(k.u.k.) SMS VIRIBUS UNITIS / 1912 / JSC / skaliert auf 1:700

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    • (k.u.k.) SMS VIRIBUS UNITIS / 1912 / JSC / skaliert auf 1:700

      Die Schuldfrage:

      Schuld ist die aktuelle Ausgabe (3_21) von »SchiffClassic«! Ausnahmsweise habe ich mir das Heft gekauft weil darin ein Beitrag über die TEGETTHOFF-Klasse steht. Die Schiffe gehören seit Jahren zu meinen Lieblings-Dreadnoughts und ein Modell davon ist schon lange mein Wunsch. Also ran‘ ans Werk und ab an einem Beitrag zur GOLDENEN SCHERE in der gedachten Sparte »Minimodelle«.

      Das Österrreich bis 1918 eine gute und funktionierende Marine besaß, wissen die Meisten von Euch sicher. Das »Flaggenschiff« – im Gegensatz zum deutschen »Flaggschiff« – war SMS VIRIBUS UNITIS. Das 22860 Tonnen große Schiff lief 1911 in Triest vom Stapel und wurde am 1.11.1918 von Italienern im Hafen von Pola versenkt. Obgleich die VIRIBUS UNITIS der erste Schiff dieser Klasse von vier Schiffen war, wird die Reihe in meinen Unterlagen mehrheitlich als »Typ TEGETTHOFF« (eigentlich »Klasse«) angesprochen. Kaiser Franz Joseph I. persönlich verfügte über die Namensvergabe der neuen Schiffe und entschied, dass eben das Erste den Namen seines Mottos »Mit vereinten Kräften« (lat.: Viribus unitis) führen solle.



      Neben der modernen Schiffsschraube, dem Torpedo und dem Luftkissenboot baute Östereich auch die ersten Drillingstürme mit Schwerer Artillerie auf den neuen Schiffen ein. Die zwölf 30,5 cm Kanonen kamen aus den Skoda-Werken in Pilsen und müssen vorzügliche Waffen gewesen sein. In Verbindung mit den Entfernungsmessanlagen aus britischer Produktion konnte die TEGETTHOFF-Klasse absolut mit gleichaltrigen Dreadnoughts mithalten.

      Zum genaueren Studium des Schiffes und seiner interessanten Geschichte verweise ich auf Wikipedia oder die Seite

      viribusunitis.ca/viribus-unitis-class
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Die Vorbereitungen:

      Hier im Forum gibt es ja schon einige tolle Berichte über die TEGETTHOFF-Klasse. Wiwo baute und baut sie in verschiedenen Maßstäben, Kurt, Ingo und Kurt (Spitfire) präsentierten ihre Bauberichte und Andreas stellte in einem Beitrag das zeitgenössische, großartige Schnittmodell der VIRIBUS UNITIS im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien vor.

      In Wien war ich auch und habe besonders interessiert – mit fachkundiger Begleitung! zwinker2 – das genannte Großmodell angesehen:

      arbeitskreis-historischer-schi…schichtliche-museum-wien/



      Seit Jahren habe ich den berühmten Prasky-Plan plus Detailzeichnungen und eine Modellpräsentation im Buch »Das historische Modell als Schiff» (Alfred Albert). Es geht darin um das 1:200 Massiv-Modell von Angelo R. Venturini gebaut und in den 1980ern bei der WM in Rastatt mit einer Silbermedaille geehrt. Im Buch ist der Prasky-Plan handlich auf einer A3-Fläche abgedruckt (das ausfalten des Originals entfällt damit weitgehend). Dazu habe ich mir die einfache Skizze aus »Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer« auf 1:700 skaliert um einen einfachen Plan zu haben. Die Sachen reizten doch sehr zum Bau. Aber ein Schlachtschiff ist ein Schlachtschiff und ich wollte auf jedenfall kleiner als 1:250 bauen um die Sache relativ einfach zum Ergebnis zu führen. Nun habe ich schon drei Schiffe im Maßstab 1:700 und habe mich daher schnell entschieden, in diesem Maßstab zu bauen. 1:700 lässt viele Details zu, macht den Modellbau aber nicht uferlos.



      Die Frage war dann, welchen Bogen ich dafür skalieren würde. Der 1:400er von GPM gefällt mir sehr gut. Der deutlich einfachere Bogen von JSC passt für das Vorhaben besser.



      Aus dem Nachbarforum habe ich mir noch das Modellporträt von Rober Lachmann zum JSC-Modell geholt. Jetzt also ran‘ ans Werk.
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Die Grundlage:

      Wenn schon ein österreichisches Schlachtschiff, dann auch in Grün/Rosa! Bis Ende 1913 waren die meisten Einheiten der k.u.k. Marine grün mit rosa Wasserpass gehalten (das rosa sollte den Ton von salzwassergefärbter Kupferhaut der alten Segelschiffe widergeben. Die Marineverantwortlichen stellten fest, dass Grün als Tarnfarbe in küstennahen Gewässern funktioniert, aber auf der offenen See eher das Gegenteil bewirkt. Daher wurden die Schiffe in einem Graublau umgestrichen). Grün ist ein großes Modell im Heeresgeschichtlichen Museum (Ich glaube, es ist SMS TEGETTHOFF)



      Über diesen Grünton gibt es Disskussionen ähnlich derer, wie das Gelb bei kaiserlich deutschen Kriegsschiffen definiert wird. Eines war mir jedoch klar: So neongrün/lindgrün wie in meinem JSC-Bogen war es gewiss nicht! Ing. Prasky schreibt von einem Olivgrün was ich gerne glauben mag.



      Da ich meine Modelle sowieso anmale, habe ich die Farbe aus den Bogenscans herausgezogen und mir die Blätter in s/w auf 1:700 ausgedruckt. Ebenso habe ich die Decks entfärbt. Die Tendenz ist, eher hellere Farben zu verwenden wenn das Modell recht klein wird.



      Es folgt nun ein Baubericht »frei nach JSC«. Bei der Verkleinerung darf natürlich niemand Fragen zur Passgenauigkeit stellen. Ich werde auch nicht alle Teile des Bogens so bauen können, wie sie laut Bauanleitung vorgesehen sind.

      Aber nun bald es endlich losgehen mit der VIRIBUS UNITIS im Maßstab 1:700! Dies war nur der Vorspann.
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Klaus,

      da muß ich doch gleich eine Wortspende abgeben.

      Superfeine Sache, daß du das Flottenflaggschiff der alten österreichischen Marine bauen wirst!
      Ich freu mich schon drauf!

      Anbei ein Foto meiner (verstaubten) Viribus in 1:700, grauer Anstrich und aus Resin.



      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Klaus,

      das ist ein super Vorhaben! Für mich auch deswegen interessant, weil der Mini-Maßstab auch für mich in Frage kommt - für 1:250er Schlachtschiffe habe ich einfach keinen Platz...aber wenn man auch in 1:700 gute Resulate erzielen kann, kommen die großen Pötte wieder in meine Reichweite.

      Viel Erfolg wünsch ich dir!
      Ludwig
    • Danke für Euer Interesse und fürs Zuschauen! freu 2

      Eigentlich ist es schon fast Sünde bei der guten Informationslage nur ein so kleines Modell zu bauen. Der Hauptgrund für den Maßstab war – neben dem Platzproblem – welches mit der Zeit immer dringender wird – die Armada von zu bauenden Beibooten. Allein dafür lobe ich mir den kleinen Maßstab welcher zu Vereinfachungen rät und die Arbeitsstunden am Modell massiv verkürzt.

      Hmm, ein Kriegsschiff.. denk1 . Ja, ein Schlachtschiff ist eine gewaltige Kriegsmaschine. Dennoch üben diese Schiffe eine große Faszination auch bei Pazifisten aus. Ich erlebe immer wieder eine Ablehnung von Leuten gegenüber modernen Kriegsschiffmodellen. Ein Modell eines schwerbewaffneten Segelschiffes aus dem 16. Jahrhundert oder eine antikes Ruderkriegsschiff ist für dieses Publikum seltsamerweise oft in Ordnung. Sobald es grau – oder hier: grün – wird, Schornsteine und Geschütztürme hat, geht die Skepsis los. Das darf zum Glück jeder nehmen wie er mag.

      Wie auch immer: Dredanoughts hatten vor über 100-Jahren einen enorm hohen Stellenwert in der damaligen Gesellschaft. Solche Schiffe vereinten den technischen Leistungsstand der damaligen Nationen. Das ist heute vielleicht mit der Raumfahrt zu vergleichen.

      Ich schweife ab...

      Klaus
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    • KlabauterKlaus wrote:

      Hmm, ein Kriegsschiff.. . Ja, ein Schlachtschiff ist eine gewaltige Kriegsmaschine. Dennoch üben diese Schiffe eine große Faszination auch bei Pazifisten aus. Ich erlebe immer wieder eine Ablehnung von Leuten gegenüber modernen Kriegsschiffmodellen. Ein Modell eines schwerbewaffneten Segelschiffes aus dem 16. Jahrhundert oder eine antikes Ruderkriegsschiff ist für dieses Publikum seltsamerweise oft in Ordnung. Sobald es grau – oder hier: grün – wird, Schornsteine und Geschütztürme hat, geht die Skepsis los. Das darf zum Glück jeder nehmen wie er mag.
      Das Stimmt Klaus.Das war /ist auch keine Wertung von mir.
      Ich habe mich ja auch bei den Wikingern herumgetrieben. freundlich1
      Ich kann mit den vielem grauen Teilen nix anfangen.
      Gruß Thomas
    • Hallo Klaus,

      ein Grauer - oder Graublauer oder Grüner (welcher Farbton auch immer) - da ist der Nibelung dabei, egal in welchem Maßstab, mag er doch solch' böse Sachen... hehe1

      Und da gebe ich Dir recht: Ein Segler mit 64 Kanonen war für die davon betroffenen Zeitgenossen damals auch nicht angenehmer als ein Linienschiff mit 12 x 30,5 cm - das soll dem Hörensagen nach auch schon bei einem Faustkeil in der Steinzeit so gewesen sein .... grins 2

      Wünsche Dir viel Erfolg bei dem Unterfangen - bei mir steht diese Einheit auch noch in der Warteschlange, allerdings im JSC-"Originalmaßstab" von 1:250...

      Servus
      hvt
      Und täglich grüßt das Murmeltier - die bundesdeutsche Version seit Januar:
      Demnächst ist mit steigenden Liefermengen bei den Impfstoffen zu rechnen!
    • Der Anschnitt:

      Mit 22cm geht das Schlachtschiff seiner Dreidimensionalität entgegen. Die JSC-Bauanleitung habe ich in guten Stücken ausser Acht gelassen und so gebaut, wie ich es am besten erachtet habe (Ich muss sagen, dass die schriftliche Bauanleitung dreisprachig ((PL; D; GB;) abgefasst ist und gut durchs bauprogramm führt). Die legendäre JSC-Rumpfkastenkonstruktion erfüllt auch im Kleinen seine Wirkung und beugt einem heben der Grundplatte vor. Wo später vorn die Ankerklüsen liegen und achtern der offene Balkon sein wird, habe ich das Gerüst geschwärzt.

      Das entfärbte Deck habe ich auf die eigentliche Decksplatte auf geklebt um vernünftige Wassergänge zu bekommen. Unter das Deck habe ich mittschiffs die Reduite – in Deutschland heissen die Dinger »Kasematten« – für die 15cm Mittelartillerie untergeklebt.

      Im Hintergrund liegt der Sockel für eine Wasserdarstellung. Der gehört nicht zum Wettbwerb und verschwindet später wieder aus dem Blickfeld. Ich habe das nur gebracht, um jetzt schon die Maße für die spätere- »postwettbewerbale« Platzierung abzunhemen.


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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Der Rumpf ist geschlossen:

      Und hier kommt der Rumpf mit geschlossenen Seiten. Bisher ist alles s/w aus normalem 90 Gramm Umweltschutzpapier gemacht. Mit verdünntem Leim habe ich einige Bauteile ein wenig gehärtet.



      Die Bullaugen sind mit der Nadel eingestochen, der Seitenpanzer ist mit stärkerem Zeichenpapier aufgezogen. Die Ankerklüsen sind aufgedoppelt und auch schon die Aufleger für die Torpedoschutznetze sind angebaut. Die Wassergänge und Unterleger für die Ankerketten vorn sind graublau gemalt. Das Aufdoppeln des Decks und der Schutzbleche von zeigen schon Wirkung (finde ich).

      Mit dem Vollenden der Reduite ist wohl eine der ersten Hürden des Projektes genommen.



      Der Sockel hat nun auch seinen letzten Auftritt hier! Wie geschrieben habe ich ihn jetzt schon für zukünftige Maßnahmen benötigt.
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Grün, grün, grün sind alle meine Rumpfteile...

      mit Revell AquaColor »Grüngrau« Nr. 67 kommt Farbe ins Spiel. Wie eingangs erwähnt gibt es um den richtigen Grünton ausführliche Disskussionen. Prasky empfiehlt »Olivgrün«. Ich denke, für meine Miniatur kommt der gewählte, etwas hellere Ton, passabel daher. Der Vergleich zum Originalton des JSC-Bogens macht mich jedenfalls meiner Wahl sicher:



      Grün ist der Rumpf. Die 15cm-Kanonen sind aus Kunststoffborsten eingebaut. Über den Netzaufliegern sind noch kleine Kräne zum Bewegen der Netze gekommen (sowas hatten die deutschen Schiffe nicht). Der Wasserpass hat einen rosa Farbton bekommen (das sollte damals das im Salzwasser oxidierte Kupfer der alten Segelschiffsbeschläge imitieren).

      Bis zum Februar 1914 fuhren die großen k.u.k.-Einheiten diesen Anstrich. Vor Bergketten der Adria zeigte er sich als vorteilhaft, auf hoher See fiel Grün aber mehr auf als das es tarnte. 1913 wurde daher probeweise SMS RADETZKY graublau gestrichen. Dieser Anstrich überzeuge, so wurden alle schweren Einheiten umgestrichen. Nur der rosa Wasserpass blieb bis 1915.

      Nach dem initiator des Baus der TEGETTHOFF-Klasse, Graf Montecuccoli, wird dieser Anstrich »Montecuccoligrün« genannt. Nach dem folgenden Flottenchef Admiral Haus spricht man vom »Hausianischen Anstrich«.



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    • In der Zwinge:

      Zur weiteren Bearbeitung habe ich den Rumpf mit Fixogum auf ein Stück Graupappe geklebt. Um an die Seiten heranzukommen, bietet sich an, das Konstrukt in meinem kleinen Schraubstock zu spannen:



      Mit der Hilfe geht es nun an den weiteren Ausbau der Rumpfseiten. Danach arbeite ich mich von der Oberkante des Decks Stück für Stück in die Höhe.

      Bis dahin grüße ich freundlich,
      Klaus
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Klaus!

      Die "Viribus Unitis" hat es mir angetan, seit ich im Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) das prachtvolle Schnittmodell bestaunen konnte.
      Umso mehr freut es mich, dass du dich an das Schlachtschiff heranwagst und es in so kleinem Maßstab baust.

      Der Anfang sieht sehr vielversprechend aus! daumen1

      An die Farbgebung der österreichischen Schiffe kann ich mich leider nach wie vor nicht gewöhnen: das Grün und der zuckerlrosa Wasserpass schlagen sich einfach in den Augen. Da hatte einer der Marineoberen Geschmacksverirrung! happy1

      Der historischen Wahrheit muss natürlich Genüge getan werden und ich habe vollstes Vertrauen, dass du das Allerbeste daraus machst.

      Ich wünsche dir viel Freude mit der üppigen Österreicherin und gutes Gelingen!
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • moin1 Zusammen,

      ich antworte mal zusammengefasst:

      Ich bin heilfroh, dass sich die Wahl meines Grüntons bei Wiwo sehen lassen kann! Wie geschrieben gibt es zur Auswahl dessen verschiedene Meinungen. Da ich jetzt schon einige graue Modelle gebaut habe, soll das grüne Schlachtschiff mal eine Bereichrung in meinem Schaffen sein. Die Farbe habe ich noch nicht einmal umgerührt... sondern einfach so verpinselt wie sie aus dem Döschen kam. Das hat zur Folge, dass die gemalten Flächen unterschiedliche Schattierungen annehmen was sie in meinen Augen auch realsitischer erscheinen lassen. Prasky* schreibt von Stellen am Schiff, die farblich immer mal wieder nachgebessert wurden und dadruch ein anderes Aussehen hatten.

      *) Ing. Friedrich Prasky hat das gewaltige Schnittmodell in Wien restauriert und einen hervorragenden Bauplan zum Schiff gezeichnet. Der Bauplan diente - soweit ich weiß - JSC und GPM als Basis für ihre Kartonmodelle. Herr Prasky war auch Autor zweier Fachbücher zur TEGETTHOFF-Klasse sowie einiger Fachaufsätze zum Thema.

      Momentan fummel' ich die Torpedoschutznetzanlage zusammen. Dazu dann später mehr.

      Grüne Grüße,
      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Ludwig,

      beim Spantgerippe war der gewählte Karton (Zeichenpapier, 190 Gramm) zum knicken tatsächlich zu stark. Die erforderlichen JSC-Boxen habe ich daher Stück für Stück stumpf aufgebaut. Die bisher verbauten Teile am Rumpf (Redoit/Kasematten und Bordwände jeweils davor und dahinter) konnte ich mit dem leichten Papier ohne Probleme knicken.
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Der eiserne Vorhang:

      Seit dem Auftauchen von H.M.S. DREADNOUGHT 1906 entdeckten die Marinen der Welt wieder das Torpedoschutznetz als Schutz ihrer wertvollen Schiffe gegen Torpedoangriffe. Mittels Spieren wurden die aus Drahtringen geflochtenen Netze wie riesige Gardinen um das ankernde Schiff gehangen. Auf Fahrt wurden die Netze aufgewickelt und auf Aufliegern an der Bordwand entlang gefahren.

      Das »Setzen« der Netze war schwere, komplizierte und ungeliebte Arbeit. Wie die deutschen- so lagen auch die k.u.k.-Schiffe im Ersten Weltkrieg meist in ihren Basen. Die Arbeit an den Netzen war ein probates Mittel, die Mannschaft in Beschäftigung zu halten. Die ganze Anlage brachte ein Gewicht von 90 Tonnen auf die Waage (Netze, Spieren und Takelage). 1917 wurden die Anlagen demontiert als es sich in der Skagerrakschlacht zeigte, dass im Kampf die logerissenen Netze in die Schraubenanlagen kommen können.

      Ein Faden, den ich durch Leim gezogen habe damit sich die Fäden legen, stellt meine Netzdarstellung dar. In Abständen habe ich mit der Kneifzange die Seilbindungen des Netzes immitiert. Abweichend von den meisten Modellen habe ich meine Netze rostbraun gefärbt und auf die bereits vorhandenen Auflieger geleimt.



      Die Spieren sind aus Kunststoffborstenstücken geschnitten. Auf Fotos von Original sind die charakteristisch durchhängenden Haltedrähte nach achtern zu erkennen. Die habe ich mit Fliegenbindengarn dargestellt. Zum malen und kleben stecken die Spieren in Knete.



      Und so zeigt sich mein Schlachtschiff mit kompletter Torpedoschutznetzanlage:



      Belsitiftstriche sollen die Bindungen zu den Spieren und die erwähnten Drahtbindungen am Netz immitieren. Der JSC-Bogen schweigt sich zur Takelage der Anlage aus. Ich bin nach dem Plan und der Anleitung im GPM-Bogen vorgegangen.

      Weiter geht's dann mit der Beseitigung der weissen Flächen an Deck schwitz1
      Viele Grüße,
      Klaus
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    • Unser Deck soll schöner werden:

      Zunächst habe ich einen Satz Anker geschnibbelt um die Bordwände zu vervollständigen. Diese Schiffe führten den charakteristischen »Tyzack-Anker« mit den kantigen Armen. In den Bugklüsen lagerten drei je 8,2 Tonnen schwere Exemplare. Ein 3 Tonnen Anker von selben Typ wurde achtern an Steuerbord gefahren. Zwei kleinere Admiralitäsanker (1,5 t und 0,75 t) vervollständigen die Ankerausrüstung (der kleinste Anker ist schon vorab an seinen Platz vor der vorderen Backbord-Kasematte gekommen) .



      Nun kamen zig-Kleinteile an Deck (und es sind noch nicht alle weissen Flecken ausgebaut). Ich habe mich zunächst nach dem JSC-Bogen Stück für Stück vorgearbeitet. Nachdem ich die einzelnen Teile im Originalbogen gefunden hatte, schnitt ich sie aus meiner verkleinerten Kopie aus. Mit 190 g Karton gedoppelt kamen die Teile zur Ordnung und Bemalung auf ein Post-it-Zettelchen.



      Wir haben hier Lukendeckel, Materialkisten, Panzerdeckel für die Schächte der Scheinwerferaufzüge, Pilzlüfter, Drucklüfter und die Deckel der Munitionsaufgaben. Die 3-D Zeichnungen in der Bauanleitung des GPM-Bogens waren zur Sortirung und Platzierung eine gute Hilfe.

      Zum Schluus dieser Session kamen die großen Bug- und Heckklüsen sowie die Schleppbeting auf dem Achterdeck aufs Modell.



      Der nächste Schritt wird dem Aufbau der Schweren Artillerie gelten. Damit die vier weißen Kreise an Deck endlich verschwinden happy 2
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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Klaus,

      Tyzak-Anker und Admiralitätsanker in diesem Maßstab schnitzen, alle Achtung! beifall 1
      Mir persönlich gefällt optisch der Tyzak-Anker wesentlich besser als der Hall-Anker.
      Der Kleinkram auf Deck ist dir auch sehr gut gelungen!

      Liebe Grüße

      Wiwo.
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Danke HvT, Wolfgang und Kurt!

      Wir werden ein Schlachtschiff:

      Die K.u.k-Marine folgte Italien und den USA bei der Armierung ihrer neuen Schlachtschiffe mit Drillingstürmen der Schweren Artillerie. Vier Stück – in idealer Mittschiffsaufstellung und erstmalls erhöht (!) aufgestellt – trugen je drei Rohre mit dem Kaliber 30,5 cm. Die von Skoda in Pilsen gebauten Waffen galten als excellent.

      Die Türme baute ich aus dem Bogen. Dabei halfen mir wieder meine weiteren Unterlagen und Kurts (Spitfire) Baubericht hier im Forum. Ich wusste z.B. nicht, wo auf dem Turmboden die Rohre in ihrer Schwenkvorrichtung aufsetzen sollen. Auf dem Foto ist ein Bleistiftstrich zu sehen dessen Position ich mit aus dem skalierten Bauplan ermittelt habe. Anfangs waren die Rohre sogar in der Höhe schwnkbar. Das legte sich aber wieder in den weitern Bauschritten die immer mehr leim in die Konstruktion brachten.



      Die Tümen bekamen eine Fadenreling auf die Decken, Entfernungsmesserhauben, Reserveentfernungsmesser, Visierschartendeckel, Leitern und Schartenblenden. Die Türme II und III – die Türme waren mit römsichen Ziffern nummeriert – tragen je zwei 7cm Torpedobootsabwehrkanonen (davon waren bis zu 18 Stück an Bord vorhanden. Die Positionen konnten ausgetauscht werden. Auf Fotos von der Probefahrt des Schiffes stehen mal auf allen Türmen je drei Kanonen, mal nur auf den Türmen II und III je zwei Stück, mal gar keine Geschütze auf den Turmdecken)





      Ein Geschoss der »Schweren« wog 450 Kilogramm. Bei 20 Grad Rohrerhöung hatten die Granaten eine Rechweite von 20 Kilometern. Die Feuergeschwindigkeit – besorgt von 91 Mann Besatzung pro Turm – betrug 2 Schuss pro Minute. Pro Rohr wurden 76 Granaten mitgeführt, also insgesamt 912. Die Lebensdauer eines Rohrs lag bei 200 Schuss.



      Die grünen Drillinge geben dem ganzen einen martialischen Eindruck. Spätestens jetzt wird aber klar, dass dies ein Schlachtschiff werden soll zwinker2

      Viele Grüße,
      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Nach dem Brückentag:

      Der Modellbau kommt nun in Phasen, wo die Bauteile immer kleiner- und die Makros davon immer furchtbarer werden... rotwerd1

      Auf dem doppelstöckigen, gepanzerten Kommandoturm (oben Artilleriekommandostand, darunter die Schiffsführung) liegt vorn die Friedensbrücke auf. Von hier aus wurde das Schiff in Fiedenszeiten gesteuert. Dieses Brücke ruht in der Hauptsche auf einer waghalsigen Gitterkonstruktion die einen Treppenaufgang führt. Die Brücke wird oben abgeschlossen mit dem Peildeck auf dem auch zwei Scheinwerfer aufgestellt waren.

      Die beiden langen Brückennocken konnte ich auf späteren Fotos des Schiffes nicht mehr erkennen. Von deutschen Schiffen kenne ich es, dass dieses Nocken weggeklappt werden konnten. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie auf VIRIBUS UNITIS und ihren Schwestern ganz entfernt wurden.





      Das Gittergestell ist auf Serafil in einem Kartonrahmen geklebt. Das Papierröhrchen im Vordergrund ist schon der untere Teil des Fockmastes (ich habe später eine Stecknadel hineingesteckt um das Ganze zu stabilisieren). Die Relingteile sind Ätzteile von Saemann.

      Der grüne Tarnanstrich hat hier eine gute Wirkun getan. Ich habe die Teile fast blind und nur nach Gefühl zusammengeklebt da ich kaum etwas erkennen konnte. Immer wieder musste ich das Modell auf der Grundplatte vor meiner Lichtquelle drehen um halbwegs zu erkennen, ob das alles so hinhaut wie ich es wollte. Mit bloßem Auge siehts jedenfalls gut aus. Das leidige Makrothema kennt ja auch jeder der im »Business« unterwegs ist traurig1 Ich habe jedenfalls definitiv schon leichtere Dinge nachgebaut als dieser Brücke.

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    • Servus Klaus,

      du hast dich wacker geschlagen bei der Unterkonstruktion der Friedensbrücke!
      In diesem Maßstab eine echte Herausforderung.

      Bei der 1:700er Ausgabe in Resin, war das ein Ätzteil.

      Die Brückennocken waren bis zum Schluß in dieser Länge vorhanden.
      Sie waren auch nicht wegklappbar.
      Daß sie nicht mehr "sichtbar" waren, liegt am hellblaugrauen Anstrich.
      Sie waren dann optisch nicht mehr so prominent.

      Mein Stammtischkollege hat die Viribus von Kombrig (1:350) in grün gebaut.
      Er stellte fest, daß im Vergleich die die Brücke bei der hellblaugrauen Version (von mir gebaut) viel luftiger und leichter wirkt als bei der grünen.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


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      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Klaus,
      Du holst ja mächtig Details in dem kleinen Maßstab heraus.
      Deine Bezeichnung der Friedensbrücke als waghalsige Konstruktion ist sehr treffend. Ich hatt schon in 1:250 meine Mühe mit dem Gewusel von Stützen und Niedergängen.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wir leben in einer Welt worin ein Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht.
      (Georg Christoph Lichtenberg)
    • Hallo Klaus,

      die schweren Türme machen schon Eindruck! daumen1
      Die Brücke - einfach genial geworden in diesem Maßstab! klasse1
      Und vergiß die Makros - bei entsprechender Vergrößerung findest Du auf auf einem Spiegel nur noch Krater und Löcher.... grins 2
      Servus
      hvt
      Und täglich grüßt das Murmeltier - die bundesdeutsche Version seit Januar:
      Demnächst ist mit steigenden Liefermengen bei den Impfstoffen zu rechnen!
    • Das Schornsteinbauprogramm (oder: Grüppchenbildung):

      Die meiste Zeit verbringe ich mehr und mehr mit dem Suchen der Bauteile auf dem JSC-Bogen... Es ist mir ein Rätsel, warum Teile einer einzelnen Gruppe so wahllos auf mehrere Blätter verteilt sind. Habe ich die Dinge gefunden, folgt die Ortung auf meinen Verkleinerungen. Hinzu kommt dann noch die Prüfung der anderen Bauunterlagen und das Ergänzen von Dingen, die der JSC-Bogen verschweigt (Zugegebenermaßen Dinge, die sonst kein Mensch vermissen würde. Hier eine Luke, dort eine Klappe usw.).

      Die nächsten »weißen Flecken« die es zu füllen galt, waren die Rechtecke an Deck hinter der Brücke. Hier ruhen auf einem Unterbau – der u.a. die Schmiede beherbergt – die zwei mächtigen Schornsteine. Den Unterbau habe ich innen mit Graupappe verstärkt (das würde ich bei 1:250 auch machen). Rings um das Konstrukt kamen die vorderen Bootsbarrings, obenauf ein Wassertank. Die Schornsteine schließen oben mit der Regenkrone ab. Zwischen den Schornsteinen, oberhalb des Wassertanks, war ein doppeltes Scheinwerferpodest installiert.

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Die Silhouette des Schiffes hat sich nun wieder stark geändert. Die restlichen 7cm Torpedobootsabwehrkanonen stehen nun an Deck und auch die Mittelartillerie hat nun beidseits ihre Feuerleitstände mit Entfernungsmessgerät on top. Die Scheinwerfer, auf erhöhten Podesten, und hinter dem Schornstein der Antennenschacht sind an Bord.




      Und mein Stück Graupappe mit grünem Schlachtschiff sieht nun so aus:




      Bis zur nächsten Folge grüße ich freundlich happy 2

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Klaus,

      die Stecknadel zeigt eindrücklich, von welchen Größenverhältnissen wir hier sprechen ("Größe"? hmm, irgendwie das total falsche Wort für diese Kleinteile; groß ist aber sicher das Können!). Dein grüner Kakanier wird wieder ein typischer "Klaus". Mir gefallen auch die filigranen Teile wie etwa der Gittermast. Nimmst Du dafür ganz dünnen Kupferdraht, wie man ihm in bei Conrad auf Spuhlen bekommt?

      Beste Grüße
      Claudia
    • Moin Wolfgang, Moin Claudia,

      die »Friedensbrücke« ruht auf einem Konstrukt aus geleimten Fäden (s. #28). Es gibt ein Angebot von Ätzteilen im Maßstab 1:700 für diese Schiffe. Mit Ausnahme der Reling bin ich bisher aber ohne weitere Zusatzteile ausgekommen. Überhaupt wäre beim Modellbau nach oben noch Luft: Ich könnte bspw. mit einer Lupenbrille arbeiten, an meinen Lichquellen arbeiten und auch meinen Werkzeugpark noch extrem aufrüsten. Das Ergebnis wäre sicherlich besser. Ich will aber nach wie vor entspannt und so technisch einfach wie möglich bauen und nebenher abends Fernsehgucken (meist »Bares für Rares« auf ZDF-Neo). Die Bastelzeit und die dafür nötige Konzentration reicht meist nach einem Arbeitstag für eien Doppelfolge der Trödelshow aus.

      Mein »Prasky-Plan« ist eine Aktualisierung aus den 90er Jahren. Im Vergleich zu dem abgedruckten Plan im ganz oben erwähnten Buch »Das historische Schiff als Modell« habe ich schon Änderungen gefunden. Wie schon geschrieben ist die Quellenlage sehr gut und es wäre eigentlich angebracht gewesen, ein größeres Modell zu bauen. Mittlerweile reicht mir der kleine 1:700er aber voll und ganz aus um mich mit den schönen und interessanten Schiffen weit genug zu beschäftigen. Aktuell steht nun der Aufbau der hinteren Barrings an. Auch das ist fummelig und ohne den Baubericht vom »Spitfire-Kurt« hätte ich die Teile nur mit der JSC-Anleitung allein kaum zusammenbekommen... schwitz1

      Viele Grüße,
      Klaus
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