Englisches Schiffsgeschütz in 1:25, Sklej Modell

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    • Englisches Schiffsgeschütz in 1:25, Sklej Modell

      Ahoi allerseits,

      nach Fertigstellung meines "Beinahe-Lebenswerkes" grins 3 HMS Mercury habe ich jetzt auf meiner Schneidematte ein viel kleineres Projekt - dafür aber in einem viel größerem Maßstab. Es ist die schmucke Battle Station in 1:25, die hier im Forum bereits von @Curmudgeon und @Markus Bodeux sehr schön gebaut worden ist. Das ist für mich doppelt gut - zum einen brauche ich nicht jedes Detail der Fertigung nochmal zu zeigen, zum anderen kann ich in diesen beiden Bauberichten hemmungslos abgucken.

      Bevor ich losgelegt habe, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Ob das Geschütz wirklich ein 42-Pfünder ist, wage ich zu bezweifeln. Diese schweren Geschütze waren auf Linienschiffen, also Dreideckern, im Einsatz und fanden sich dort immer auf dem untersten Geschützdeck. Je weiter man nach oben kam, desto leichter wurden die Geschütze. (Was passiert, wenn man das nicht beachtet, hat man bei der schwedischen Vasa gesehen... lala1 )
      Das Modell zeigt eindeutig einen Ausschnitt von einem oberen Deck. Man sieht eine Reling und die Auflanger der Spanten. Wäre die Szene ein paar Decks tiefer, müssten statt der Auflanger Knie zu sehen sein, also das dicke Ende unter der Decke. Tja, was fange ich aber nun mit dieser Erkenntnis an? Eine kleinere Kanone bauen? Nö, ich baue diese dicke Wumme dennoch, so. grins 2
      Dann habe ich mir Gedanken zu dem Zuber und dem Fass gemacht. In einem der beiden erwähnten Bauberichte wird ja auch die Frage nach dem Sinn des Fasses gestellt. Hier mal meine Interpretation zu Zuber und Fass: Es war üblich, dass auf jedem Geschützdeck ein oder mehrere Wasserfässer standen, an denen sich die Stückmannschaften während eines Gefechtes mal schnell die trockene und pulverstaubverklebte Kehle spülen konnten. Und so steht dieses Fass auf diesem Schiff eben just neben der Kanone, die hier zu sehen ist. Ich denke darüber nach, das Fass offen zu zeigen mit einer sichtbaren Wasseroberfläche und ein paar Schöpfkellen an den Rand zu hängen.
      Der Zuber erfüllt einen ganz anderen Zweck. In ihm war auch Wasser, allerdings Meerwasser. Warum, fragt sich jetzt vielleicht der eine oder die andere. Wenn eine Kanone abgefeuert wurde, musste sie vor dem nächsten Laden erst einmal gesäubert werden. Als erstes kam der "Wurm" zum Einsatz, eine Stange mit einem korkenzieherartigen Haken, mit dem Kartuschen- und Wergreste, die oftmals noch glühten, aus dem Rohr gekratzt wurden. Um auch letzte Reste von glühenden Pulverresten zu entfernen und vor allem auch zu löschen, wurde dann mit einem feuchten Wischer nachgereinigt. Und um diesen anzufeuchten, war der Zuber da. Keinesfalls lagen da die Pulverkartuschen drin - man stelle sich vor, ein einziger Funke beim Abfeuern, der da reinspringt, und Gute Nacht allerseits. Die Pulverkartuschen wurden meist von Schiffsjungen, den sog. "Pulveraffen" aus der Pulverkammer gebracht, und zwar in metallischen oder ledernen Zylindern. War das Rohr gereinigt, wurde dann eine neue Kartusche hineingeschoben, dann die Kugel, anschließend ein Wergpfropfen, damit die Kugel nicht einfach nur rausrollt, wenn das Schiff sich etwas neigt. Man sieht also, wir brauchen drei Geräte an der Kanone, nicht zwei. Wurm, Wischer, Ladestock. Was auch üblich war, dass Wischer und Ladestock an beiden Enden ein und des selben Rundholzes waren. So werde ich das vermutlich auch bauen.

      Ich habe auch schon fröhlich drauflos gebaut; die Grundplatte mit dem Stück Bordwand und den Spantauflangern sind bereits fertig.
      Aktuell ist der Zuber in Arbeit. Und was soll ich sagen: Ich merke, dass ich Kartonmodellbau in seiner ureigensten Form doch schon einige Zeit nicht mehr betrieben habe. rotwerd1 Also erwartet bitte nicht zu viel von mir. verlegen2 Aber ich komme so langsam wieder rein. happy 2

      So, hier dann die ersten Bilder. Ich habe zusätzlich zum eigentlichen Bausatz auch den Lasercut-Satz. Die Passgenauigkeit ist bisher super; die Bauanleitung im Großen und Ganzen selbsterklärend.







      Das hier noch zur Verdeutlichung des Sprunges, den ich vom Maßstab her gemacht habe. Der Seemann neben dem Zuber hat es nicht mehr auf die Mercury geschafft und muss jetzt hier den Riesen bei der Arbeit zuschauen. grins 2

      fertig gebaut: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • Servus Bonden,

      deine Erklärungen sind einfach phantastisch.
      Total interessant und informativ.

      Otto 'Normalkartonbauer' würde einfach mal drauflos bauen und gut iss.
      Aber nein, du machst dir Gedanken, ist es stimmig was ich hier sehe und wie passt das Ganze zur Historie.

      klasse1


      Grüße

      Jürgen
      Servus aus der Oberpfalz

      "Bass'd scho" (Lokale philosophische Grundregel)
    • moin1 Bonden,

      ein toller Einstieg ins neue Modellbauthema! daumen1
      Das Diorama wird eine interssante Sache werden und in Verbindung mit Deiner MERCURY eine umwerfende, didaktische Einheit bilden können.

      Interessant zu erfahren dass die Schiffsführung im Kampf so freigiebig mit dem kostbarem Trinkwasser war. Gerade habe ich mal wieder einen »Hornblower« zu Ende gelesen in dem er seine HOTSPUR viel zu lange im Blockadedienst vor Frankreich lassen musste und das Wasser auf eine Viertelgallone pro Teerjacke kürzen musste... Ich überlege auch, ob das Auswischen mit salzigem Seewasser die Rostbildung im Geschützrohr nicht auch massiv beschleunigt hat. Dass die rostigen Kanonenkugeln vorm Schuss erstmal abgebürstet werden musste weiß ich wohl. Wie die »Rohrpflege« von statten ging, muss ich noch nachforschen. Oder weißt Du da auch was?

      Viele Spaß noch beim Weiterbau mit Karton und Papier. Ich hoffe, Deine Finger gewöhnen sich schnell an das Material (hatten in den letzten Jahren ja fast nur Garn zu fassen bekommen happy 2 )

      Viele Grüße,
      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

      arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/

      Klaus baut kleine Schiffe:
    • KlabauterKlaus wrote:

      Interessant zu erfahren dass die Schiffsführung im Kampf so freigiebig mit dem kostbarem Trinkwasser war. Gerade habe ich mal wieder einen »Hornblower« zu Ende gelesen in dem er seine HOTSPUR viel zu lange im Blockadedienst vor Frankreich lassen musste und das Wasser auf eine Viertelgallone pro Teerjacke kürzen musste...
      Ahoi Klaus, deine Bedenken kann ich verstehen. Im normalen Dienstbetrieb war es damals durchaus üblich, das Trinkwasser stark zu rationieren, wenn es knapp war. Im Gefechtsfall hingegen sollte jeder Kommandant daran Interesse haben, dass es seiner Mannschaft so gut wie nur irgend möglich geht. Und dazu gehört zum einen, dass es vor einer Schlacht nochmal eine ordentliche Mahlzeit gab (wenn man nicht gerade im Dunkeln oder Nebel oder anderweitig vom Gegner überrascht wurde) und eben auch ausreichend Trinkwasser bereit stand. Und ich glaube, das geschah auch unter einem ganz pragmatischen Ansatz: Würde man verlieren, wäre man am Ende entweder tot oder in Gefangenschaft; würde man den Gegner bezwingen, könnte man vielleicht auf dem besiegten Schiff Trinkwasser finden. happy 2


      KlabauterKlaus wrote:

      Ich überlege auch, ob das Auswischen mit salzigem Seewasser die Rostbildung im Geschützrohr nicht auch massiv beschleunigt hat. Dass die rostigen Kanonenkugeln vorm Schuss erstmal abgebürstet werden musste weiß ich wohl. Wie die »Rohrpflege« von statten ging, muss ich noch nachforschen. Oder weißt Du da auch was?
      Da forsche ich gern auch noch weiter nach. Ich bin aber davon überzeugt, dass das bisschen Salzwasser, was während eines Gefechtes beim Auswischen ins Rohr kam, keinen Rost verursacht hat. (Mit dem nächsten Schuss würde der wohl sofort ausgebrannt.) Nach dem Gefecht wurden dann aber die Geschütze ganz bestimmt komplett gereinigt. Was ich mir nun aber gar nicht vorstellen kann - und was ich auch noch nie irgendwo gelesen habe - dass dies mit kostbarem Süßwasser geschah.

      Was sich aber wieder einmal zeigt: Ständig stößt man beim Modellbau auf Fragen, die man sich vorher nicht gestellt hat. Und genau das macht dieses Hobby für mich doppelt spannend.

      Und noch das hier zu dem, was ich im ersten Posting geschrieben habe: Denkbar wäre auch, dass man noch einen zweiten Zuber - oder einen kleinen Eimer - an das Geschütz stellt, gefüllt mit Sand, in dem glimmende Lunten gelagert wurden. Von der historischen Korrektheit wäre das noch besser als das Fass, denn das Wasserfass stand zumeist in der Mitte des Decks, also zwischen den beiden Breitseiten, damit der Weg dahin für alle etwa gleich lang ist und niemand die Geschützmannschaften behindert, weil er sich den Pulverstaub aus der Kehle spült. Ich poste dazu demnächst mal ein oder zwei Bilder, die meine Partnerin auf der Victory geschossen hat. zwinker2

      fertig gebaut: HMS Mercury
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    • Hallo Bonden

      Sehr cool! Der Bogen ziert seit meiner letzten Bestellung auch meine Sammlung und wollte erst sogar für die GS angeschnitten werden.
      Da aber bereits zwei hervorragende Baubericht im Forum existieren, habe ich davon abgesehen.
      Und siehe da, ich hätte den Bogen einfach angeschnitten und wenn möglich (irgendwann) fertig gebaut, ohne solche Gedanken. Aber Du machst ja nur ganze Sachen, also auch kritisches Hinterfragen der Darstellung. Da wäre ich natürlich ungebremst in die Fallen getappt und hätte (einmal mehr) zwar ein Modell, aber ohne historischen Hintergrund gebaut.

      Und wie das so mit den Rawummsöhren von so viel Gewicht auf dem Oberdeck geht, das hat uns ja Gunkel in seiner Darstellung der Vasa-Geschichte erklärt happy1

      Nun lehne ich mich aber erstmal zurück, geniesse eine Hopfenkaltschale und freue mich über die Show!

      Beste Grüsse
      Peter
      Meine grösste Angst: Dass ich irgendwann erwachsen werde... happy 2

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • @All. Vielen Dank für die netten Kommentare und die Däumchen für den Start meines kleinen Projektes. daumen1

      Peter_H wrote:

      Da wäre ich natürlich ungebremst in die Fallen getappt
      Ahoi @Peter_H , nun, so dramatisch ist es ja auch nicht. Die einzige "Falle", die ich da sehe, ist das mit der Füllung des Zubers. verlegen2

      Selbiger ist nun - bis auf die Füllung - fertig. Bei mir haben die einzelnen Bretter nicht zum bündigen Abschluss geführt, ich musste auf beiden Seiten je eins der Bretter schmaler schneiden. Wo der Fehler liegt, weiß ich nicht, kann es nur vermuten. Den Innenring habe ich sauber ausgeschnitten und auf Kante geklebt, so wie vorgesehen; vermutlich liegt es am Befestigen der gelaserten Einzelbretter außen. Wenn da ein winziger Leimrest unter dem vorhin geklebten Brett vorguckt und nicht rechtzeitig entdeckt und entfernt wird, reicht schon dieser kleine Abstand - und wenn das dann vielleicht noch mehrmals passiert, muss man zum Schluss eben schnitzen. Nun, dann muss ich am Ende den Zuber eben so drehen, dass man das möglichst nicht sieht. lala1
      Die erste Seitenwange der Lafette ist ebenfalls angearbeitet. Das Kugelrack habe ich nur aufgesteckt, aber noch nicht verleimt; ich werde es zu gegebener Zeit wieder abnehmen, da darunter der Augbolzen zur Befestigung des Broktaus hinkommt und ich mir diese Montage nicht unnütz schwer machen will.

      fertig gebaut: HMS Mercury
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    • Hallo Bonden,

      Zunächst einmal sehr schöne Erklärungen, die wieder einmal auf sehr guter Recherche beruhen dürften. Du bist ja schon recht zielgerecht vorgegangen und die bereits erstellten Dinge zeigen Deine gute Erfahrung und Durchführung, zumal es auch in einer etwas anderer Weise als Dein zuvor gebautes Modell erfolgt. Es wird sicher auch nicht 7Jahre dauern ? kratz1 lala1 happy1

      Duck und weg!

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall Vielen Spaß bei diesem Modell!

      Viele Grüße
      Fritz
    • moin1 ,

      Du hast mich nun thematisch angefixt und ich habe meinen »Aufheimer: Schiffsbewaffnung (sog. »blaue Reihe«)« herausgekramt. Dort wird die Handhabung eines solchen Geschützes relativ genau beschrieben. Leider wird nichts zur Rohrpflege gesagt was meine Frage zum Salzwassergebrauch beantwortet hätte. Interessant ist die Aussage im Buch, dass ein Kanonier des 17. Jahrhunderst ohne Probleme eine Kanone des frühen 19. Jahrhunderts hätte bedienen können (das könnte wahrscheinlich ein Panzerfahrer der 1980er Jahre in einem aktuellen Gefährt nicht mehr behaupten....).

      Wenn Du es genau nehmen möchtest, müsste noch Sand an Deck ausgestreut liegen. Wie könnte man den darstellen? Ich kann mir vorstellen, ein Foto von Sand als Ausdruck maßstäblich zu verkleinern und Flecken in »Wabbelformen« auszuschneiden. Die Flecken könnten dann – mit gefärbten Kanten - hier und da unter einem Lafettenrad oder Pütz hervorgucken. Ich würde es nur partiell andeuten damit der Fachmann weiß, »Aha: der Bonden hat daran gedacht!« daumen1

      Feuer frei!
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin Bonden
      Ein sehr interessantes Thema und ich habe alles aufmerksam gelesen. Es ist bei vielen Dingen wichtig, eine gute Literatur zu haben und sich dadurch informieren. Das war bei meinem abgeschlossenen Hobby, der Philatelie, auch sehr wichtig. Man konnte viele Fehler vermeiden und viel Geld sparen. Hier ist es auch interessant zu lerne wie haben diese Sachen eigentlich funktioniert und das erklärt auch die Unmengen an Personal, die auf solch einem Schiff vorhanden sein mussten. Sei es als Decksmannschaft oder eben für die Menge an Geschützen.

      viele Spaß

      Otto
    • Im Vergleich zur Takelung der Segler scheint es hier mit den Fachbegriffen eher überschaubar zu bleiben Bonden? denk1 grins 2
      Egal, die Einleitung zum Baubericht war auf jeden Fall schon wieder sehr informativ. Lässt sich auch hier wieder etwas lernen. Wie war das mit den Sachgeschichten? Anstatt Armin, Christoph, Ralph und Peter nun mit Bonden freu1
      Weiterhin gutes Gelingen...

      Gruss Uwe
      Manche sehen Bäume dicht an dicht, andere Zwischenräume und das Licht.
    • KlabauterKlaus wrote:

      und ich habe meinen »Aufheimer: Schiffsbewaffnung (sog. »blaue Reihe«)« herausgekramt.
      Danke für den Tipp. Und wie lautet die Gute-Laune Formel? "In den Warenkorb" grins 3

      Aber Sand streue ich nicht - mein Deck bleibt sauber, so! grins 2 Aber da gibt es noch die eine oder andere Idee - will ich aber jetzt noch verraten. happy 2

      Moritzleo wrote:

      und das erklärt auch die Unmengen an Personal, die auf solch einem Schiff vorhanden sein mussten. Sei es als Decksmannschaft oder eben für die Menge an Geschützen
      Ja, so ein Kriegsschiff war damals sehr personalintensiv. Je nach Größe und vor allem Gewicht der Geschütze waren da schon richtig viele Menschen nötig, um die Lafetten zu bewegen.

      Uwe F. wrote:

      Im Vergleich zur Takelung der Segler scheint es hier mit den Fachbegriffen eher überschaubar zu bleiben Bonden?
      Abwarten! Ich bin ja noch lange nicht fertig! happy1

      Morgen berichte ich euch dann auch von meinem ersten Abriss - ich muss ja meinem Ruf treu bleiben. rotwerd1 Heute nicht, der Sonntag ist einfach zu schön. verlegen2 (Au Mann, wird das peinlich...)

      fertig gebaut: HMS Mercury
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    • Aber ich habe noch ein kleines Filmrätsel für euch:



      "Da die Hinterräder abmoniert sind, kann die Backbordbatterie nur einen Schuss abfeuern. Ihr zielt also auf den Großmast."

      grins 2

      Und ja, ich weiß, dass die Räder keine Metallreifen hatten. Braune Papierstreifen waren aber aus - was man von meinem Farbensortiment nicht sagen kann. Also wird da noch der Pinsel geschwungen, keine Sorge. happy 2

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    • Ahoi Bonden,
      ein geniales Projekt, sozusagen ein Teil der Mercury unter der Lupe...äh, zugegeben, solche Riesenwummen hatte ein Sixth Rate nicht...aber Zeit, Umfeld und Optik stimmt daumen1 . Und auch dieser Baubericht verspricht ein echter "Bonden" zu werden freu 2 ...
      Hast du eigentlich vor, auch die gesamte Bedienungsmannschaft drumrum zu stellen, sozusagen auf action stations? Ich selbst bin ja ein großer Fan der Papiermännchen von Paul Sanchez, die man in jeder Pose und in jedweder Kleidung bauen kann...und die gibt´s auch in 1:25 verlegen2 ...
      Liebe Grüße
      Nat
    • Nat Drinkwater wrote:

      Hast du eigentlich vor, auch die gesamte Bedienungsmannschaft drumrum zu stellen, sozusagen auf action stations?
      Ahoi @Nat Drinkwater , nee, das wird ein ruhiges Diorama, ohne Männeln und so. Dafür ist die Grundplatte einfach zu klein, und ich mag es auch so, wie es ist. Aber ich gebe zu, dass ich auch über diese Variante nachgedacht habe. happy 2

      So, mit Blick auf die Uhr stelle ich fest, der Sonntag ist vorbei. Ich bin noch nicht müde, also bringen wir es hinter uns:

      Bonden wrote:

      Morgen berichte ich euch dann auch von meinem ersten Abriss - ich muss ja meinem Ruf treu bleiben. Heute nicht, der Sonntag ist einfach zu schön. (Au Mann, wird das peinlich...)

      Es wäre ja auch viel zu einfach, in die zwei bereits vorhandenen Bauberichte zu diesem Bausatz zu schauen... Hab ich ja, aber offenbar nicht gründlich genug. Also, um was geht es? Es geht um die Räder der Lafette. Die Bauanleitung hat ja da so schöne Zeichnungen. Hier mal die von der Bodenplatte der Lafette.

      Auf den ersten Blick dachte ich, dass das Teil 1c zwischen die Teile 1a und 1b kommt, habe dann aber schnell begriffen, dass das die Umrandung ist für die zuvor zusammengeklebten Teile 1, 1a und 1c.
      Blöderweise dachte ich dann aber, dass das hier mit Teil 11b genau so ist:

      Was natürlich Unsinn ist. Als einzige Entschuldigung kann ich da wirklich nur anbringen, dass ich an dem Tag mit den Nachwirkungen meiner zweiten C19-Impfung zu kämpfen hatte und daher etwas getrübt in meinen Wahrnehmungen war. (Ja, ich weiß, ziemlich schwache Ausrede, aber eine bessere hab ich nicht. grins 2 ) Erst als ich die Räder zusammengebaut hatte - falsch zusammengebaut hatte! - bemerkte ich, dass der Streifen Nr. 11 viel zu breit ist. rotwerd1

      Und so sah das dann aus:


      Rechts sieht man bereits das andere Rad der Vorderachse, welches ich schon wieder mit dem Skalpell halbiert hatte. Das ging glücklicherweise sehr gut, die Finnpappe ist ein in dieser Hinsicht sehr freundliches Material.

      Danach war ja alles klar, grauen Streifen zum Ring kleben, an beiden Seiten die Radhälften einsetzen und fertig war es.


      Die Räder der Hinterachse hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht angefangen - da lief das dann also super. verlegen2

      So, Fehlerbeichte beendet. frech 1 In Kürze geht es dann hier wieder normal weiter. zwinker2

      Und das noch: Vielen Dank für die vielen netten Kommentare und Likes! daumen1

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    • Ach, das sind aber Minimalfehler ach1
      Nach Deiner Ankündigung habe ich schon Dein vorgestelltes Werk nach peinlichen Kloppern abgesucht.... haben die Räder Reifenprofile? .... laufen in der Bordwand Stromkabel? ... besteht das Deck aus Riffelblech?... Die Nummer mit der falsch verstandenen Bauanleitung ließ sich doch fix korrigieren.

      Ich bin übrigens auch empfänglich für solche Missverständnisse... schwitz1

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

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      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Ahoi allerseits,
      hier ging es fleißig weiter. Die Lafette ist nahezu fertig, wenngleich das erste Bild täuscht, wie das zweite Bild zeigt. Achsen und Räder sind noch nicht fest; an den Seitenwangen fehlen noch ein paar Kleinigkeiten.
      Die zwei Richtkeile haben je einen Griff. Die waren selbstverständlich auch aus Karton vorgesehen. Hat mir aber gar nicht gefallen, zu zweidimensional und selbst nach Verstärkung eben zu eckig. Aber wozu hat man einen reichhaltigen Fundus aus nicht genutztem Kram beim Schiffchenbau. Die hässlich-knubbeligen "Belegnägel", die Krick auf den Markt wirft, taugen als Belegnägel nix, aber so als Griff für Richtkeile sind sie ideal. grins 2 Und weil aus Holz, müssen sie auch gar nicht extra angepinselt werden.


      Dann hatte ich aber Lust, mit dem Kanonenrohr anzufangen. Also das verspricht richtig Spaß! Schaut mal hier:; die Bilder kennen ja viele schon von den beiden anderen Bauberichten zu diesem Modell:

      Allein das Ende ist ein Hit. Und was ihr hier seht, sind folgende Teile:

      18 g ist sozusagen die Seele vom Rohr; allein das war schon eine nette Aufgabe, diesen schmalen Kartonstreifen sauber längs rund zu biegen und kantengenau zusammenzukleben. Das ist deshalb so wichtig, weil die vielen Scheiben einen genau auf diese Seele zugeschnittenen Innendurchmesser haben. Hat geklappt, ich hab das Teil über einem Rundholz, welches man als Segelschiffbauer ja immer reichlich und in allen denkbaren Durchmessern zu liegen hat, geformt und dann innen mit dem dafür vorgesehenen Papierstreifen verleimt.
      Des weiteren sind das die in dem Foto zuvor zu sehenden Teile 27, 27a, 18a, 18, 27b und 19. happy 2

      @Markus Bodeux hat ja gemeint, dass sei kein 42-Pfund-Geschütz, sondern ein 42-Scheiben-Geschütz. Nun, ich habe mal nachgezählt - es sind 36... grins 3
      Aber es macht Spaß, wenn man einmal das Prinzip erfasst hat. Zum Glück sind alle Scheiben als Lasercut vorhanden, und in Verbindung mit den Ausschneideteilen passt alles wunderbar, wenn man sauber ausschneidet.

      Soviel für heute, Gruß aus der Köpenicker Werft

      Bonden

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    • Ahoi allerseits, hier ging es gestern und heute eifrig weiter. Aber zuerst wieder danke für die Likes und für deinen netten Kommentar, Fritz.

      Bonden wrote:

      ich habe mal nachgezählt - es sind 36...
      Nein, es sind in der Tat noch drei Scheiben mehr. happy 2

      Die meisten waren als Lasercut vorhanden, aber einige, die auf relativ dünnem Papier waren, musste ich auch selbst ausschneiden. Stimmt ja, ich mache ja Kartonmodellbau, da soll sowas vorkommen. grins 3

      Gestern Abend sah das Rohr dann so aus - es fehlen hier noch etliche dünne, halbrunde Streifchen, die nach dem Ausschneiden so geformt werden müssen, dass sie eine konische Form bekommen und so fließende Übergänge darstellen.


      Heute wurden diese Teile dann auch geschnitzt und angebracht. Dann noch die Schildzapfen gebastelt, und so sah das dann aus:


      Klar, dass das Rohr noch gestrichen werden muss, um die vielen weißen Kanten wegzumachen und auch kleinere Unebenheiten "zuzukleistern". Da ich mit wasserlöslicher Acrylfarbe arbeite, wurde das Teil erstmal mit Grundierspray behandelt. Also die Kanone auf das Rundholz gestülpt, mit dem ich die "Seele" geformt hatte und ab ins Treppenhaus, schlechte Luft machen. grins 2


      Das Ergebnis sieht schon recht geil aus, muss ich sagen:


      Aber dennoch kommt morgen da noch Farbe drauf. Wenn das Rohr dann endgültig fertig ist, werde ich auch die Auffangmulden für die Schildzapfen nacharbeiten, da sie jetzt schon ein klein wenig zu eng sind, wie man sieht.

      Soviel für heute, hier ist jetzt Werftschluss.

      Gruß

      Bonden

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    • Ahoi allerseits,

      Wie immer vielen Dank für die netten Kommentare und die Likes.

      Hier gibt es mal wieder ein bissel was zu berichten.

      Es ist dieses Fass, was mir keine Ruhe ließ. Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto unsinniger erschien es mir, ein Fass direkt neben das Geschütz zu stellen. Ja, sicher war es wichtig, dass die Männer zwischendurch mal schnell den Pulverqualm aus der Kehle spülen können - aber dann steht da ein Fass in der Mitte des Decks, vielleicht dicht am Mast, damit es so wenig wie möglich im Weg ist.
      Was aber neben dem Zuber mit Wasser zum Auswischen des Rohres und ggf. einer schnellen Löschaktion an jede Kanone gehört, ist ein Eimer mit Sand drin, in dem der Luntenstock steckt und an dessen Rand die Ersatzlunten hängen. Außerdem wurde der Sand benötigt, um schlüpfrig gewordene Decksplanken stumpf zu machen. Also habe ich einfach die Bauteile für das Fass in der Mitte halbiert, den Umfang um einige Dauben verringert und so eine typische Pütz hergestellt. In den oberen Fassreifen wurde der Tragegriff - ein dickeres Tau - eingefasst. Ich hatte noch feinen Sand aus dem Modelleisenbahnladen, den ich damals beim Papegojan-Diorama verwendet hatte. Den mit dunkel gefärbtem Weißleim vermischt und rein in die Pütz. Der Ladestock ist ein Stück Blumenbindedraht mit einer kleinen Gabel am Ende, um da die Lunte einzuklemmen.




      Dann seht ihr auf den Bildern einen unbemalten Kameraden, der zwar uniformtechnisch nicht ganz in die Szene passt, aber größenmäßig. Er ist nämlich auch in 1:25. Ich habe ihn Jaques getauft. Und Jaques zeigt interessante Perspektiven. Das Kanonenrohr erscheint riesig im Vergleich zu ihm, aber das stimmt so. Die Rohre dieses Kalibers waren ca. 3,30 m lang. Was mir ein wenig überdimensioniert erscheint, ist die Bordwand und die Stückpforte. Und auch die noch freie, durch die beiden Schlitze zu erkennende Stelle, an die das Board mit den Entersäbeln kommt, ist m.E. viel zu hoch angesetzt. Da braucht der arme Jaques ja eine Fußbank, um da sein langes Messer rauszuziehen. Mal schauen, ob ich dieses Board ein Stück tiefer anbringe oder ob ich es eben so lasse.


      Zur Lafette gibt es auch noch ein paar Anmerkungen, aber dazu komme ich später.



      Das Rohr selbst ist jetzt fertig gestrichen, bekommt aber noch ein Zündloch und eine fette Öse zur Aufnahme des Broktaus.

      Soviel für heute,

      Gruß,

      Bonden

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    • An anderer Stelle habe ich einen Hinweis bezüglich unseres Kameraden Jaques erhalten, doch mal nachzumessen bezüglich des Maßstabs. Unterstellt, unser Jaques ist 1,75 groß. In dem Maßstab wären das dann 7 cm. Jetzt stellen wir uns vor, er steht stramm da und drückt den Rücken durch, dann kommt er aber grad mal auf 6 cm. Das wären dann in echt 1,50. Ok, damals waren die Menschen noch etwas kleiner als heute, aber doch nicht so viel. Gleichwohl denke ich, dass die Bordwand etwas überdimensioniert ist, aber sei es drum - da ändere ich jetzt nichts mehr dran.

      P.S.: Hab mal nachgeschaut, woher die Figur kommt und was da so die Angaben sind. Ok, das ist 1:35. Ich bastele mir mal ein 2D-Maßstabsmännchen, mal schauen, wie es dann aussieht.

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    • Ha, das macht jetzt richtig Spaß! Ich brauche mir gar kein Maßstabsmännchen zu bauen, denn die Macht ist mit mir. Von d'Agostini gab es mal eine Sammelreihe mit Star-Wars-Schachfiguren. Einige davon hab ich mir gekauft. Und nun schaut euch Boba Fett an: Er misst etwas mehr als 7 cm. Rechnet man den Helm und die dicksohligen Stiefel ab, kommt er umgerechnet auf 1,80, das passt. Da ich ihn nicht von seinem Sockel schneiden wollte, hab ich die Battle Station auf gleiche Höhe mit seinen Fußsohlen gestellt.
      Ja, das sieht schon etwas besser aus. Aber das Kanonenrohr selbst bleibt dennoch ein ehrfurchtsgebietender Riese.


      Der kleine 1:72-Matrose aus dem HÄT-Figurenset "britische Seeleute" schleppt übrigens genau so einen Sandeimer, wie ich ihn gebaut habe.

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    • KlabauterKlaus wrote:

      willst Du das Rollpferd und die Bordwandinnenseite holzfarben lassen? So eine kleine Färbung Richtung Rot oder Ocker wäre doch in puncto »Realitätsnähe« zu begrüßen?
      Ahoi @KlabauterKlaus, ja, in der Tat, aber ich lasse es so wie es ist. Das mit der bordwand hätte ich mir eher überlegen müssen, dann hätte ich die Plankenstöße entsprechend gerillt und so... Aber der Druck ist, wie ich finde, extrem gut, also lasse ich es so. Auch die Lafette werde ich nicht streichen, zumal ich mir gar nicht sicher bin, ab wann es üblich war, diese mit mehr als den damals üblichen Holzschutzmitteln zu pönen.

      Danke, Fritz, für deinen netten Kommentar und danke für die Likes.

      Weiter ging es mit der Battle Station. Diesmal widmete ich mich dem Handwerkszeug der Geschützbedienung, also dem Ladestock, dem Wischer und dem Kratzer. Für alle drei nahm ich als Basis je einen Schaschlikspieß, den ich entsprechend kürzte und dann mit feinem Sandpapier glatt schliff.

      Der Ladestock sollte laut Bauanleitung ein Pappteil vorn drauf bekommen – da hab ich mich dagegen entschieden und statt dessen ein Stück Rundholz abgesägt, in ein Ende ein Loch gebohrt, den Schaschlikspieß etwas angespitzt (nachdem ich die Spitze vorher abgeschnitten hatte… rotwerd1 ) und beides miteinander verbunden. Dann dunkel gebeizt und mit mattem Firnis gestrichen.

      Den Wischer hab ich ebenfalls ohne das vorgesehene Pappteil gefertigt; stattdessen hab ich einen passend geschnittenen Streifen Tempotaschentuch um das Ende gewickelt und mit Weißleim „versiegelt“. Mit dem noch feuchten Weißleimwischer bin ich dann zu einem hohen Schrank gegangen und habe ihn dort auf der staubigen Oberfläche umhergerollt – ja, genau so stelle ich mir so einen Wischer vor! Und ich habe einen Staubwischgang weniger…

      Der Kratzer ist in dem Bausatz nicht vorgesehen, gehört aber auf jeden Fall mit dazu, wenn man die Arbeitsgeräte darstellt. Dafür habe ich einfach ein Stück Blumenbindedraht spiralförmig gedreht und an einem Ende des Stocks befestigt. Mit einer Weißleimmanschette, die nach dem Trocknen schwarz gestrichen wurde, sieht das Teil recht ordentlich aus.


      Dann hatte ich Lust auf die vier Blöcke. Das waren Lasercut-Teile; die vorgesehenen Ausschneideteile zum Aufkleben auf die Seitenflächen hab ich weggelassen, da für mich von vornherein feststand, dass ich hier rundum Farbe aufbringe. Vorher habe ich die Blöcke aber noch mit einer feinen Feile bearbeitet, um die eckigen Kartonkanten etwas abzurunden; außerdem habe ich eine Nut zur Aufnahme des Einfassungstaus hineingefräst. Das erste Bild zeigt drei vorgeschliffene und einen unbehandelten Block (ich weiß, ist etwas schlecht zu sehen, aber mehr war selbst mit Photoshop nicht rauszuholen) – ich hoffe, man sieht den Unterschied. In gestrichenem Zustand machen sie deutlich mehr her.


      fertig gebaut: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • So, dann zeige ich euch gern das Gesamtergebnis bezüglich der Arbeitsgeräte. Und das Kanonenrohr hab ich nochmal bearbeitet; die glänzende Lackierung hat mir dann doch nicht gefallen, so dass ich erneut das Farbspray angesetzt habe. Und das Rohr hat jetzt auch ein Zündloch und eine Öse zur Führung für das Brooktau.

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    • Ahoi allerseits, habt wieder vielen Dank für Däumchen und nette Kommentare!

      KlabauterKlaus wrote:

      Eine Doktorarbeit!
      Ach nein, das ist hier keinesfalls meine Absicht. Ich mach mir nur ein paar Gedanken beim Bauen und freue mich, wenn mir dabei irgendein nettes Gimmick einfällt, so wie eben der "Korkenzieher".

      Didibuch wrote:

      Nelson würde dich sofort engagieren
      Nelson würde mich vermutlich kielholen lassen, wenn ich den Kratzer beim Geschütz vergesse. grins 2 Aber über eine Beförderung zum Geschützmeister würde ich mich natürlich freuen. Die muss ich aber erstmal verdienen. verlegen2

      Also dann, weiter geht es. Heute hatte ich Lust auf Tauwerk. Auch wenn es noch nicht so weit ist, dass die Kanone getakelt wird, muss sowas ja ordentlich vorbereitet werden. Das Brooktau ist dabei natürlich der fetteste Tampen. Ich hab also heute eifrig Taue geschlagen; dass es letztendlich eine ganze Versuchsreihe wird, hab ich am Anfang nicht geahnt.
      Geschlagen wurde immer mit Amati Takelgarn hell. Hier nun meine Versuchsreihe, im Bild von rechts nach links:
      Zuerst habe ich aus 3 x 0,75 mm ein Tau geschlagen - eindeutig zu dünn. Auch das nächste aus 3 x 1,0 mm war viel zu spillrig. Also dachte ich mir, schlage ich doch mal ein Tau aus drei geschlagenen Tauen, also 3x aus 3 x 0,5 mm. Das ist dann aber nahezu gleich dick wie das zuvor geschlagene Tau aus 3 x 1,0 mm. Nun fertigte ich mir drei Taue aus 3 x 0,75 mm. Ja, das war eindeutig stärker, aber als ich es zur Probe mal an die dicke Kanone gefädelt habe, sah es irgendwie recht verloren aus.
      Der letzte Akt brachte dann mein endgültiges Brooktau. Aus drei geschlagenen Tauen á 3 x 1,0 mm wurde ein schöner fetter Tampen. Die Bauanleitung sieht eine Taustärke von 3 mm vor - nun, das hier hat ein wenig mehr als 3 mm und passt, wie ich finde, perfekt.


      Was ganz wichtig ist, wenn man sich ein Tau aus zuvor selbst geschlagenen Tauen schlägt, ist die Drehrichtung. Sowohl das Verdrillen der einzelnen Taue als auch das Schlagen selbst muss hierbei genau andersrum laufen als beim "normalen" Schlagen, da man ansonsten seine Taue wieder aufdröselt und das Ergebnis nur noch als Anschauungsobjekt für falsches Reepen dient.
      Was man auf den nächsten Bild deutlich sieht: Die piepsige Öse an der Lafette (und auch die an der anderen Seite) muss ich gegen welche aus dickerem Draht austauschen.
      Aber das Brooktau selbst wird wohl auch den Rückstoß bei doppelter Ladung auffangen - vorausgesetzt, es wird dann noch ordentlich festgemacht.


      Soviel für heute - nicht viel, aber das Taue schlagen hat mich einige Stunden gekostet. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass das Zeitverschwendung war.

      Gruß

      Bonden

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