen zeitlosen Charme, vergleichbar mit den Papiermodellen der Kranich Reihe.

      Die klassischen Gegner des Korea-Krieges - Mig-15 und F-86 - bot ja auch einst Fly-Model in M 1:33 in einem Bogen.
      Gebaut habe ich beide Anfang der 2000er Jahre. Zwei sehr stimmige Modelle, die aber leider irgendwann in "inkompetente" Kinderhände geraten sind...

      Viele Grüße
      Roland
    • Serfaus Hagen

      ein WHV'ler macht sich hier unter den superdetailed 1/33 immer noch gut.
      Im Actionfoto sieht es für mich so aus das der Abfangjäger es nicht mehr schafft, die abzufangende Airbusmaschiene einzuholen - was bleibt ist nur der "chemtrail" von links nach rechts zum hinterherschaun grins 3 .
      LG Klaus
      viderimus nil posse creari de nihilo
    • @PRT

      Danke für Deinen Beitrag, Roland! happy 2
      Ja, neben ihrem Flair aus der Anfangszeit unserer Kartonmodellbauaktivitäten gibt es halt speziell bei den WHVlern Modelle, die man sonst nirgends findet - speziell in diesem Maßstab.


      @SY 190

      VIelen Dank, Klaus! grins 3
      Hätte aber auch eine 707 oder 727 sein können, die da damals ihre "Rille", wie sich mal mein Neffe als Kind mal geäußert hat, in den Himmel gezeichnet hat....


      @Didibuch
      Vielen Dank, Dieter! freu 2
      Ja, aus dem richtigen Blickwinjel betrachtet, fällt das gar nicht so negativ auf, dieses ältere Kartonmodell...


      Und mein Dank gilt auch den Daumen von Flens, Robson und Classic! danke 2

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • @SY 190

      Kein Problem, Klaus - bei dem, was da seit Jahrzehnten über unseren Köpfen so rumfliegt, kann man schon mal durcheinander kommen..

      Wenn denn Kamerad Covid überhaupt etwas Gutes hat, dann nur als "Collateral effect" dieses, dass die Kondensstreifen über uns seit Beginn der Pandemie deutlich weniger geworden sind.... lala1


      @Gordon Engroff
      Vielen Dank für Deine Daumen! freu 2

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • Moin Hagen.
      Ein Lob von mir für die Fertigstellung dieses alten WH-Modells. Auch wieder mit ein paar Verbesserungen Klasse geworden.
      Auch Dein ausführlicher Bericht über das Original und über das Modell sind wieder mal sehr informativ.
      Bei mir steht das Modell schon seit 1978 im Regal, aber ohne jegliche Superung.
      Gruß Hans Joachim
    • @Hans Joachim
      Vielen Dank, Hans Joachim! freu 2

      Mein erster Versuch mit diesem Modell war in den späten 60ern - da kamen damals als Jets neben der "Seahawk" (auch ein recht guter Bogen von WHV so à la Me 262) noch die F-84 und die F-100 dazu.

      Evtl. will ich auch noch mal die F-84 mit dem "Eisernen Kreuz" bauen - mit dem Ami-Stern habe ich sie schon in Plastik 1:48 auf dem Regal stehen...

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • @Norbert

      Danke für die Links! Schon beeindruckend, das Bild mit den aufgereihten Jets beim zweiten Link! daumen1

      Ja, die F-84 F "Thunderstreak" war ja auch einer der alten Jet-Kämpfer - vielleicht besorge ich mir den WHV-Bogen doch noch (reizen würde s mich schon, diesen alten Bogen auch nochmal anzuschneiden).

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2
    • @Ralf Gesener
      Vielen Dank, Ralf! Freut mich, wenn auch ein einfacherer Bogen gefällt und nicht nur die Detail-Monster von Halinksi usw. freu 2
      Tja, die Action-Bilder - da ein Kartondingens ja nicht fliegen kann, muss man hier eben ein paar Photoshop-Kunstkniffe anwenden, um den Karton in die Luft zu bringe.... grins 2

      Servus
      hvt
      Wenn das Glas halb voll ist, dann ist die Flasche halb leer....

      EIn Dilemma! grins 2